Am heutigen Donnerstag, 24. Januar 2019, fand die erste Runde des so genannte ELSA Moot Courts im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Osnabrück statt. ELSA (European Law Students Association) ist ein an fast allen juristischen Fakultäten in Deutschland vertretener Zusammenschluss von Studierenden. Ziel von ELSA ist es, den Mitgliedern auf verschiedene Weise einen Blick über den Tellerrand des juristischen Studiums hinaus zu ermöglichen.

Dem diente auch der heutige Moot Court. Dabei handelt es sich um eine simulierte Gerichtsverhandlung in einem Zivilrechtsstreit, bei der Teams aus jeweils zwei Studierenden die Kläger- beziehungsweise Beklagtenseite vertreten. Kern des fiktiven Streits war ein Kauf von Solarzellen. Der Käufer machte geltend, diese lieferten nicht die versprochene Leistung. Bevor es heute im Sitzungssaal ernst wurde, hatten die Studierenden dazu für ihre jeweilige Partei bereits wie richtige Rechtsanwälte ihre Argumente dem Gericht schriftlich vorgetragen.

Die echte Atmosphäre kennen lernen

Dennoch sah Lennart Meyer, Präsident von ELSA Osnabrück e.V., die heutige mündliche Verhandlung als Herzstück des Wettstreits: „Man kann auf diese Weise, in der Atmosphäre eines echten Gerichts, Praxiserfahrungen sammeln und sich ausprobieren. Das hilft sicherlich auch bei der Vorbereitung auf die späteren mündlichen Prüfungen im Staatsexamen.“ Peter Moss, der die Veranstaltung für ELSA Osnabrück organisiert hatte, hob hervor: „Der Moot Court ist etwas komplett anders als der Studienalltag, eine spannende Perspektive, die man sonst nicht so früh im Studium kennenlernen würde.“

Unterstützung von echten Richtern

Landgerichtspräsident Dr. Thomas Veen, der gemeinsam mit Prof. Dr. Hans Schulte-Nölke, Professor für Zivilrecht und Dekan der juristischen Fakultät der Universität Osnabrück, und Dr. Judith Stalljohann, Richterin am Landgericht Osnabrück, heute die Richterbank bildete, sieht einen weiteren Vorteil: „Die Studierenden werden auf diese Weise früh an den Justizalltag herangeführt. Sie merken dabei schnell, welche Herausforderungen die tägliche Arbeit als Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt bereithält.“


Sieger ziehen in Regionalrunde ein

Entscheidend für die Bewertung im heutigen Wettstreit war aber nicht, wessen Mandant am Ende einen echten Rechtsstreit gewonnen hätte, sondern wie überzeugend die Teams ihre Partei vertraten. Dies gelang nach Meinung der Richterbank allen Teilnehmern in beeindruckender Weise. Durchsetzen konnte sich letztlich in einer knappen Entscheidung das Team Arthur Goudzinski und Malte Drouet. Sie nehmen in den nächsten Monaten an einem Regionalentscheidung in Göttingen gegen andere Teams von Hochschulen aus dem Nordwesten teil. Können sie auch dort überzeugen, winkt im Mai das Bundesfinale, das am Bundesgerichtshof in Karlsruhe stattfindet.

Foto: In der vorderen Reihe von links: Prof. Dr. Hans Schulte-Nölke, Dr. Judith Stalljohann, Dr. Thomas Veen, Malte Drouet, Arthur Goudzinski. Im Hintergrund sind die weiteren Teilnehmer des heutigen Wettbewerbs zu sehen.