Derzeit schmückt wieder eine ganz besondere Flagge den mittleren Fahnenmast am Georgsmarienhütter Rathaus: „Wir sagen Nein zu Gewalt gegen Frauen“ steht dort in großen Buchstaben auf der Flagge geschrieben. Eine Botschaft, die rund um den internationalen Tag zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen am 25. November auch in Georgsmarienhütte erneut in den Fokus gestellt wird.
Bildunterschrift: Gemeinsam mit Bürgermeisterin Dagmar Bahlo sowie Vertreterinnen und Vertretern der Kindertagesstätten St. Johannes Vianney und St. Michael, der Lutherkirchengemeinde sowie der Stadtbibliothek Georgsmarienhütte hat die Gleichstellungsbeauftragte Susanne Häring (vorne links) die Antigewalt-Flagge vor dem Rathaus gehisst.
Kampagne soll in der Bevölkerung sichtbar sein
Unterstützung beim Hissen der in Orangetönen gehaltenen Antigewalt-Fahne hatte die städtische Gleichstellungsbeauftragte, Susanne Häring, nicht nur von Bürgermeisterin Dagmar Bahlo, sondern auch von einigen Vertreterinnen der Kindertagesstätten im Stadtgebiet, den Kirchengemeinden sowie vom Leiter der Stadtbibliothek, Johannes Barthelt.
Keine zufällig gewählte Runde, wie Häring betont: „Wenn wir auf das Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam machen wollen, reicht es nicht allein, eine Flagge am Rathaus zu hissen, sondern wir brauchen eine viel größere Projektionsfläche – insbesondere dort, wo sich viele Menschen aufhalten.“ In der Stadtbibliothek oder in den Kindertagesstätten, wo die Eltern ein- und ausgehen, sei dieses beispielsweise der Fall. Ebenso im Familienzentrum in Alt-Georgsmarienhütte, bei den Kirchengemeinden, in „Maries Hütte“ oder in der Katholischen LandvolkHochschule. Häring: „In all diesen Einrichtungen und Anlaufstellen werden wir anlässlich des Antigewalttages Informationsmaterialien und kleine „Give aways“ verteilen, um möglichst die breite Masse der Bevölkerung zu erreichen.“
Fast jeden Tag ein Femizid in Deutschland
Dass diese Informationskampagne noch immer dringend notwendig ist, liegt für die Gleichstellungsbeauftragte auf der Hand: „Die Zahl der gemeldeten Fälle – etwa im Bereich der häuslichen Gewalt – steigt seit Jahren weiter an. Und Gewalt gegen Frauen und Mädchen kommt viel häufiger vor, als die meisten denken.“
Eine Auflistung der Organisation „UN Women Deutschland“ unterstreicht diese Aussage. Demnach findet fast jeden Tag in Deutschland ein Femizid statt und alle zwei Tage tötet ein Mann seine Partnerin oder Ex-Partnerin. Und auch die sexualisierte Gewalt gegen Frauen nimmt zu – allein um 6,2 Prozent im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „Unsere Gesellschaft darf nicht länger wegschauen, sondern muss sich für einen besseren Schutz für von Gewalt betroffene Frauen stark machen. Dazu gehört eben auch weiter Aufklärungsarbeit zu leisten“, so Häring. Der Antigewalttag am 25. November biete dazu eine gute Gelegenheit, letztlich sollte dieses aber über das ganze Jahr hinweg gelten.