Bisher konnten alle Studenten, die das 30. Lebensjahr nicht überschritten hatten, reguläre Theaterkarten zum halben Preis kaufen. Seit dem 1. März 2016 können Studenten zusätzlich mit der sogenannten „Theaterflatrate“ ab zwei Tagen vor dem Veranstaltungstag kostenlos Karten zu Vorstellungen und Konzerten im Theater erhalten. Ausgenommen davon sind Gastspiele, Sonderveranstaltungen, Premieren und Vorstellungen an Silvester sowie Neujahr.

Ermöglicht wird das Angebot durch die Zusammenarbeit des Theater Osnabrück mit den beiden Allgemeinen Studierendenausschüssen (AStA) von Hochschule und Universität. Aus dem Semesterbeitrag eines jeden Studenten führen sie für die Flatrate einen Euro an das Theater ab. Dies ergibt einen Rahmenbeitrag von rund 40.000 Euro in einem Jahr oder anders ausgedrückt, in einer Spielzeit des Theaters.



Für Studenten wird das Arrangement also erst interessant, wenn sie es auch nutzen. Doch die Sprecher der beiden AStA sind überzeugt von der Idee und die studentischen Vertreter in den  jeweiligen Kontrollgremien stimmten mit großer Mehrheit dafür.

Bislang interessieren sich Studenten für das Theater …eher nicht

Trotz diverser Infostände und Rabattaktionen in den Osnabrücker Mensen, konnte das Theater bisher nur wenig studentische Besucher verzeichnen. Und so kamen sogar aus dem Ensemble Anregungen, mit neuen Anreizen mehr Studenten zu einem Theaterbesuch zu überzeugen. Zeitgleich überlegte der AStA der Hochschule, wie er sein kulturelles Angebot für Studenten verbessern könnte. Da auch der AStA der Universität es als Teil seiner Aufgabenbereiche sieht, das kulturelle Leben der Studenten zu fördern, konnte unter diesen Voraussetzungen schnell Einigkeit in der Einführung des neuen Angebotes erzielt werden.

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Darüber hinaus wolle man auch weiterhin zeitlich begrenzte Sonderkonditionen zu bestimmten Anlässen anbieten, jedoch mit der Flatrate einen dauerhaften Anreiz für Studenten schaffen, ins Theater zu gehen, erklärte uns der Kaufmännische Direktor des Theaters, Matthias Köhn. „Mit etwas Glück, ist so auch der Besuch von Stücken wie ‚My Fair Lady‘ günstiger als eine Kinokarte.“, sagte Köhn.

Stolz nannte der Intendant des Theaters Dr. Ralf Waldschmidt die Kooperation bereits jetzt eine „tolle Initiative“. Er lobte die direkte Zusammenarbeit mit den beiden AStA und aus den Rückmeldungen in den ersten zwei Wochen nach dem Start der Theaterflatrate entnahm er Signale großen Interesses seitens der Studierenden. Bereits jetzt gäbe es einen neuen Informationsstand zum Thema Theater und eine positive Einstellung dazu in den Köpfen der Studierenden. „Wir wollen, dass die Studenten aus freien Stücken zu uns kommen und deshalb langfristig Lust und Interesse wecken.“, sagte Waldschmidt.
Über drei Semester laufen nun die Verträge mit den Allgemeinen Studierendenausschüssen. Danach soll ausgewertet und entschieden werden, ob genug Studenten die Flatrate annehmen und ob sie darüber hinaus fortgeführt wird.

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Jeder Theaterstuhl in Osnabrück, ob mit einer regulären Theaterkarte bezahlt, von einem Studenten besetzt oder freibleibend, wird aktuell mit knapp 100 Euro bezuschusst – pro Vorstellung.
Das teuerste Theater-Abonnement kostet nur die Hälfte der teuersten Dauerkarte für den VfL.