# TK-Chef warnt vor steigenden Krankenkassenbeiträgen ohne Reformen Datum: 01.04.2025 06:48 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://www.hasepost.de/tk-chef-warnt-vor-steigenden-krankenkassenbeitraegen-ohne-reformen-583407/ --- Der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse (TK), Jens Baas, warnt vor einem Anstieg der Beiträge bei den gesetzlichen Krankenkassen. Ohne umfassende Reformen drohe das Gesundheitssystem zu einem „Fass ohne Boden“ zu werden, betonte Baas in einem Interview mit der Funke-Mediengruppe. Die Ausgaben lägen 65 Milliarden Euro über den Einnahmen, was zu kontinuierlichen Beitragserhöhungen führe. ## Steigende Medikamentenpreise als Kostentreiber Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse, führt die exorbitanten Medikamentenpreise als einen der Hauptfaktoren für die finanziellen Herausforderungen im Gesundheitssystem an. „Allein 2024 stiegen die Ausgaben hier um zehn Prozent“, sagte Baas und fügte hinzu, dass die Kosten für Medikamente mittlerweile die der ärztlichen Versorgung überstiegen hätten. Besonders die hohen Preise für Originalpräparate und Gentherapien seien verantwortlich für die steigenden Ausgaben. In Deutschland seien die Preise weltweit am höchsten. „Wir bekommen für Generika derzeit bis zu 95 Prozent Rabatt – und die Konzerne machen immer noch Gewinn“, betonte Baas. ### Forderung nach Reformen und fairen Preisverhandlungen Baas spricht sich für grundlegende Reformen aus, um die Krankenkassenbeiträge langfristig zu senken. Er plädiert für eine faire Verhandlungsposition der Krankenkassen gegenüber der Pharmaindustrie. „Es muss endlich eine vernünftige Preisfindung geben“, fordert Baas, der eine faire Bezahlung für die Unternehmen begrüßt, jedoch beliebig hohe Gewinne ablehnt. Derzeit hätten die Pharmafirmen eine stärkere Verhandlungsposition und könnten durch Drohungen, Medikamente in Deutschland vom Markt zu nehmen, die Gesellschaft unter Druck setzen. ### Koordinationsmängel im Gesundheitssystem Die Koordination im deutschen Gesundheitssystem hält Baas für unzureichend. „Es ist viel zu unkoordiniert“, sagte er im Interview mit der Funke-Mediengruppe. Der Informationsfluss zwischen Krankenhäusern und ambulanten Praxen sei schlecht. „Jeder, der nach einem Krankenhausaufenthalt zur Nachsorge in eine ambulante Praxis geht, weiß, dass die Informationen nur schlecht und oft sehr spät vom einen in den anderen Bereich fließen.“ Eine bessere Koordination und Kooperation würden nicht nur die Versorgung der Patienten verbessern, sondern auch Kosten einsparen. Damit verdeutlicht Baas die Dringlichkeit von Reformen im Gesundheitssystem, die sowohl die Medikamentenpreise als auch die allgemeine Effizienz und Koordination betreffen. Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, 1. April 2025 06:48. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück