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Startseite AktuellVerkehrsinitiativen fordern Umdenken: Rolle rückwärts beim ÖPNV in Osnabrück?
AktuellOsnabrück

Verkehrsinitiativen fordern Umdenken: Rolle rückwärts beim ÖPNV in Osnabrück?

von Hasepost 14. Januar 2025
von Hasepost 14. Januar 2025
Metrobus in der Hasestraße / Foto: Pohlmann
37

Zehn Verkehrsinitiativen aus der Region Osnabrück haben sich kürzlich zu einem Treffen zusammengefunden, um über die zukünftige Ausrichtung des öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) sowie des Rad- und Fußverkehrs in der Region zu diskutieren. Dabei wurde die Notwendigkeit einer langfristigen und nachhaltigen Mobilitätsplanung betont. Der ADFC Osnabrück hatte zum zweiten Mal Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Initiativen aus Stadt und Landkreis eingeladen, um die Chancen des neuen Straßenverkehrsgesetzes und die zukünftigen Entwicklungen im ÖPNV und SPNV zu erörtern.

Mehr Freiheiten bei Verkehrsgestaltung

Zu den anwesenden Gruppen gehörten unter anderem der Radentscheid Osnabrück, Kettenreaktion, Pro Fahrrad Bersenbrück, Melle for Future sowie die Stadtbahninitiative, der Verein Verkehr für Menschen, die Fahrgastbeiräte vom VOS, die Initiative Haller Willem und der Verein ZuFuß! – insgesamt 21 Vertreter, die die Interessen von Fußgängern, Radfahrern und ÖPNV-Nutzern in der Region vertreten.

Im Zentrum der Diskussion standen die jüngsten Änderungen im Straßenverkehrsgesetz und der StVO-Novelle. Der Vorsitzende des ADFC Osnabrück, Wolfgang Driehaus, erläuterte die Neuerungen, die nun auch den Umweltverbund aus Fuß-, Rad- und Busverkehr in den Fokus rücken. Das Gesetz strebt eine Gleichbehandlung aller Verkehrsträger an, nachdem bisher vor allem der flüssige und sichere Autoverkehr im Mittelpunkt stand. Driehaus betonte, dass die neuen Regelungen den Kommunen mehr Freiheiten bei der Gestaltung des Verkehrs verschaffen. So können nun Busspuren oder breitere Radstreifen aus Gründen des Umwelt- und Klimaschutzes sowie der Gesundheit eingerichtet werden.

Untrennbare Einheit

Die Teilnehmenden des Treffens waren sich einig, dass der Umweltverbund – also Fußverkehr, Radverkehr sowie der ÖPNV und SPNV – als untrennbare Einheit zu betrachten ist. Nur durch eine integrierte Betrachtung dieser Verkehrsarten könne eine echte Mobilitätswende gelingen. „Die Mobilitätswende muss langfristig und über Jahrzehnte gedacht werden, nicht im Takt der politischen Legislaturperioden“, erklärte ein Vertreter der Stadtbahninitiative. Dieser Forderung stimmten alle anwesenden Gruppen zu.

Nachhaltige Mobilität in Osnabrück und Umgebung

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Ausgestaltung des 5. Nahverkehrsplans, der Ende 2025 beschlossen werden soll und ab 2026 in Kraft treten soll. Um die Entwicklungen zu begleiten und zu gestalten, wurden weitere Treffen der Initiativen angekündigt. Dabei zeigte sich die Runde jedoch kritisch gegenüber der Rollen von VOS und PlanOS, insbesondere im Hinblick auf die Fahrgastbeiräte I und II. Es wurde bemängelt, dass diese Gremien von den Fahrgästen – denjenigen, deren Interessen sie vertreten sollen – nicht vertraulich erreicht und kontaktiert werden können. Hier sehen die Initiativen Verbesserungspotenzial und fordern ein mutigeres Vorgehen von VOS und PlanOs.

Die Verkehrsinitiativen machen mit ihren Forderungen deutlich: Um eine zukunftsfähige, nachhaltige Mobilität in Osnabrück und Umgebung zu gewährleisten, ist ein Umdenken nötig. Der Fokus muss auf dem Umweltverbund liegen – eine Umstellung, die nicht nur politischen Willen, sondern auch eine breite, qualifizierte Bürgerbeteiligung erfordert.

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