Hat die Osnabrücker Antifa einer Jungunternehmerin die Existenz geraubt? „Nein“, sagt Melanie Kahr, die ehemalige Wirtin des Parkhaus Rink in der Osnabrücker Wüste – fügt jedoch ein leises „aber“ hinzu. Gemeint sind die Umstände, die zum Bruch mit dem Hauseigentümer und schließlich wegen unbezahlter Rechnungen zur fristlosen Kündigung des Pachtverhältnisses führten.
Nach nicht einmal einem halben Jahr endete damit in der vergangenen Woche das jüngste Kapitel der Traditionskneipe ‚Parkhaus Rink‘ in der Osnabrücker Wüste.
Eine hohe Abschlagzahlung, die durch das Tagesgeschäft nicht bezahlt werden konnte
Der Kardinalfehler, so zeigt sich im Gespräch mit der früheren Wirtin, war ein Handschlaggeschäft: Einem vorherigen Pächter wurde zugesichert, ihm über rund zwei Jahre eine vierstellige Summe monatlich zu zahlen, um damit eine „Ablöse“ für das Lokal zu begleichen. Zusammen mit der laufenden Pacht erwies sich diese Verpflichtung jedoch rasch als nicht tragbar – nicht mit dem, was der Kneipenbetrieb erwirtschaftete.
Ein Umzug in die Parkstraße hätte die finanzielle Belastung verringern können
Wie eine rettende Insel wirkte für Kahr die Aussicht, in die frei werdende Wohnung direkt über der Gastronomie ziehen zu können. Gemeinsam mit Verpächter Lothar Rink reifte der Plan, ihre bisherige teure Mietwohnung aufzugeben und an die Parkstraße umzuziehen. Sogar eine Übernahme der Ablöse durch den Vermieter stand im Raum; Kahr hätte den Betrag dann über die Pacht in deutlich kleineren Raten zurückzahlen können.
Doch dann, schildert die Wirtin gegenüber der HASEPOST, geriet im Sommer alles aus den Fugen. Mit der Heftigkeit, mit der die linke Szene auf einen AfD-Stammtisch im Parkhaus Rink reagierte, habe sie nicht gerechnet. Eine Farbattacke auf die Hausfassade folgte – dann ein großer Protest auf der Parkstraße, obwohl der AfD-Stammtisch bereits abgesagt war. Gleichzeitig, so Kahr, „kippte“ das Verhältnis zum Vermieter, und die Kommunikation drehte sich nur noch um den Stress mit den AfD-Gegnern, die beschmierte Hausfassade und die öffentliche Diskussion. Damit war auch die Hoffnung auf einen baldigen Wohnungswechsel und finanzielle Entlastung dahin.
Hauseigentümer und Wirtin erinnern sich unterschiedlich
Der Eigentümer bestätigt im Gespräch mit der HASEPOST, dass zu Beginn der Pacht tatsächlich über einen Umzug in die Wohnung und über die hohe Belastung durch die Ablöse gesprochen worden sei – ebenso über mögliche finanzielle Auswege. „Zusagen gab es aber keine“, betont der 83-Jährige, der nun einen neuen Pächter für das Traditionslokal sucht und noch auf ausstehende Pachtzahlungen hofft. Die Mieter über der Kneipe hätten es sich ohnehin anders überlegt, so Rink.
Dem widerspricht jedoch die Wirtin. Es habe zwar einen Mieterwechsel gegeben, sie sei aber nicht mehr berücksichtigt worden, nachdem die öffentliche Debatte rund um die AfD eskaliert war. Auch seien bereits Details zur Übernahme der Ablösesumme geklärt gewesen. „Eigentlich ging es nur noch darum, wie die Zahlung in Rechnung gestellt wird. Aber dann kam die Farbattacke“, so Kahr.