# Umweltgifte erhöhen Risiko für Demenz und Parkinson deutlich Datum: 28.06.2025 12:34 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://www.hasepost.de/umweltgifte-erhoehen-risiko-fuer-demenz-und-parkinson-deutlich-609318/ --- Mediziner warnen vor einer bislang unterschätzten Umweltgefahr: Sogar geringe Mengen an Schadstoffen können laut aktuellen Studien zu schleichendem Zellverlust im Gehirn führen. Die Folgen reichen von Gedächtnisverlust bis hin zu Bewegungsstörungen. Fachleute sehen neben genetischen und lebensstilbedingten Faktoren auch Umweltgifte als bedeutenden Auslöser neurodegenerativer Erkrankungen. Neue Forschungsergebnisse unterstreichen dabei die Dringlichkeit präventiver Maßnahmen. ## Zusammenhang zwischen Schadstoffen und Gehirnerkrankungen Schon scheinbar geringe Schadstoffmengen können laut neueren Studien zu einem schleichenden Verlust von Zellen im Gehirn führen. Die betroffenen Menschen verlieren das Gedächtnis oder können sich nicht mehr richtig bewegen. Lebensstil und Gene hätten zwar auch einen großen Einfluss auf die Gehirngesundheit, sagte Eva Schäffer von der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. „Es wird jedoch immer deutlicher, dass auch Umweltgifte eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von neurodegenerativen Erkrankungen spielen können“, erklärte Schäffer laut „Der Spiegel“. ### Pestizide und Mikroplastik als Risikofaktoren Pestizide von Golfplätzen sind laut US-Forschern mit einer erhöhten Rate von Parkinson verknüpft, also jenem Leiden, bei dem bestimmte für die Motorik zuständige Nervenzellen zugrunde gehen. Küstenbewohner klagten einer weiteren US-Untersuchung zufolge gehäuft über Probleme mit der Geisteskraft. Demnach spielt das aus dem Meer stammende Mikroplastik womöglich eine Rolle. ### Frühe Schäden bereits im Kindesalter Schadstoffe ruinierten das Gehirn schon im Kindesalter, sagte die aus Mexiko stammende Toxikologin Lilian Calderón-Garciduenas von der University of Montana in Missoula. Sie hat viele Studien in der Metropole Mexiko-Stadt durchgeführt und alarmierende Hinweise gefunden: Belastung mit kleinsten Staubpartikeln führt bereits bei Kindern und Jugendlichen zu Merkmalen im Gehirn, die typisch für Parkinson oder Alzheimer sind. „Die Grundannahme, das Alter sei der Hauptfaktor für Neurodegeneration, lässt sich nicht mehr aufrechterhalten“, so Calderón-Garciduenas in einem aktuellen Fachartikel. „Die Veränderungen beginnen früh im Kindesalter und sind irreversibel.“ Die schädlichen Effekte erklären sich auch damit, dass kleinste Partikel und fettlösliche Schadstoffe leichter als gedacht über die Blut-Hirn-Schranke und entlang von Nervenbahnen in das Gehirn gelangen können. ### Empfehlungen der Fachleute Mehr als 90 Prozent der Menschen leben laut Schätzungen weltweit in einer Gegend, in der die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Richtwerte für Luftschadstoffe überschritten werden. Angesichts solcher Gefahren empfiehlt die Kieler Neurologin Schäffer im „Spiegel“, Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich zu waschen. Überdies rät die Expertin zu einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger Bewegung. Ein gesunder Lebensstil mache das Gehirn insgesamt wehrhafter, auch gegen die Schadstoffe aus der Umwelt. Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, 28. Juni 2025 12:34. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück