Osnabrück Um mehr Menschen mit Migrationshintergrund in die Kommunalpolitik einzubinden:...

Um mehr Menschen mit Migrationshintergrund in die Kommunalpolitik einzubinden: Osnabrück ruft Mentoring-Projekt ins Leben

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Sie alle eint das Ziel, Hemmschwellen abzubauen und Menschen mit Migrationshintergrund den Weg in die Kommunalpolitik zu ebnen: (von links) Helen Nintemann, Maren Wilmes und Vëllaznim Haziri vom Migrationsbeirat sowie die Ratsvorsitzende Rita Feldkamp, Sozialvorstand Katharina Pötter und Ralf Sabelhaus vom städtischen Fachdienst Integration.

Obwohl in Osnabrück rund 30 Prozent der Menschen einen Migrationshintergrund haben, ist keiner von ihnen Mitglied im Rat der Stadt. Um Menschen mit Migrationshintergrund den Zugang zur Kommunalpolitik zu erleichtern, haben der Fachdienst Integration der Stadt, der Migrationsbeirat und die im Rat der Stadt vertretenen Fraktionen das Mentoring-Projekt DEMOKRATIE. MACHT. INTEGRATION ins Leben gerufen.

Die Idee hinter dem Projekt: Ein Mitglied des Stadtrates wird zum Mentor oder zur Mentorin eines Menschen mit Migrationshintergrund, beim Politik-Mentoring Mentee genannt. So werden Duos gebildet, bei denen der Kommunalpolitiker sein Fachwissen und seine Erfahrungen an seinen Mentee weitergibt. Der Mentee begleitet seinen Mentor im politischen Alltagsgeschäft, erhält Einblicke in die konkrete Gremienarbeit der Fachausschüsse und des Stadtrates und führt Gespräche über den Politikalltag sowie Wünsche und Ziele.

Politik offen für Kommunalpolitiker mit Migrationshintergrund

„In Gesprächen mit den Fraktionen haben wir festgestellt, dass die Türen von Seiten der Politik offen dafür sind, dass sich mehr Menschen mit Migrationshintergrund in der Kommunalpolitik engagieren“, sagt Sozialvorstand Katharina Pötter. Sie ist überzeugt davon, dass daran auch die Menschen mit Migrationshintergrund interessiert sind. „Allerdings gibt es eine Hemmschwelle. Mit dem Mentoring-Projekt möchten wir diese abbauen.“ Den Anstoß für das Projekt hat der Migrationsbeirat gegeben. „Wir haben mit den Fraktionen gesprochen, um herauszufinden, warum derzeit keine Menschen mit Migrationshintergrund Mitglieder des Rates sind“, sagt der Vorsitzende Vëllaznim Haziri. Dabei hat der Beirat herausgefunden, dass die Fraktionen sich über mehr Partizipation von Menschen mit Migrationshintergrund freuen würden. „Schließlich sind Menschen mit Migrationshintergrund in Osnabrück aktiv und erfolgreich in Sport oder Wirtschaft, warum nicht auch in der Politik?“

Kandidatur bei Kommunalwahl 2021 möglich

Bei Interesse und entsprechender Eignung erhält der oder die Mentee Unterstützung für eine Kandidatur bei der Kommunalwahl 2021. Neben diesem individuellen Mentoring kann auch ein Gruppen-Mentoring verabredet werden. Dabei betreut ein Mentor eine Gruppe von Mentees. Darüber hinaus können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Veranstaltungen und Fachvorträge zu Themen rund um die Osnabrücker Kommunalpolitik besuchen.

Nutzen für beide Seiten

Auch die Mentorinnen und Mentoren profitieren von dem Projekt. Sie erhalten Ideen und Impulse von ihren Mentees, die sie zudem für ihre Partei gewinnen können. Darüber hinaus bekommen sie die Chance, ihr eigenes Arbeiten zu reflektieren, soziale, kommunikative sowie interkulturelle Kompetenzen zu trainieren und im Netzwerk neue Kooperationsmöglichkeiten zu gewinnen. Rita Feldkamp, die Vorsitzende des Osnabrücker Stadtrates, ist überzeugt davon, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer von dem Projekt profitieren werden. „Die Ratsmitglieder sind gut auf ein solches Mentoring-Projekt vorbereitet. Von unserer Seite gibt es keine Hemmschwelle und wir werden versuchen, sie auch für die Menschen mit Migrationshintergrund ganz niedrig zu machen.“

Bewerbungen auch ohne Migrationshintergrund möglich

Bewerben können sich die Menschen mit Migrationshintergrund hier. Auch Bewerbungen von Menschen ohne Migrationshintergrund sind möglich. Dasselbe gilt für Bewerbungen von Menschen, die nicht EU-Bürger sind und somit nicht an Kommunalwahlen teilnehmen dürfen. „Die Teilnahmemöglichkeiten an dem Projekt haben wir bewusst offengehalten. Schließlich muss die Teilnahme nicht unbedingt zu einer Kandidatur für den Rat führen. Es gibt weitaus mehr Wege der Partizipation in unserer Stadt“, erklärt Pötter. Die Verwaltung betreut das Bewerbungsverfahren, der Mentor oder die Mentorin können der Wahl der Verwaltung anschließend zustimmen oder sie ablehnen.


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