Ein grundsätzlich positives Stimmungsbild erkennt die IHK bei der Auswertung der Standortumfrage der IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim, an der sich über 320 Unternehmen aus der Stadt schriftlich und in persönlichen Gesprächen beteiligt haben – wenn da nicht die Themen Verkehr und Wohnungsbau wären.

„Osnabrück ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort. 79% der Osnabrücker Unternehmen zeigen sich zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit den Rahmenbedingungen vor Ort“, titelt die IHK in einer Pressemitteilung zu einem Gespräch von IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf mit Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, in dem dieser die Ergebnisse vorgestellt hatte.

„Bei 17 der insgesamt 23 abgefragten Standortfaktoren überwiegt die Zufriedenheit“, erklärte Graf. Besondere Stärken sehen die Unternehmen bei den weichen Standortfaktoren wie den Freizeit- und Kulturangeboten, den Einkaufsmöglichkeiten oder den Hotel- und gastronomischen Angeboten.

Griesert will Unternehmen gute Rahmenbedingungen bieten

„Die IHK-Standortumfrage bestätigt, dass Osnabrück ein guter und wachsender Wirtschaftsstandort ist. Seit Jahren steigen die Beschäftigten- und Einwohnerzahlen kontinuierlich und zahlreiche Unternehmen investieren in den Standort Osnabrück. Dies ist Beleg für unsere Attraktivität. Zugleich wollen wir auch weiterhin den Unternehmen die bestmöglichen Rahmenbedingungen bieten“, sagte Oberbürgermeister Griesert. Hierfür zeige die IHK-Standortumfrage Ansatzpunkte.

Politik enttäuscht bei Verkehrsführung

Als politische Handlungsfelder sieht die IHK diejenigen Indikatoren, deren Bewertung sich seit der letzten Umfrage im Jahr 2013 verschlechtert hat. So habe sich innerhalb dieses Zeitraumes die Zufriedenheit nur bei acht Faktoren verbessert, 15 Faktoren bewerten die Unternehmen dagegen kritischer. Deutlich weniger zufrieden als vor fünf Jahren zeigen sich die Unternehmen etwa mit der Verkehrsführung in der Stadt sowie mit dem Bereich Wohnimmobilien und Grundstücke. Diese Faktoren gehören zugleich zu den Indikatoren, bei denen der Anteil der unzufriedenen Unternehmen insgesamt überwiegt. Darüber hinaus werden auch die Gewerbe- bzw. Grundsteuer, die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte sowie der Zustand der Verkehrswege kritischer als vor fünf Jahren gesehen.

„Das Zusammenspiel dieser Faktoren führt letztlich wohl dazu, dass sich die Wahrnehmung der Wirtschaftsfreundlichkeit von Politik und Verwaltung verschlechtert hat. Insofern verdient das Thema Wirtschaftsfreundlichkeit auch wieder mehr Aufmerksamkeit“, sagte Graf.

Wirtschaftsförderungsgesellschaft WFO wird neu ausgerichtet

Griesert sagte zu, die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes im Blick zu behalten. Dabei würde das im Dezember vom Rat beschlossene Wirtschaftsförderungskonzept Osnabrück.2030 mit der Neuausrichtung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft WFO den Rahmen bieten, um die Weiterentwicklung des Standortes voranzutreiben, so Griesert.

Hintergrund: Im Sommer dieses Jahres hat die IHK rund 9.000 Unternehmen im IHK-Bezirk zu ihrer Standortzufriedenheit befragt. Gut jedes fünfte Unternehmen nahm teil. Für die Befragung bewerteten die Befragten 30 Standortfaktoren im Hinblick auf Wichtigkeit und Zufriedenheit: Darunter die Infrastruktur, die Standortkosten, das Arbeitskräfteangebot, das Wirtschaftsklima oder die Standortattraktivität. Darüber hinaus wurden Interviews mit rund 90 Unternehmern und Führungskräften geführt.