Vegane und vegetarische Ernährung steht immer noch häufig in der Kritik. Der Verzicht auf Fleisch soll Mangelerscheinungen von essentiellen Nährstoffen wie Eisen, Protein oder Jod mit sich bringen, was angeblich zu negativen gesundheitlichen Folgen führt. Mittlerweile sehen Ernährungswissenschaftler und Ärzte viele Vorurteile als Mythos an – wer Veganer oder Vegetarier ist, ernährt sich nicht automatisch ungesund. Schließlich ist eine ausgewogene und nährstoffreiche Diät auch ohne tierische Produkte möglich. Große Vorsicht ist jedoch bei werdenden Müttern geboten. Ein Arzt warnt nun sogar davor, dass gerade die vegane Ernährung in der Schwangerschaft Hirnschäden beim Kind verursachen können.

Vitamin B12 Mangel in der Schwangerschaft schadet dem Kind

Zum Jahreskongress der Frauenärzte in Düsseldorf mahnte der Münchner Arzt Professor Stefan Eber vor der veganen Ernährung während der Schwangerschaft, wie die Berliner Morgenpost berichtete. Grund dafür ist der Vitamin B12 Mangel, der durch eine vegane Ernährung ausgelöst wird, da es fast ausschließlich in Fleisch- und Milchprodukten vorkommt. So benötigt ein Kind ab Beginn der Schwangerschaft eine reichhaltige Versorgung mit Vitamin B12. Frauen, die sich streng vegan ernähren, nehmen täglich aber gerade einmal 0,4 Mikrogramm an Vitamin B12 ein. Ein Ungeborenes benötigt allerdings mehr als die zehnfache Menge dieses Vitamins – sonst können mentale und motorische Störungen im Hirn des Babys die Folge sein.

Tipps für eine gesunde Ernährung während der Schwangerschaft



Neben Vitamin B12, das in Lebensmitteln wie Eier, Käse, Rindfleisch oder Fisch in hohen Mengen vorkommt, gibt es auch noch weitere Nährstoffe, auf die man während der Schwangerschaft besonders großen Wert legen sollte:

Folsäure

Der Nährstoff fördert die Zellteilung. Ein Folsäure-Mangel kann hingegen das Wachstum des Babys hemmen. Besonders viel davon findet sich in Spinat oder Eiern. Aber auch Hülsenfrüchte und Tomaten haben einen überdurchschnittlich hohen Folsäure-Gehalt.

Eisen

Während der Schwangerschaft haben Frauen einen besonders hohen Bedarf an Eisen. Mangelt es daran, droht ein deutlich höheres Infektionsrisiko. Lebensmittel wie Fisch oder Brokkoli haben einen überdurchschnittlich hohen Eisen-Anteil. Etwas unkonventioneller, dafür aber sehr reichhaltig an Eisen, sind tatsächlich auch Insektenbratlinge – die es seit kurzem auf die Speisekarte vom Hans im Glück oder in die Angebotspalette vom Rewe geschafft haben.

Jod

Auch ein Jodmangel kann zu Entwicklungsstörungen bei Neugeborenen führen. Erhöhte Jod-Anteile finden sich bei verschiedenen Meeresfischen, vor allem beim Seelachs, Schellfisch und Rotbarsch. Der Jod-Bedarf lässt sich aber auch mit Speisesalz, das mit Jod angereichert wurde, decken.