Start Osnabrück VfL Osnabrück: 6.000 VfL-Fans feiern ein 0:0 gegen Hannover 96

VfL Osnabrück: 6.000 VfL-Fans feiern ein 0:0 gegen Hannover 96

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Vor dem Spiel:

Die Fankurve des VfL war bereits eine Stunde vor dem Anpfiff prächtig gefüllt und hin und wieder beeindruckend laut, skandierte „Auswärtssieg, Auswärtssieg!“ und  bot generell einen imposanten Anblick. Kurz vor Spielbeginn dann in der Kurve der Hannoveraner ein grün-weißes Fahnenmeer zum live dargebotenen 96-Song „Alte Liebe“, ganz nettes Liedchen, muss man aber nicht unbedingt gehört haben. Die VfL-Kurve ganz in Lila-Weiß und mit dem großen VfL-Emblem, dazu die Erinnerung daran, dass es den Verein schon seit 1899 gibt.

Das Stadion wirkt übrigens recht beeindruckend, wenn man die Brücke als Maßstab nimmt. Die weitaus schönere Arena steht natürlich in Osnabrück.
Der VfL trat das letzte Mal am 26. Februar 2001 gegen 96 im Niedersachsenstadion an. Daniel Thioune war als Spieler dabei und Ansgar Brinkmann schoss das letzte VfL-Tor gegen die 96er, denen damals erst in der 90. Minute der Ausgleich zum 1:1 gelang. Auf der Pressekonferenz am Freitag ermutigte Felix Agu die Anwesenden mit einem Blick auf seinen Trainer: „Vielleicht können wir ihm ja zeigen, wie das geht. Wir werden ihn alle unterstützen, dass er seinen ersten Sieg gegen Hannover als Trainer holt.“ „Auf zum ersten Heimsieg“ hielt die Webseite der 96er dagegen. Am Ende langte es dennoch „nur“ zu einem Unentschieden.


Die Spalierkinder wurden von der AOK Niedersachsen zusammen mit der HASEPOST gesucht; Foto: imago/nordphotox/xEwert
Die Spalierkinder wurden von der AOK Niedersachsen zusammen mit der HASEPOST gesucht; Foto: imago/nordphotox/xEwert

Munterer Beginn von beiden Seiten

Mit Ulrich Taffertshofer und Etienne Amenyido fehlten beim VfL zwei wichtige Spieler, bei 96 war Duksch wegen Magen-Darmgrippe vorerst nicht dabei.

Der VfL begann das Spiel recht munter. Schon in der 2. Minute nach einem langen Einwurf von Ajdini ein erster Schussversuch von Wolze, der am Außennetz landete.
Allmählich kam 96 besser ins Spiel und in der 7. Minute konnte Kühn einen scharfen Schuss von Teuchert mit einer tollen Parade zur Ecke lenken. Hannover war zwar in den nächsten Minuten überlegen, brachte aber vorne zunächst nicht viel zustande. Aufregung in der 17. Minute: Nach einer Flanke von Horn bekommt Agu den Ball an die Hand, was allerdings gar nicht zu verhindern war. Und so kam es nicht zu dem von den Hannoveraner Zuschauern lautstark geforderten Elfmeter.
Danach gab es einige gefällige Angriffe der Lila-Weißen, aus denen sogar ein Tor hätte resultieren können. In der 23. Minute die Riesenchance für den VfL: Wolze schickte Friesenbichler, der ließ Franke stehen und zog ab. Er machte zwar nicht viel falsch, aber der Ball kam zu zentral aufs Tor, so dass Zieler parieren konnte.

Hannover drängte auf das 1:0

Hannover drängte nun mehr und kam zu einigen Großchancen. In der 26. Minute zog Teuchert im Strafraum aus spitzem Winkel ab. Kühn konnte den Ball nur ins Feld abprallen lassen. Stendera flankte das Spielgerät in den Strafraum, das Weydandt an den Pfosten setzte, den erneuten  Nachschuss Haraguchis konnte Agu abwehren.
Die Schiedsrichterentscheidungen ließen einige Zweifel an der Neutralität des Pfeifenmannes aufkommen, als er immer wieder gegen den VfL entschied und sogar einen gefährlichen Angriff von Agu nicht abpfiff, als der Youngster böse gefoult wurde.
In der 37. Minute kam bei 96 Muslija für den angeschlagenen Horn ins Spiel.

Halbzeitfazit:

Der VfL erarbeitete sich zwar einige gute Gelegenheiten, die Feldüberlegenheit und das Übergewicht an Chancen der 96er war aber nicht von der Hand zu weisen. Über ein 1:0 der Hannoveraner hätte sich der VfL trotz einer engagierten Leistung in einem stets spannenden Spiel nicht beschweren können.

Völlig abwegige Halbzeitgedanken:

Als ich zum letzten Mal im Niedersachenstadion war, da sah das noch etwas anders aus. Heute ist die Laufbahn verschwunden, die Tribünen sind rundum überdacht und das Stadion wurde 2002 nach Carsten Maschmeyers Abzockerfirma AWD benannt, die Tausende Menschen in den Ruin getrieben hat. Kein Wunder, dass man auch heute noch etliche korrupte Handlanger dieses Herrn im Stadion antrifft. Empfehlenswert dazu das Buch der „Stern“-Redakteure Löer und SchrömGeld Macht Politik„.

In Fankreisen heißt das alte Niedersachsenstadion auch heute noch Niedersachsenstadion, was vor dem Anpfiff mit einem riesigen Banner in der Nordkurve auch optisch bekundet wurde, und das ist auch gut so. Immerhin hat man in Osnabrück schon vor Jahren kapiert, dass traditionelle Bezeichnungen für Fans nicht nur Schall und Rauch sind, sondern einen wesentlichen Bestandteil der Vereinsbindung ausmachen.
96 geriet in den letzten Jahren weniger durch sportliche Leistungen in die Schlagzeilen als vielmehr durch seinen etwas kauzigen Vereinspräsidenten Martin Kind. Die Abwahl Kinds als Vereinspräsident im März dieses Jahres schwingt noch immer nach und die „11 Freunde“ brachten vor ein paar Wochen Klarheit in diese zum Teil höchst kindische Affäre. Doch zurück zum Sport …

Joost van Aken im Duell mit Hendrik Weydandt (Hannover 96); Foto: imago images / Nordphoto
Joost van Aken im Duell mit Hendrik Weydandt (Hannover 96); Foto: imago images / Nordphoto

Beide Mannschaften gingen unverändert in die zweite Halbzeit

Beide Mannschaften begannen die zweite Hälfte unverändert, sieht man von Horns Auswechslung ab, und spielten nun auf ihre jeweiligen Fankurven zu. In  der 48. Minute wurde Felix Agu von Haraguchi abgegrätscht, der dafür die erste gelbe Karte des Spiels erhielt. Die ersten Minuten gehörten zunächst beiden Teams. Der VfL spielte teilweise richtig guten Fußball.
In der 53. Minute Gelb für Gugganig. Als Agu in der 55. Minute zum dritten oder vierten Mal gefoult wurde, blieb der Schiedsrichterpfiff wie üblich aus. 96 war wie schon in der ersten Hälfte zwar leicht überlegen, doch gefiel der VfL immer wieder mit gutem Aufbauspiel und gefälligen Kombinationen. Beide Teams hatten es bis dahin nur verpasst, ein Tor zu erzielen.

In der 64. Minute Riesenchance für Ouahim, den Schuss aus zwölf Metern konnte Zieler zur Ecke klären. Zuvor hatte der Hannoveraner Korb den gelben Karton gesehen. Gleich darauf kam Álvarez für Ouahim ins Spiel und einige Minuten später bei 96 Ducksch für Haraguchi.

Kühn rettet dem VfL in der Schlussphase den Punkt

In der Schlussphase nahm das Spiel noch einmal Fahrt auf. Der VfL agierte zwar vorsichtig, war aber mit Kontern stets gefährlich, wenngleich sich die Abspielfehler häuften. In der 80. Minute dann der dritte Wechsel bei 96: Hansson kam für Weydandt, denn die Hannoveraner wollten mit aller Macht den ersten Heimsieg der Saison.

Zwei Freistöße aus 25 Metern konnten die Hannoveraner nicht nutzen. In der 87. Minute streifte ein Flugkopfball von Anton knapp am linken Pfosten vorbei. Das 1:0 für 96 lag in der Luft, doch dank einer prächtigen Fußabwehr von Philipp Kühn in der 88. Minute blieb der VfL im Spiel, Ducksch hatte Teuchert in den Strafraum geschickt.

Fazit

Ein aufopferungsvoll kämpfender VfL mit einem großartigen Philipp Kühn zwischen den Pfosten konnte einem fast übermächtigen Gegner mit Glück und Geschick einen Punkt abtrotzen, der noch Gold wert sein kann.
Am kommenden Sonntag kommt die SpVgg Fürth an die Brücke. Sollte der VfL gegen Fürth gewinnen, könnte der VfL etwas entspannter in die danach folgenden Heimspiele gehen, zumal mit dem VfB Stuttgart und dem HSV zwei gefühlte „Bundesligisten“ an die Brücke kommen. Dazwischen geht es nach Regensburg und Bochum. So oder so: Der VfL ist auch nach zehn Spieltagen im Soll und steht weiterhin auf dem 13. Platz.


Zuschauer:
37.600, davon knapp 6.000 aus Osnabrück
Tore: Fehlanzeige

VfL: Kühn – Ajdini, Gugganig, van Aken, Wolze (87. Granatowski)- Heyer, Ouahim (64. Álvarez), Agu, Blacha, Heider – Friesenbichler (90. Köhler)
Trainer: Daniel Thioune

Hannover 96: Zieler – Korb, Franke, Elez, Horn (37. Muslija) – Stendera, Anton, Prib – Haraguchi (71. Ducksch), Weydandt (80. Hansson), Teuchert
Trainer: Mirko Slomka

Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach)

Statistik
: Von nun insgesamt 31 Zweitligaspielen gewann der VfL sechs, Hannover 17 und acht Partien endeten  unentschieden.

Kalla Wefelhttps://kallawefel.info/
Kalla Wefel saß mit zwei Jahren zum ersten Mal auf der Trainerbank des VfL, und zwar auf dem Schoß seines Vaters „Doc“ Wefel, der 34 Jahre lang Mannschaftsarzt und Vorstandsmitglied war. Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß, Jupp Heynkes, Gerd Müller, Paul Breitner, Lothar Matthäus, Diego Maradona und Kalla Wefel hatten denselben Fußballtrainer, nämlich Udo Lattek, der einst bei Familie Wefel ein und aus ging. Diese und viele weitere skurrile, heitere und ernste Geschichten und Anekdoten um den VfL lassen sich in seinen Büchern „Mein VAU-EFF-ELL!“ und „111 Gründe, den VfL Osnabrück zu lieben“ nachlesen. Die von ihm 2010 mit viel Aufwand produzierte CD „Wir sind der VfL“ wurde 5.000 mal verkauft und der komplette Erlös (etwa 30.000 €) ging an terre des hommes. Seine VfL-Heimatabende sind legendär. Mit „Kär, Kär, Kär!“ schrieb er das nach der Bibel und „Mein Kampf“ meistverkaufte Buch Osnabrücks. Seit über vierzig Jahren arbeitet er professionell als Kabarettist, Musiker, Journalist und Autor.


 

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