Start Bremer Brücke 1:1 - VfL Osnabrück auf Augenhöhe mit St. Pauli

1:1 – VfL Osnabrück auf Augenhöhe mit St. Pauli

Gerechtes Unentschieden nach einem hart umkämpften Spiel

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Daniel Thioune veränderte gegenüber der Aue-Elf die Anfangsformation gleich auf vier Positionen. Für Agu, Heider, Henning und Ouahim kamen Ajdini, Amenyido, Girth und Klaas in die Mannschaft, wobei die Nominierung von Klaas sicherlich die größte Überraschung war. Der FC St. Pauli trat hingegen mit einer Ausnahme – Christian Conteh für Matthew Penney – mit der Mannschaft an, die den HSV am vergangenen Montag besiegt hatte.

Munterer Beginn des VfL

Bei schönstem Sommerwetter um die 25 Grad entwickelte sich ein recht munteres Spiel. Das frühe Stören der Osnabrücker im Mittelfeld gefiel den Paulianern zunächst gar nicht und so kam es in der 4. und 5. Minute zu vielversprechenden VfL-Angriffen und Chancen durch Klaas und Amenyido. In der 7. Minute wurde der wie immer verlässliche  Kühn zum ersten Mal von der Gegenseite gefordert.


Dann das 1:0 in der 13. Minute: Wolze versenkte nach einem Freistoß aus gut zwanzig Metern vom rechten Strafraumeck aus den Ball über die Mauer hinweg in den kurzen Winkel, ein prächtiger Freistoß mit Überraschungseffekt, da alle mit einem Schuss von Álvarez gerechnet hatten.
In der 15. Minute erhielt Miyaichi für eine dämliche Schwalbe im Osnabrücker Strafraum völlig zurecht die gelbe Karte. 

Farbenfrohe Choreos von beiden Fangruppen zu Beginn, der VfL mit viel Lila und die St. Pauli-Fans stellten nach dem Derby-Triumph fest, das Hamburg braun-weiß sei; Foto: imago images / Noah Wedel
Farbenfrohe Choreos von beiden Fangruppen zu Beginn, der VfL mit viel Lila und die St. Pauli-Fans stellten nach dem Derby-Triumph fest, das Hamburg braun-weiß sei; Foto: imago images / Noah Wedel

Dann in der 19. fast das 2:0: Álvarez spielte auf Ajdini, der ließ Buballa ins Leere laufen und zog aus 16 Metern ab, doch der Ball knallte nur an den rechten Pfosten.

Das Spiel drehte sich

Statt des 2:0, das aufgrund der drückenden Überlegenheit des VfL zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient gewesen wäre, fiel in der 22. Minute der Ausgleich. Diamantakos konnte sich von links im Osnabrücker Strafraum erst gegen Heyer und dann gegen Blacha durchsetzen und spielte Miyaichi auf Höhe des Elfmeterpunkts an, der Kühn mit einem gnadenlosen Schuss keine Chance ließ.

Danach drehte sich das Spiel zugunsten der Hamburger. Gehörten die ersten 22 Minuten allein dem VfL, so war es in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit genau umgekehrt. Und der VfL hatte einige Male bei nur wenigen Entlastungsangriffen Glück, nicht in Rückstand geraten zu sein.

Ryo Miyaichi (Pauli) macht das Tor zum 1:1 vor Kevin Wolze; Foto: imago images / Noah Wedel
Ryo Miyaichi (Pauli) macht das Tor zum 1:1 vor Kevin Wolze; Foto: imago images / Noah Wedel

Beide Teams gingen unverändert in die zweite Hälfte

Der VfL wirkte zunächst etwas sattelfester als zum Ende der ersten Halbzeit, dennoch kam St. Pauli besser ins Spiel.
Aufregung in der 55. Minute als Knoll Ajdini mit gestrecktem Bein von den Füßen holte und es für dieses klare Gelbfoul nicht einmal einen Freistoß gab.

In der 58. Minute meldete sich der VfL zurück. Álvarez flankte von rechts in den Torraum, der Ball wurde von Amenyido nur knapp verpasst. Das hätte das 2:1 sein können.

In der 62. Minute wechselten beide Teams gleichzeitig. Bei St. Pauli kam Tashchy für Diamantakos ins Spiel, beim VfL Ouahim für Klaas. Nur fünf Minuten später kam Diarra für Knoll ins Spiel, der seinen Einstand gleich darauf mit einer gelben Karte feierte.

Das Spiel wurde ruppiger

Der VfL gewann zwar allmählich die Oberhand, dank Ouahim kam neuer Schwung ins Spiel, doch gleichzeitig wurde die Partie immer ruppiger und hektischer, selbst Co-Trainer Polzin erhielt in der 71. Minute Gelb.  In der 69. Minute ließ Amenyido zwei Paulianer stehen, St. Pauli-Keeper Himmelmann konnte den scharfen Schuss aber mit den Fäusten neutralisieren.In der 75. Minute ging dann Álvarez raus, für ihn kam Niklas Schmidt ins Spiel. In der 82. erhielt Östigard Gelb, in der 84. Amenyido.

Als es in der 85. Minute für Diarra Gelb-Rot gab, keimte beim VfL die Hoffnung auf, das Spiel doch noch gewinnen zu können. Eine Minute später kam Heider für Taffertshofer ins Spiel, der in der 77. Minute Gelb gesehen hatte, doch wie schon in Aue vermochte der VfL seine Überzahl nicht für sich zu nutzen, stattdessen war St. Pauli sogar einem Treffer näher als der VfL.

Fazit

Am Ende gab es ein gerechtes Unentschieden, wenngleich beide Mannschaften das Spiel für sich hätten entscheiden können.

Der VfL kann nach sieben Spielen immerhin seinen zehnten Punkt verbuchen, verfügt nach je drei Siegen und Niederlagen und einem Unentschieden über eine ausgeglichene Bilanz und hat am kommenden Freitag die Chance, beim schlecht gestarteten Mitaufsteiger aus Wiesbaden erneut zu punkten. 

Zuschauer: 16.100, davon 1.600 aus Hamburg
Tore: 1:0 (13.) Wolze; 1:1 (22.) Miyaichi

VfL: Kühn – Ajdini, Heyer, van Aken, Wolze – Taffertshofer (85. Heider), Blacha – Alvarez (75. Schmidt), Amenyido, Klaas (62. Ouahim) – Girth

FC St. Pauli:Himmelmann – Ohlsson, Östigard, Lawrence, Buballa –  Becker, Knoll (67. Diarra) – Miyaichi, Möller Daehli, Penney (79. Coordes) – Diamantakos(62. Tashchy)

Schiedsrichter: Martin Petersen

 

 

Kalla Wefelhttps://kallawefel.info/
Kalla Wefel saß mit zwei Jahren zum ersten Mal auf der Trainerbank des VfL, und zwar auf dem Schoß seines Vaters „Doc“ Wefel, der 34 Jahre lang Mannschaftsarzt und Vorstandsmitglied war. Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß, Jupp Heynkes, Gerd Müller, Paul Breitner, Lothar Matthäus, Diego Maradona und Kalla Wefel hatten denselben Fußballtrainer, nämlich Udo Lattek, der einst bei Familie Wefel ein und aus ging. Diese und viele weitere skurrile, heitere und ernste Geschichten und Anekdoten um den VfL lassen sich in seinen Büchern „Mein VAU-EFF-ELL!“ und „111 Gründe, den VfL Osnabrück zu lieben“ nachlesen. Die von ihm 2010 mit viel Aufwand produzierte CD „Wir sind der VfL“ wurde 5.000 mal verkauft und der komplette Erlös (etwa 30.000 €) ging an terre des hommes. Seine VfL-Heimatabende sind legendär. Mit „Kär, Kär, Kär!“ schrieb er das nach der Bibel und „Mein Kampf“ meistverkaufte Buch Osnabrücks. Seit über vierzig Jahren arbeitet er professionell als Kabarettist, Musiker, Journalist und Autor.

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