Start Osnabrück VfL: Lieber glücklich gewinnen, als unverdient verlieren

VfL: Lieber glücklich gewinnen, als unverdient verlieren

Der VfL gewinnt nach durchwachsenem Spiel in Sandhausen

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Der VfL holte am Freitagabend nach der unverdienten Heimniederlage gegen den 1. FC Heidenheim die ersten drei Punkte der noch frischen Zweitligasaison durch einen glücklichen Sieg beim SV Sandhausen.
Sandhausen? Ja, das ist da, wo Heidelberg ganze sieben Kilometer nördlich liegt und Waldorf, Sitz des Softwareriesen SAP, nur elf Kilometer südlich.

Nach der Anfangsniederlage hatten viele Fans einen Fehlstart des VfL in die 2. Bundesliga befürchtet, doch die taktisch diszipliniert auftretende und kämpferisch wie immer sehr starke Mannschaft gewann glücklich durch einen leicht abgefälschten Freistoß von Marcos Álvarez, der erst eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt worden war.

Gute Anfangsminuten


Der VfL begann offensiv und hätte bereits in der 4. Minute durch den völlig frei stehenden Girth in Führung gehen können, wenn der harmlose Kopfball nach Flanke von Ouahim nicht am rechten Pfosten vorbeigetrudelt wäre.
Keine zwei Minuten später flankte Schmidt von rechts in den Strafraum, doch Freund und Feind verpassten in Höhe des Torraums den Ball.
Mit nachlassendem Regen gewann Sandhausen immer mehr Spielanteile, konnte die optische Überlegenheit und zahlreichen kleinen und großen Chancen jedoch nicht in Zählbares umwandeln.
Nach einem fatalen Ballverlust in der 18. Minute von Schmidt kurz vor dem Strafraum, vertändelte Zenga die Großchance und Körber hatte keine Probleme, den Ball zu entschärfen.

Sandhausen übernahm das Ruder

Der immer stärker werdende Förster setzte sich auf der rechten Seite durch, die Flanke verwandelte in der 29. Minute Behrens, der Treffer wurde jedoch zurecht wegen Abseitsstellung nicht anerkannt.
Die Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit gehörte den Sandhausenern, die in der 40. Minute eine Riesenchance hatten, als der quirlige Förster nach einem Solo an Körber scheiterte und den Abpraller Zhirov aus dem Hinterhalt knapp am rechten Pfosten vorbeisetzte.

Zweite Halbzeit beginnt ohne Höhepunkte

Nach der Halbzeitpause geschah bis zur 67. Minute nur wenig, sieht man von der Auswechslung des etwas enttäuschenden Girth gegen den „Alpenbomber“ Kevin Friesenbichler in der 55. Minute ab. Zudem wechselte Sandhausen Zauner für Engels und Scheu für Behrens ein, um auf den offensiven Außenpositionen mehr Druck machen zu können
Nach einem Missverständnis zwischen Körber und Susac entstand ein Tohuwabohu im Strafraum, das Sandhausen aber nicht nutzen konnte.
Kurz darauf stockte in der 68. Minute den VfL-Fans erneut der Atem: Behrens passte zu Förster, der den Ball zwar an Körber vorbeischlenzen konnte, aber nur den rechten Pfosten traf.
Als in der 74. Minute Álvarez eingewechselt wurde, kam sofort neuer Schwung in das Spiel des VfL. Zwei Minuten später setzte sich Agu im Strafraum der Sandhausener durch, doch Heider traf mit dem Nachschuss aus 16 Metern nur den flach auf dem Boden liegenden Agu, sonst hätte es 0:1 geheißen.

Ab sofort für den Videobeweis

In der 78. Minute fiel dann der spielentscheidende Treffer. Álvarez wurde kurz vor der Strafraumgrenze stumpf umgerannt. Der Gefoulte ließ sich diese Chance nicht nehmen und zirkelte den leicht abgefälschten Ball über die Mauer. Das Leder krachte von der Latte wenige Millimeter hinter die Torlinie. So kam es zum ersten Videobeweis in einem Spiel, an dem der VfL beteiligt ist. Viele hatten ein Wembley-Tor befürchtet, das eben keines gewesen wäre, doch der Treffer wurde anerkannt.
Der VfL verteidigte diese Führung bis zum Schlusspfiff eher mit Geschick als mit Glück und kann nun tiefentspannt in die Punktspielpause gehen und am übernächsten Sonntag mit viel Freude im Pokal gegen Red Bull Leipzig antreten.

Statistik

Zuschauer: 5025 – davon knapp 500 aus Osnabrück.

Gelb Sandhausen: 

48. Diekmeier 

60. Zenga 

67. Nauber 

70. Förster

Gelb VfL Osnabrück:

91. Blacha

Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach).

Kalla Wefelhttps://kallawefel.info/
Kalla Wefel saß mit zwei Jahren zum ersten Mal auf der Trainerbank des VfL, und zwar auf dem Schoß seines Vaters „Doc“ Wefel, der 34 Jahre lang Mannschaftsarzt und Vorstandsmitglied war. Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß, Jupp Heynkes, Gerd Müller, Paul Breitner, Lothar Matthäus, Diego Maradona und Kalla Wefel hatten denselben Fußballtrainer, nämlich Udo Lattek, der einst bei Familie Wefel ein und aus ging. Diese und viele weitere skurrile, heitere und ernste Geschichten und Anekdoten um den VfL lassen sich in seinen Büchern „Mein VAU-EFF-ELL!“ und „111 Gründe, den VfL Osnabrück zu lieben“ nachlesen. Die von ihm 2010 mit viel Aufwand produzierte CD „Wir sind der VfL“ wurde 5.000 mal verkauft und der komplette Erlös (etwa 30.000 €) ging an terre des hommes. Seine VfL-Heimatabende sind legendär. Mit „Kär, Kär, Kär!“ schrieb er das nach der Bibel und „Mein Kampf“ meistverkaufte Buch Osnabrücks. Seit über vierzig Jahren arbeitet er professionell als Kabarettist, Musiker, Journalist und Autor.


 


 

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