Deutschland & die Welt Umfrage: Mehrheit der Deutschen würde eine Macron-Partei wählen

Umfrage: Mehrheit der Deutschen würde eine Macron-Partei wählen

-


Foto: Wähler in einem Wahllokal, über dts

Berlin (dts) – In Deutschland könnte eine politische Bewegung nach dem Vorbild des französischen Präsidenten Emmanuel Macron ebenfalls mit einem großen Erfolg rechnen. Das geht aus dem sogenannten “Trendbarometer” hervor, welches vom Meinungsforschungsinstitut Forsa für RTL und n-tv ermittelt wird. Demnach könnten 57 Prozent der wahlberechtigten Bundesbürger sich vorstellen, “bei der nächsten Bundestagswahl eine Sammlungspartei der Mitte wie die von Macron in Frankreich zu wählen”.

Damit übersteigt das Wählerpotential einer politischen Bewegung à la Macron bei Weitem das Potential, welches früher für “Protestparteien” wie eine “Haider”- oder “Sarrazin-Partei” (je 16 Prozent) ermittelt wurde. Es ist zudem deutlich größer als das aktuelle Potential der Wähler am rechten Rand. Zuspruch erhielte eine “Macron-Partei” auch in Deutschland vor allem von denen, die sich der politischen und gesellschaftlichen Mitte zugehörig fühlen, aber ihre Interessen bei den herkömmlichen Parteien nicht mehr in ausreichendem Maße vertreten sehen und nicht für radikales linkes oder rechtes Gedankengut anfällig sind. Lediglich in den unteren sozialen Schichten überwiegt, mit 48 gegenüber 40 Prozent, der Anteil der Bundesbürger, die sich nicht vorstellen können, eine “Macron-Partei” zu wählen. Die Bereitschaft, einer “Macron-Partei” die Stimme zu geben, ist bei ehemaligen Wählern der SPD (70 Prozent) oder der Union (68 Prozent) besonders groß. Diese “vergessene Mitte” im Wählerspektrum “wird durch die in beiden Parteien erhobenen Forderungen nach einem stärkeren Links- beziehungsweise Rechtskurs verschreckt”, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner der Mediengruppe RTL. “Gäbe es für die große Mehrheit der Mitte in Deutschland eine politische Alternative wie vor einem Jahr in Frankreich, geriete somit auch das gesamte derzeitige Parteienspektrum in Deutschland in Gefahr.” Macron hatte im April 2016 eine eigene politische Sammlungspartei der Mitte (“En Marche”) gegründet und wurde am 7. Mai 2017 zum neuen französischen Präsidenten gewählt. Zwei Monate später errang seine Partei, inzwischen “La République en Marche”, die absolute Mehrheit der Sitze. Bei der Sonntagsfrage von Forsa gibt es kaum Veränderungen gegenüber der Vorwoche. Die Union verbessert sich um einen Prozentpunkt, die Grünen verlieren einen Prozentpunkt. Bei allen anderen Parteien verändert sich nichts. Die Ergebnisse im Einzelnen: CDU/CSU 34 Prozent (Bundestagswahl 32,9 Prozent), SPD 18 Prozent (20,5 Prozent), FDP acht Prozent (10,7 Prozent), Grüne zwölf Prozent (8,9Prozent), Linke zehn Prozent (9,2 Prozent), AfD 13 Prozent (12,6 Prozent). Fünf Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2 Prozent). 25 Prozent sind unentschlossen oder würden nicht wählen (Nichtwähler: 23,8 Prozent).


dts Nachrichtenagentur
Ein Artikel der Nachrichtenagentur dts.

aktuell in Osnabrück

Gericht kippt die Sperrstunde in Osnabrück – die Sperrstunde bleibt trotzdem – mit Kommentar

Es ist eine eigenartige Situation: Ein Gastwirt aus Osnabrück, der sich offenbar in seiner grundgesetzlich geschützten Gewerbefreiheit gehindert sah,...

Jerusalema – Tanzen für Osnabrücker Altenheime [mit Video]

Kerstin Albrecht (Mitte) tanzt mit etwa 30 Freiwilligen für Osnabrücker Senioren. Viele alte Menschen leiden an Einsamkeit, durch die...

Kühnert: Coronakrise darf kein Generationenkonflikt werden

Foto: Alte und junge Frau sitzen am Strand, über dts Berlin (dts) - SPD-Vize Kevin Kühnert mahnt, die Coronakrise...

Süssmuth will Bundesverfassungsgerichts-Entscheid zu Paritätsgesetz

Foto: Bundesverfassungsgericht, über dts Berlin (dts) - Nach dem Scheitern des Brandenburger und des Thüringer Paritätsgesetzes vor den Landesverfassungsgerichten...

 

Diese Artikel gefallen Ihnen sicher auch ...Lesenswert!
Empfohlen von der Redaktion

Hasepost

Kostenfrei
Ansehen