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Vereinnahmt die Grüne Ratsfraktion Osnabrück die neue Straßenambulanz zu politischen Zwecken?

📍Ort des Geschehens: Osnabrück (Gesamtstadt)

Ein neues medizinisches Angebot für wohnungslose Menschen sorgt in Osnabrück für Hoffnung – und gleichzeitig für Ärger. Während die neue Straßenambulanz des SKM und der Bürgerstiftung seit Kurzem im Einsatz ist, entbrennt eine Diskussion über politische Vereinnahmung durch die Grüne Ratsfraktion.

Hilfe direkt auf der Straße

Die Idee hinter der mobilen Ambulanz ist einfach: Ein Team aus ehrenamtlich arbeitenden Ärztinnen und Ärzten behandelt obdachlose und suchtkranke Menschen dort, wo sie sind. Die Initiatoren verweisen darauf, dass rund zwei Drittel der Menschen auf der Straße psychisch oder suchtkrank seien und oft ohne Krankheitseinsicht schwer erreichbar wären. Die mobile Versorgung soll diese Lücke schließen – niedrigschwellig, schnell und direkt vor Ort.

Finanzierung durch Spenden

Für Medikamente wurde ein Spendentopf eingerichtet. Kooperierende Apotheken verzichten auf ihren Verdienst. Zudem sammelt die Bürgerstiftung aktuell 100.000 Euro für einen eigenen Behandlungs-Bulli und übernimmt die laufenden Kosten. 76.000 Euro davon wurden bereits erreicht.

Aufregung um ein Facebook-Posting

Ein Facebook-Posting der Grünen Ratsfraktion Osnabrück sorgte am 22. November für Aufmerksamkeit. Darin berichtete die Fraktion über den Start der Straßenambulanz, hob die Bedeutung des Projekts hervor und verwies auf den Runden Tisch Obdachlosigkeit, den die Grünen ins Leben gerufen hätten. Auch wurde das Engagement der Grünen-Politikerin Anke Jacobsen hervorgehoben.

Fahrzeug für Straßenambulanz, Bürgerstiftung Osnabrück
Fahrzeug der Straßenambulanz. / Foto: Elena Frolova (Getty Images / Canva), Montage: Lapp

Distanzierung der Träger

Die Bürgerstiftung Osnabrück und die Soziale Dienste SKM gGmbH widersprechen jedoch entschieden dem Eindruck, das Projekt habe parteipolitische Ursprünge. In ihrer Stellungnahme heißt es, in sozialen Medien kursierten Beiträge, in denen „ein Ratsfraktion den Eindruck erweckt, Initiatorin oder Trägerin des Projekts zu sein“. Die Organisationen betonen, diese Behauptungen seien falsch.

„Die Straßenambulanz ist eine gemeinsame Initiative der Bürgerstiftung Osnabrück, des Soziale Dienste SKM gGmbH – getragen vom Engagement vieler Osnabrücker Bürgerinnen und Bürger, Ärztinnen und Ärzte sowie Unternehmen“, betont Ulrike Burghardt, Vorsitzende des Vorstands der Bürgerstiftung. „Wir verurteilen jeden Versuch, dieses rein humanitäre Projekt für politische Zwecke zu instrumentalisieren.“

Auch Dr. Cornelia Völckers, die das Projekt maßgeblich initiiert und aufgebaut hat, stellt klar: „Unser Ziel ist und bleibt die medizinische Versorgung von Menschen, die auf der Straße leben – unabhängig von politischer Zugehörigkeit oder parteilichen Interessen.“

Endspurt für das Spendenziel

Trotz der Debatte rückt eines in den Mittelpunkt: Die Straßenambulanz braucht Unterstützung. Die restlichen knapp 24.000 Euro sollen bis Jahresende zusammenkommen. „Wir bitten alle Osnabrückerinnen und Osnabrücker, das Projekt weiter zu unterstützen – mit Spenden oder ehrenamtlichem Engagement. Jeder Beitrag zählt und hilft direkt dort, wo Hilfe dringend gebraucht wird“, so Burghardt.


 
Dominik Lapp
Dominik Lapp
Dominik Lapp ist seit 2023 Redaktionsleiter der HASEPOST. Der ausgebildete Journalist und Verlagskaufmann mit Zusatzqualifikation als Medienberater, Social-Media- und Eventmanager war zuvor unter anderem als freier Reporter für die Osnabrücker Nachrichten, die Neue Osnabrücker Zeitung und das Meller Kreisblatt sowie als Redakteur beim Stadtmagazin The New Insider und als freier Autor für verschiedene Kultur-Fachmagazine tätig. Seine größte Leidenschaft gilt dem Theater, insbesondere dem Musical und der Oper, worüber er auch regelmäßig auf kulturfeder.de berichtet.
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