Es wird angenommen, dass sich Osnabrück nach 780 um den von Karl dem Großen gegründeten Bischofssitz entwickelt hat. Eine Stadt mit solch weitreichenden Wurzeln bietet ihren Anwohnern und Gästen zahlreiche Momente, in denen sie kleine Zeitreisen in die Vergangenheit machen können. Die Straßen und Gassen aus Pflastersteinen, die Museen oder die regelmäßigen Events bieten ein nostalgisches Flair, das Osnabrück einzigartig macht.

Tradition und Nostalgie in Events

Viele der Events in Osnabrück haben eine lange Tradition, die von den Ansässigen regelmäßig kultiviert und gefeiert werden. Ein Fest, das in Osnabrück kräftig gefeiert wird, ist der Ossensamstag, der nicht nur beliebt bei den Ortsansässigen ist, sondern auch zahlreiche Besucher aus der Umgebung anlockt. Der Karnevalsumzug findet seit 1976 regelmäßig statt, hat aber wie alle Karneval- oder Fasching-Events allgemein eine lange Tradition in der deutschen Geschichte. Auch im Mittelalter wurde die Fastnacht mit Festessen und Umzügen gefeiert. Tatsächlich stammen diese Gebräuche häufig aus vorchristlicher Zeit, um den Winter zu verjagen und den Frühling willkommen zu heißen.

Eine weitere Veranstaltung ist der Handgiftentag, der jährlich im Januar stattfindet und dessen Tradition bis zum 14. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann. Früher wurden an dem Tag die Ratswahlen der Stadt abgehalten. Heute finden zwar keine Wahlen statt, aber dafür thematisiert der Oberbürgermeister immer noch die zukünftigen Ziele der Stadt, die dann per Handschlag von den Beteiligten bekräftigt werden.

Nicht ganz so weit in die Vergangenheit geht man bei anderen Events, bei denen die Liebe zum Spielen erneut verdeutlicht wird. So werden regelmäßige Retro-Gaming-Abende in der Stadtbibliothek veranstaltet, in der die Spielkonsolen verschiedener Generationen und die Klassiker unter den Spielen ausprobiert werden können. Dabei eröffnet die Veranstaltung wieder eine Tür für die Kultspiele wie Tetris und Super Mario, die in den 80er Jahren der Spielwelt bahnbrechend waren. Das große Interesse an der Veranstaltung zeigt, dass der Spaßfaktor im Retro-Gaming nicht abhandengekommen ist.

Gameboy
Gameboy, Pxhere; CC0 Public Domain

Diese sind nicht die einzigen Events von Osnabrück. Zahlreiche andere Volksfeste, Filmfestival oder Konzerte werden organisiert. Der gemeinsame Nenner von fast allen Veranstaltungen ist jedoch, dass sie entweder eine lange Tradition in der Geschichte der Stadt haben oder auf dem Weg sind wahren Kultfaktor zu erlangen.

Durch die Straßen von Osnabrück

Wer durch die Innenstadt von Osnabrück schlendert, wird von zahlreichen imposanten Wohnhäusern, alten Kirchen und vielen anderen Bauten aus vergangenen Zeiten beeindruckt sein. Interessant ist, dass die Innenstadt in zwei Bereichen aufgeteilt werden kann. Auf der einen Seite befindet sich die mittelalterliche Altstadt, die um diese drei imposanten Sakralbauten entstanden ist: Den Dom St. Peter und die Kirchen St. Marien und St. Katharinen. Auf der anderen Seite bildet die Kirche St. Johann den Mittelpunkt der alten Neustadt. Beide Teile wurden 1306 vereinigt. Alle vier Sakralbauten sind mittelalterliche Kirchen, die bis heute erhalten geblieben sind und auf die Entstehungsgeschichte der Stadt hinweis

Das imposante Rathaus von Osnabrück gilt als das Wahrzeichen der niedersächsischen Stadt, das seit seiner Eröffnung im frühen 16. Jahrhundert für den gleichen Zweck genutzt wird. Viele werden diesen Ort aus den Geschichtsbüchern kennen, da hier der Westfälische Friede unterzeichnet wurde, welcher einen wichtigen Meilenstein der europäischen Geschichte darstellt. Obwohl das denkmalgeschützte Gebäude im Laufe der Jahre Alterserscheinungen vorgewiesen hat, wurde es kontinuierlich geschützt und gepflegt. Erst vor kurzem wurden die Sanierungsarbeiten an der Fassade des Rathauses abgeschlossen.

Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück
Das Kulturgeschichtliche Museum am Heger-Tor-Wall (Archiv HASEPOST)

Neben den Kirchen und dem Rathaus, zieren einige Bauten im Klassizismus und Jugendstil die Straßen von Osnabrück. Weiterhin gibt es zahlreiche kleinere Denkmäler von verschiedenen Künstlern, die nicht zulassen, dass man die Vergangenheit vergisst. Wer tatsächlich in Details interessiert ist, wird an jedem Bauwerk und Denkmal eine kleine Geschichte entdecken.

Museen von Osnabrück

Besonders deutlich wird die Wertschätzung der Stadt für Geschichte und Kultur im Museumsquartier Osnabrück. Die Besucher werden auf den ersten Blick architektonisch mit der Vergangenheit und der Gegenwart konfrontiert. Die Villa Schlikker sowie das Gebäude des Kulturgeschichtlichen Museums wurden im späten 19. Jahrhundert errichtet, während das Felix-Nussbaum-Haus und dessen Erweiterung die gegenwärtige Zeit repräsentieren. Trotz unterschiedlichen Baujahren bilden alle Gebäude einen harmonischen Komplex.

Doch die überraschende Architektur ist nicht das einzige, was hier zu sehen ist. Besucher können etwa 200 Werke des Malers Felix Nussbaum besichtigen, den Alltag der Anwohner in Osnabrück im 20. Jahrhundert nachverfolgen oder stadtgeschichtliche sowie kunst- und kulturgeschichtliche Sammlungen detailliert ansehen, um mehr Verständnis für die Wurzeln der Stadt zu entwickeln. Auch hier kann man deutlich sehen, dass die Stadt die Vergangenheit kultivieren und pflegen.

Osnabrück feiert die Nostalgie. Ob in altertümlichen Bauten, traditionsreichen Festen oder Museen – die Vergangenheit ist hier präsenter denn je!