Landkreis Osnabrück Über Jahreswechsel mehr Arbeitslose in Osnabrück

Über Jahreswechsel mehr Arbeitslose in Osnabrück

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Die Arbeitslosenzahlen in Osnabrück sind leicht angestiegen. Laut der Agentur für Arbeit ist das für diese Jahreszeit typisch. Sorge bereitet jedoch die Zahl der Langzeitarbeitslosen. 

Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk wuchs im Januar 2021 um 655 auf jetzt 14.717. Im Vorjahresvergleich waren 1.916 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Dezember um 0,2 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent, gegenüber dem Vorjahreswert gab es einen Anstieg um 0,6 Prozentpunkte.

Kaum coronabedingte Entlassungstendenzen

„In den letzten Wochen registrieren wir vermehrt Arbeitslosmeldungen. Allerdings ist dieses Wachstum über den Jahreswechsel absolut saisontypisch, auch in dieser Größenordnung“, kommentiert Christiane Fern, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Osnabrück. „Es gibt wieder verstärkt Anzeigen für Kurzarbeit, die weiter spürbar dazu beiträgt, Arbeitsplätze zu erhalten. Deshalb sehen wir bislang kaum coronabedingte Entlassungstendenzen.“ Der Expertin zufolge entwickele sich der Zugang aus Erwerbstätigkeit derzeit sogar günstiger als im Vorjahr. So meldeten sich zwar mit 1.510 zuvor Erwerbstätigen 47,9 Prozent mehr arbeitslos als im Dezember, aber 200 weniger als über den noch coronafreien Jahreswechsel 2019/2020. Den umgekehrten Weg – aus der Arbeitslosigkeit in Arbeit – schafften auch immerhin 1,4 Prozent Männer und Frauen mehr als vor einem Jahr. Fern: „Der Arbeitsmarkt ist immer noch sehr stabil.“

Über den Jahreswechsel nahm die Arbeitslosenzahl eine saisontypische Entwicklung nach oben. / Foto: Agentur für Arbeit Osnabrück

30 Prozent mehr Langzeitarbeitslose

Weniger erfreulich sei hingegen die Situation der Langzeitarbeitslosen. Innerhalb eines Jahres nahm deren Zahl in der Region um über 30 Prozent bzw. 1.246 Personen zu. Alleine bei der Arbeitsagentur wurden es mit 1.024 Langzeitarbeitslosen in diesem Zeitraum 501 Menschen bzw. 95,8 Prozent mehr. „Nach Corona werden die Unternehmen wieder nach Fachkräften suchen. Wer entsprechend qualifiziert ist, hat gute Chancen, schnell eine Stelle zu finden. Unser Fokus muss sich jetzt auf diejenigen richten, denen es noch an den entsprechenden Qualifikationen mangelt, vor allem Ungelernte oder auch Ausländer und Geflüchtete mit ungenügenden Deutschkenntnissen. Deswegen müssen wird das Jahr und auch die Phasen der Kurzarbeit nutzen, um diese Menschen bedarfsorientiert weiterzubilden.“

Kurzarbeit

Seit April 2020 zeigten bis zum 25. Januar 2021 insgesamt 8.109 Betriebe für 108.264 Mitarbeiter konjunkturelle Kurzarbeit an. Alleine auf den Januar bezogen gab es Anzeigen von 604 Unternehmen für bis zu 5.801 Personen. Zum Vergleich: Von April 2019 bis Januar 2020 waren es zusammen 113 Betriebe. Im Juli 2020 waren 20.092 Personen in insgesamt 2.063 Betrieben auch tatsächlich in Kurzarbeit. Gemäß einer aktuellen Hochrechnung hatten im August 2020 1.710 Betriebe für insgesamt 14.505 Mitarbeiter Kurzarbeit realisiert.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung, die neben Arbeitslosen auch Personen erfasst, die Arbeit suchen, jedoch zum Beispiel derzeit an (Qualifizierungs-)Maßnahmen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, umfasste im Januar 19.118 Personen – 400 mehr als im Vormonat (plus 2,1 Prozent) und 1.141 mehr als vor einem Jahr (plus 6,3 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote lag mit 6,2 Prozent um 0,3 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert gleichauf und um 0,1 Prozentpunkte höher als im Dezember 2020.

Jugendarbeitslosigkeit

Im Januar waren im Agenturbezirk 1.309 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, somit 59 Personen bzw. 4,7 Prozent mehr als im Dezember und 133 mehr als im Januar 2020 (plus 11,3 Prozent). Die Jugendarbeitslosenquote (bis unter 25 Jahre) betrug 3,6 Prozent und lag somit um 0,4 Prozentpunkte über dem Niveau des letztjährigen Januars.

Ausländer/Flucht

Die Gruppe arbeitslos gemeldeter Ausländer wuchs im Vorjahresvergleich um 697 auf 4.079 Personen (plus 20,6 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat gab es einen Anstieg um 206 Personen (plus 5,3 Prozent). Hierzu gehören sowohl Menschen, die schon länger im Agenturbezirk leben, als auch neu hinzugekommene Flüchtlinge. 1.197 Flüchtlinge, die als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind und sich im Agenturbezirk um Arbeit oder Ausbildung bemühen[2], waren im Januar 2021 bei Agenturen und Jobcentern arbeitslos gemeldet. Weitere 1.024 befanden sich in Integrationskursen, Qualifizierungsmaßnahmen oder waren erwerbstätig und gleichzeitig arbeitsuchend gemeldet.

Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, für den die Arbeitsagentur verantwortlich zeichnet, wuchs der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen gegenüber dem Dezember um 496 auf jetzt 7.034 Personen. Im Vorjahresvergleich waren es 1.215 Menschen mehr. In der Grundsicherung – verantwortlich hierfür sind das Jobcenter der Stadt Osnabrück sowie das Jobcenter „MaßArbeit“ des Landkreises – umfasste die Arbeitslosenzahl 7.683 Personen, 159 mehr als im Vormonat und 701 mehr als im Januar 2020.

Bewegung am Arbeitsmarkt

Die Fluktuation am Arbeitsmarkt lässt sich an den Zahlen zu Arbeitslos(ab)meldungen verdeutlichen. Im Januar nahmen Agentur und die Jobcenter in Stadt und Landkreis 3.026 Arbeitslosmeldungen auf (348 weniger als im Vorjahreszeitraum) und registrierten 2.352 Abmeldungen (284 weniger als im Januar 2020). Es meldeten sich 1.510 zuvor erwerbstätige Menschen arbeitslos, 200 weniger als vor einem Jahr. Durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit konnten in diesem Monat 876 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, zwölf mehr als im Vorjahr (plus 1,4 Prozent).

Stadt und Landkreis Osnabrück

In der Stadt Osnabrück wurden 7.211 arbeitslose Menschen gezählt, 775 mehr als vor einem Jahr – aktuell eine Arbeitslosenquote von 7,5 Prozent (Januar 2020: 6,8 Prozent). 2.552 Personen waren bei der Arbeitsagentur in der Stadt Osnabrück arbeitslos gemeldet, ein Zuwachs um 465 Menschen gegenüber dem Vorjahr (plus 22,3 Prozent) und um 200 gegenüber dem Dezember (plus 8,5 Prozent). Beim Jobcenter Osnabrück waren 4.659 Personen als arbeitslos registriert – ein Plus von 310 Menschen im Vergleich zum Januar 2020 (plus 7,1 Prozent). Im Landkreis lag die Arbeitslosenquote mit 3,6 Prozent um 0,1 Prozentpunkte über dem Vormonatswert und um 0,5 Prozentpunkte über dem des Vorjahresmonats. So waren 7.506 Menschen ohne Arbeit und damit insgesamt 1.141 mehr als im Januar 2020. 4.482 Arbeitslose (750 mehr als im Januar des Vorjahres und 296 mehr als im Dezember) zählte die Arbeitsagentur, hinzu kamen 3.024 Personen beim Jobcenter des Landkreises („MaßArbeit“) – ein Zuwachs um 391 Personen gegenüber dem Vorjahresmonat.



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