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Tapferer VfL Osnabrück verspielt Sieg gegen SC Paderborn in letzter Minute

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Nach leidenschaftlichem Kampfspiel gibt der VfL Osnabrück den Sieg beim SC Paderborn in letzter Minute aus der Hand. 

Hasepost-Reporter Hermann Schmidt berichtet

Vor dem Spiel

Die Ausgangslage vor dem Spiel in Ostwestfalen ist klar: Für den SC Paderborn geht es um drei Punkte. Die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart ist auf der sicheren Seite. Mit 39 Punkten auf dem Konto steigt man nicht mehr ab. Der VfL Osnabrück hingegen muss bei den Blau-Schwarzen möglichst siegen, um das rettende Ufer doch noch erreichen zu können. Durch einen Sieg würde der VfL bis auf einen Punkt an Eintracht Braunschweig heranrücken. Der andere Tabellennachbar SV Sandhausen weist bei für ihn noch sieben ausstehenden Spielen (zwei mehr als der VfL) nur einen Punkt weniger als Lila-Weiß aus.

Erhöhte Aufmerksamkeit in den Medien erregte Paderborns Trainer Steffen Baumgart mit einer seiner gewohnt martialischen Auftritte bei der Spieltags- Konferenz seines Vereins: Er habe das Spiel gegen den VfL Osnabrück vor vier Jahren noch nicht vergessen. Auch deshalb wolle man „mit aller Macht gewinnen“. Gemeint war damit wohl der Spott der VfL-Fans angesichts des damaligen Paderborner Abstiegs aus der Dritten Liga, der infolge des Lizenzentzuges bei 1860 München aber nicht vollzogen wurde. Den heutigen Gästen attestierte er, gute Einzelspieler in ihren Reihen zu haben und gefährlich bei Standards zu sein. Beim SC Paderborn fehlen die verletzten Spieler Bürgy und Correia sowie Dörfler (Gelbsperre).

Im Kader des VfL fehlen Ludivit Reis und Luc Ihorst verletzungsbedingt. In den letzten 20 Pflichtspielen erzielte der VfL ganze 9 Tore. Von 15 verlorenen Pflichtspielen wurden 10 mit nur einem Tor Unterschied verloren.

Überraschende VfL- Führung nach verhaltenem Beginn durch Christian Santos

Ein kühler Vorfrühlingsabend im April: Kann der VfL Osnabrück doch noch einmal das Steuer herumreißen, um dem drohenden Abstieg zu entgehen? Jeder lila-weiße Fan hofft, dass die Elf von Trainer Feldhoff die Kampfansage von Paderborns Trainer Steffen Baumgart annehmen und entsprechend beantworten. Die Gäste aus Osnabrück treten in Gelb an, Paderborn in Schwarz, SCP-Trainer Baumgart im T-Shirt.

Der VfL Osnabrück beginnt wie gewohnt abwartend und lässt den SCP erst mal kommen. Feldhoffs Team steht mit 9 oder 10 Spielern hinten drin. Bei gelegentlichen Gegenzügen der Gelben landet der Ball spätestens beim zweiten Abspiel in den Füßen der Paderborner. In der 6. Minute prüft SCP- Linksaußen Michel zum ersten Mal mit einer in hohem Bogen hereingeschlagenen Flanke Philipp Kühn, der die Kugel wegfausten kann. Drei Minuten später bringt Michel Führich in Position, dessen Schuss aus kurzer Distanz geblockt wird.

Der Gastgeber macht das Spiel. Im Mittelfeld lassen die Gelben der Offensive der Paderborner zu viel Raum.

In der 14. Minute dann der Knaller:  Eine lange Flanke Ken Reichels von links nimmt Blacha auf dem rechten Flügel an und schlägt den Ball in den Strafraum auf Kerk, der auf das Tor schießt. Zingerle wehrt ab, der Abpraller landet bei Christian Santos. Santos trifft aus kurzer Distanz ins Tor des SC Paderborn. Der VfL in Führung!

Nur 10 Minuten währt das VfL-Glück: Paderborn gleicht aus

Die Feldüberlegenheit der Gastgeber hält dennoch an. Und so kommt, was kommen muss. In der 23. Minute flankt Thalhammer von links in den Strafraum, und SCP-Goalgetter Srbeny köpft von der 5m Linie aus an Philipp Kühn vorbei ins linke Toreck: 1:1. Im weiteren Spielverlauf konzentriert sich die Elf von Markus Feldhoff zwangsläufig auf die Verteidigung gegen die ständig anlaufenden Schwarzen. Konter des VfL haben Seltenheitswert, enden dann mit Fehlpässen oder im Abseits. In der 36. Minute ballert Führich einen Flachschuss auf den Kasten von Kühn, der zur Ecke abwehren kann. Auch in der letzten Phase der ersten Halbzeit verteidigt der VfL Osnabrück mit Mann und Maus. Nach einem Foul erhält Thalhammer die gelbe Karte. Unmittelbar vor der Halbzeit erfolgt ein schöner Angriff des VfL über den linken Flügel. Bashkim Ajdini nimmt den Ball 30 m vor dem Tor auf und haut ihn hoch über das Tor von Zingerle. Im Gegenzug dann eine weitere Torchance für den SCP, die Kühn zunichtemacht. Als Schiedsrichter Dr. Jöllenbeck pünktlich zur Pause pfeift, gibt es nur einen, der sich aufregt, der kaugummikauende und ewig grimmig dreinschauende Paderborn- Trainer Steffen Baumgart. Die ersten 45 Minuten zeigten einen deutlich feldüberlegenen SC Paderborn und einen sich in der Abwehr wacker schlagenden VfL, der auf Konterchancen lauert.

Verletzungspech, Kampf und verdiente Führung durch Marc Heider

Zur zweiten Hälfte bringt Trainer Feldhoff Jay-Roy Grot für Christian Santos. Der VfL kann das Spiel nun offensiver gestalten und stört die Paderborner bereits in der eigenen Hälfte. SCP-Stürmer Michel vergibt aussichtsreich in der 51. Minute. Das Spiel ist jetzt von zahlreichen Zweikämpfen im Mittelfeld gekennzeichnet. David Blacha passt in den Strafraum der Gastgeber, Reichels Schuss wird abgewehrt. Nach einer Stunde verletzt sich Jay-Roy Grot in einem Zweikampf und muss nach knapp zehn Minuten Spielzugehörigkeit ausscheiden. Die Gangart wird härter. Mit langen Bällen versucht der VfL sein Glück. Er kann das Match jetzt ausgeglichener gestalten. Am Willen fehlt es an diesem Tag nun wirklich nicht. In der 71. Minute läuft ein schöner Angriff über den linken Flügel, bei dem sich Etienne Amenyido im Abseits wiederfindet. Uli Bapoh verletzt sich in der 73. Minute am Oberschenkel, minutenlang muss der VfL mit zehn Mann auskommen, dann kommt Marc Heider für ihn. Unmittelbar danach misslingt Ananou ein Rückpass, den sich Sebastian Kerk erläuft, der aber am gut positionierten Schlussmann Zingerle scheitert.  Wenig später ein Freistoß für den VfL aus 17 m, den Kevin Wolze tritt- und vergibt. Es folgt ein 5 Minuten Powerplay des VfL. Und dann der verdiente Lohn: Wolze passt auf Marc Heider, der in der 85. Minute aus Nahdistanz einlocht: 2:1!

Aber es soll einfach nicht sein. In der 89. Minute trifft der eingewechselte Pröger freistehend zum 2:2 Ausgleich. In einem Spiel, in dem der VfL Osnabrück in der ersten Halbzeit aufopferungsvoll gekämpft hat, und in der zweiten Halbzeit auch im Angriff Akzente setzte wie seit langem nicht, hat das Team von Trainer Feldhoff gezeigt, dass es sich noch lange nicht aufgegeben hat.

Zahlen und Daten

SC Paderborn 07- VfL Osnabrück   2:2 (1:1)

SC Paderborn:

Zingerle; Ananou (86. Pröger), Nkaka, Schonlau, Collins; Justvan (86. Terrazzino), Schallenberg, Srbeny, Thalhammer( 64. Ingelsson); Führich (64.Antwi-Adjej), Michel (73. Akolo).

VfL Osnabrück:

Philipp Kühn; Lukas Gugganig, Timo Beermann, Maurice Trapp; Bashkim Ajdini, Bryan Henning, Ulrich Taffertshofer, David Blacha (62. Ulrich Bapoh, 78. Marc Heider)), Ken Reichel (62. Kevin Wolze).; Sebastian Kerk, Christian Santos (45. Jay-Roy Grot, 63. Etienne Amenyido).

Schiedsrichter:

Dr. Matthias Jöllenbeck (SV Weilertal, Südbadischer Fußballverband)

SC Paderborn- VfL Osnabrück   2:2  (1:1)

Tore:

0:1 Christian Santos (14.)

1:1 Srbeny (24.)

1:2  Marc Heider (84.)

2:2 Pröger (89.)

Gelbe Karten;

Thalhammer (42.)

Lukas Gugganig (55.)

Bashkim Ajdini (57.)

Ulrich Bapoh (67.)

Antwi-Adjei (86.)

Die aktuelle Tabelle (Grafik aktualisiert sich fortlaufend)

Titelfoto: Maurice Trapp , Trainer Markus Feldhoff, Lukas Gugganig und Bashkim Ajdini, Foto: IMAGO / Ulrich Hufnagel

Hermann Schmidt
Hermann Schmidt beobachtet den Fußball an der Hase von der Elbe aus. In Hamburg war der gebürtige Hesse lange Zeit als Verlagsmanager tätig. Zwanzig Jahre lang hat er selbst gespielt, in der Jugend als Stürmer und danach als Vorstopper in seiner Heimat und beim BFC Südring (Berlin). Schmidt ist Autor zahlreicher Fußballbücher und Biografien. Die Buchveröffentlichungen „Legenden des FC St. Pauli“ und „Männer trinken kein Fanta“ sind im Jahr 2020 erschienen. Zu seinen Lieblingsclubs gehören neben dem VfL auch Holstein Kiel, der FC St. Pauli und der 1.FC Köln.

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