Landkreis Osnabrück Verfahren wegen Mord an einer 75-jährigen Frau aus Hasbergen...

Verfahren wegen Mord an einer 75-jährigen Frau aus Hasbergen steht vor dem Abschluss

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Ende des Jahres 2018 wurde eine verstorbene Frau in der Nähe des Augustaschachts in Hasbergen gefunden. Der Fall erregte besonderes Aufsehen, da die 75-Jährige zunächst nicht identifiziert werden konnte. Das Urteil über die Angeklagten steht kurz bevor.

Das Verfahren vor der 6. großen Strafkammer des Landgerichts Osnabrück wegen des Todes einer 75 Jahre alten Frau am Augustaschacht in Hasbergen steht vor dem Abschluss. Die Kammer verhandelt seit Juli 2019 gegen den 44-jährigen Angeklagten B., den 26-jährigen Angeklagten E., den 25-jährigen Angeklagten N. und den 36-jährigen Angeklagten P.

Nach Köln gelockt

Die Anklage der Staatsanwaltschaft Osnabrück geht davon aus, dass das spätere Opfer, eine in Melle wohnende 75 Jahre alte Frau, im Juni 2018 Kontakt zu dem in Köln lebenden Angeklagten B. aufnahm, um von diesem ein gefälschtes Führerscheindokument zu erhalten. Der Angeklagte B. soll jedoch den Plan entwickelt haben, noch mehr Geld von der Frau zu erlangen und dazu sukzessive die anderen Angeklagten hinzugezogen haben. Am 14. Dezember 2018 sollen dann die Angeklagten B. und E. die 75-Jährige in Melle aufgesucht und unter einem Vorwand nach Köln gelockt haben. In Köln sollen alle vier Angeklagten die Frau in einer Wohnung festgehalten haben, um von ihr Zugriff auf ihr vermeintliches Vermögen zu erhalten. Dabei soll die Frau schwer körperlich misshandelt worden sein. Die Erpressungsversuche sollen jedoch erfolglos geblieben sein.

Angeklagte erlangten etwa 3.000 Euro

Am Abend des 14.12.2018 sollen schließlich die Angeklagten B. und E. die 75-Jährige mit dem Pkw zurück in den Raum Osnabrück gebracht haben. Dort sollen sie die Frau am Augustaschacht in Hasbergen getötet haben. Auf dem Rückweg und an den Folgetagen sollen die Angeklagten diverse Male, teils erfolgreich, teils erfolglos, den Versuch unternommen haben, mit Kontokarten des Opfers Geld abzuheben. Dadurch sollen sie insgesamt circa 3.000 Euro erlangt haben.

Lebenslage Freiheitsstrafe für einen der Angeklagten gefordert

Die Angeklagten haben im Prozessverlauf unterschiedliche Angaben zur Sache gemacht. Insbesondere der Angeklagte B. hat eine Beteiligung an der ihm vorgeworfenen Tat bestritten, während die übrigen Angeklagten die Vorwürfe jedenfalls teilweise eingeräumt haben. Die Staatsanwaltschaft hat nach Schluss der Beweisaufnahme die erhobenen Vorwürfe in ihrem Plädoyer als weitgehend belegt angesehen. Dies betrifft sowohl die Misshandlung der Frau mit dem Ziel, an ihr vermeintliches Vermögen zu gelangen, als auch ihre Ermordung, an der jedenfalls B. und E. beteiligt gewesen seien. Die Staatsanwaltschaft fordert daher für B. eine lebenslange Freiheitsstrafe. Für E. sei auf eine Gesamtfreiheitsstrafe von 14 Jahren zu erkennen. Zu seinen Gunsten sei zu berücksichtigen, dass er durch seine geständige Einlassung im Ermittlungsverfahren maßgeblich zur Aufklärung der Tat beigetragen habe. Deshalb sei die generell bei Mord vorgesehene lebenslange Strafe zu mildern. Für die Angeklagten N. und P. fordert die Staatsanwaltschaft wegen Beteiligung an einem erpresserischen Menschenraub zum Nachteil der 75-jährigen Frau Gesamtfreiheitsstrafen von 9 Jahren und 6 Monaten beziehungsweise 5 Jahren und 6 Monaten.
Ein Urteil des Gerichts soll – abhängig von einer Entscheidung über Hilfsbeweisanträge der Verteidigung – voraussichtlich am Mittwoch, dem 3. Juni 2020, im Landgericht verkündet werden.


PM
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