Osnabrück 🎧Verein "Exil" will Osnabrück zu einem "Ort zum Zuhause-Fühlen"...

Verein „Exil“ will Osnabrück zu einem „Ort zum Zuhause-Fühlen“ für alle Menschen machen

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Mit offenen Armen empfängt Exil seit fast 35 Jahren Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte in Osnabrück. Der neue Vorstand um Karen Vanesa De La Torre Sanchez (vorne, Mitte), Andreas Neuhoff (vorne rechts) und Boubacar Sokona (vorne links) hat viel vor./ Foto: Sara Josef

Aus „Exil – Osnabrücker Zentrum für Flüchtlinge“ wird „Exil“: Die Osnabrücker Anlaufstelle für Geflüchtete und Migrantinnen sowie Migranten hat sich neu aufgestellt.

Die wichtiste Neuerung ist, dass das Wort „Flüchtling“ nicht mehr im Namen auftaucht. Stattdessen heißt der Verein nur noch Exil. „Flüchtling reduziert die Menschen auf ihre Fluchtgeschichte und die Endung „-ling“ wertet die betroffene Person ab“, erklärt Exil-Geschäftsführerin Sara Josef. „In unserem Arbeitsalltag nutzen wir das Wort schon lange nicht mehr, daher war die Streichung aus dem Vereinsnamen logische Konsequenz.“ Die Umbenennung hat die Mitgliederversammlung des Vereins einstimmig beschlossen. Diese wählte im Juli auch einen neuen Vorstand. Die Geschicke des Vereins lenken jetzt Karen Vanesa De La Torre Sanchez, Andreas Neuhoff und Boubacar Sokona. Doch damit nicht genug: Auch der Internetauftritt des Vereins erstrahlt in neuem Glanz und verschafft Menschen, die sich für Angebote und Möglichkeiten des Engagements interessieren, einen besseren Überblick.

Osnabrück soll ein Ort des „Zuhause-Fühlens“ werden

Die Streichung des Wortes „Flüchtling“ hat nicht nur eine sprachliche Dimension, erklärt Sara Josef. Der Verein habe sich auch inhaltlich breiter aufgestellt: „Zu unseren Zielgruppen zählen nicht nur Geflüchtete, sondern alle Menschen mit Migrationsgeschichte und seit vergangenem Jahr auch Menschen, die von Rassismus, Antisemitismus oder rechter Gewalt betroffen sind. Auch das ehrenamtliche Engagement denken und leben wir schon seit vielen Jahren inklusiv“, so Josef weiter. Das Thema Flucht bleibt Kern der Vereinsarbeit: „Menschen mit Fluchtgeschichte sind weiter unsere wichtigste Zielgruppe“, sagt auch die neue Exil-Vorsitzende Karen Vanesa De La Torre Sanchez. „Wir wollen Osnabrück zu einem Ort zum Zuhause-Fühlen machen und gemeinsam alles dafür tun, dass Osnabrück die weltoffene Stadt bleibt, als die auch ich sie kennen- und schätzen gelernt habe.“

Aufstellung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die Absolventin des Studiengangs Management in Nonprofit-Organisationen der Hochschule Osnabrück, die in der Geschäftsführung des Fördervereins der Frauenberatungsstelle arbeitet, hat kolumbianische Wurzeln und lebt seit 2016 in Deutschland. Mit Rechtsanwalt Andreas Neuhoff steht ihr als stellvertretender Vorsitzender ein erfahrener Fachanwalt für Migrationsrecht zur Seite, der bereits seit 1987 ehrenamtlich im Vorstand des Vereins mitarbeitet. Den Posten des Finanzvorstands bekleidet Bildungsberater Boubacar Sokona. Er ist Nachfolger von Marlene Schriever, die in die Geschäftsführung von Exil wechselte und gemeinsam mit Sara Josef die Geschäftsstelle in der Möserstraße leitet. Als Beisitzer wurden der ehemalige Vorsitzende Tim Zumloh, der ehemalige stellvertretende Vorsitzende Badreldeen Babiker, Joyce Wendo, Katharina Opladen, Rike Bever und Klaus Stakemeier gewählt.

Einsatz für Gleichberechtigung

Erstmals in der Vereinsgeschichte besteht der Vorstand aus neun Personen. „So groß waren wir noch nie. Ich freue mich riesig über das große Interesse an der Vorstandsarbeit“, sagt Vorsitzende Karen Vanesa De La Torre Sanchez. Sie selbst habe sich aus Überzeugung für eine Kandidatur entschieden. „Exil ist einfach ein toller Verein, der jede Unterstützung verdient“, sagt sie zu ihren Beweggründen. Und: „Es war mir wichtig, als Frau mit Migrationsgeschichte Verantwortung zu übernehmen. Ich will mich in den kommenden zwei Jahren für die Themen Empowerment und gleichberechtigte Teilhabe einsetzen.“

 

PM
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