Deutschland & die WeltUmwelthilfe rügt Freigabe von Artenschutzflächen für Ackerbau

Umwelthilfe rügt Freigabe von Artenschutzflächen für Ackerbau

-


Foto: Deutsche Umwelthilfe, über dts

Berlin (dts) – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat die Entscheidung von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) kritisiert, Agrarumweltstandards der Gemeinsamen Agrarpolitik zum Fruchtwechsel und zu Brachflächen ab 2023 auszusetzen. „Eben weil wir die Ernährung von Menschen sichern müssen, dürfen nicht die viel zu wenigen und ertragsschwachen Artenschutzflächen weichen, während wir gleichzeitig immer noch 3,4 Millionen Tonnen Getreide und Ölsaaten jedes Jahr in den Tank werfen und 60 Prozent des Getreides in Deutschland für Futtermittel verwenden“, sagte DUH-Geschäftsführer Sascha Müller-Kraenner.

„Das ist Irrsinn.“ Damit verstoße die Bundesregierung klar gegen den Geist ihres Koalitionsvertrages, in dem genau Gegenteiliges versprochen wurde. „Und sie nimmt mutwillig in Kauf, dass für viele Arten wie etwa für stark bedrohte Feldvögel überlebenswichtige Rückzugsflächen in der intensiv genutzten Agrarlandschaft fehlen. Wir fordern Landwirtschaftsminister Özdemir auf, jetzt tatsächlich etwas für die Ernährungssicherung zu tun und die Agrospritförderung sofort zu stoppen und mit Hilfe der Fleischabgabe zügig auf eine Reduktion der Tierbestände hinzuwirken.“

DUH-Agrar-Expertin Reinhild Benning kritisierte: „Das Bundeslandwirtschaftsministerium will, dass auf den freizugebenden Artenschutzflächen nur Lebensmittel angebaut werden sollen. Wie aber will das in Berlin ansässige Bundeslandwirtschaftsministerium überprüfen, ob nicht doch dort angebaute Pflanzen in den Tank oder in den Tiertrog wandern?“ Das sei kaum zu kontrollieren. „Außerdem sind die Flächen zwar artenreich, aber meist sehr arm an Ernteerträgen. Von der Entscheidung profitieren daher wohl kaum die Hungernden, sondern die Pestizidhersteller, für deren Produkte die Anwendungsfläche vergrößert wird“, so Benning.

dts Nachrichtenagentur
dts Nachrichtenagentur
Ein Artikel der Nachrichtenagentur dts.
 

aktuell in Osnabrück

Landschaftsverband fördert Digitalisierung kleiner Kultureinrichtungen in der Region mit 75.000 Euro

Digitalisierung kleiner Kultureinrichtungen im Fokus: LVO will zeitgemäßes Kulturangebot unterstützen. Der Landschaftsverband Osnabrücker Land e. V. (LVO) vergibt Zuschüsse...

Am Freitag wird in Osnabrück gegen sexualisierte Gewalt demonstriert

(Symbolbild) Demonstration / Foto: Stock Adobe / Halfpoint Das neugegründete Bündnis gegen sexualisierte Gewalt Osnabrück ruft am Freitag (12. August)...

 

Diese Artikel gefallen Ihnen sicher auch ...Lesenswert!
Empfohlen von der Redaktion

Hasepost Zeitung für Osnabrück

Kostenfrei
Ansehen