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„Stadtspuren Osnabrück“ – Neue Dauerausstellung zur Stadtgeschichte Osnabrücks im Museumsquartier Osnabrück

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Stadtgeschichte ist komplex und gleicht einem Kaleidoskop: Geht es auf den ersten Blick um das historische Geschehen an einem Ort, zeigen der zweite, dritte und jeder weitere Blick deutlich vielschichtigere und weitreichendere Bilder. Denn lokale Geschichte fand und findet nie isoliert statt. Sie ist immer eingebettet in übergreifende historische, politische, wirtschaftliche, kulturelle, soziale und ideengeschichtliche Entwicklungen.

Mit der neu konzipierten Ausstellung zur Geschichte der Friedensstadt Osnabrück im Kulturgeschichtlichen Museum nimmt das Museumsquartier Osnabrück ab 18. Juli (Eröffnung: 11 Uhr) die Stadtgeschichte aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick. In sechs zentralen Bereichen werden die Anfänge Osnabrücks ebenso wie die jüngste Vergangenheit und Gegenwart gezeigt. Vor dem Hintergrund nationaler und globaler Entwicklungen wirft das Fragen auf nach dem Eigenen, dem „Wesen“, das die Stadt in ihrer Historie und Gegenwart prägt. In der Ausstellung geht es darum, Perspektiven zu öffnen statt „nur“ Antworten zu geben.

Stadtgeschichte über die Stadtgrenzen hinaus

„Die neue Ausstellung bettet unsere Stadtgeschichte bewusst in historische und aktuelle Kontexte ein, die nicht an den Stadtgrenzen enden. Damit gewinnt sie auch überregional Bedeutung. Sie wird zu einem zentralen Anlaufpunkt für alle, die sich mit der Geschichte der Stadt vertraut machen wollen”, so Erster Stadtrat Wolfgang Beckermann.

Patricia Mersinger, Leiterin des Fachbereichs Kultur, sieht in der neuen Ausstellung eine Chance, das Profil der „Friedensstadt” zu schärfen. „Osnabrück begreift sich als Friedensstadt. Mit der neuen Ausstellung gelingt es, nicht nur die historische Bedeutung des Westfälischen Friedens auszuleuchten. Sie bietet vielmehr die Möglichkeit, aus dieser Geschichte wesentliche Impulse für eine friedliche Gesellschaft für heute zu entwickeln”.

Nils-Arne Kässens, Direktor des Museumsquartiers Osnabrück, ist die Öffnung des Museums gegenüber der Stadt wichtig: „Stadtgeschichte ist nie abgeschlossen. Sie wird täglich weitergeschrieben und wir wollen für diese Prozesse offen sein. Deshalb verbinden wir die Ausstellung mit partizipativen Formaten, an denen Bürger:innen sich aktiv mit ihrer Stadt und deren Geschichte auseinandersetzen können.”

Interaktion mit den Besuchern

Der Gedanke der Öffnung prägt die Ausstellungsräume und die Ausstellungsarchitektur: Die Exponate selbst werden nicht nur präsentiert, sondern so in Szene gesetzt, dass Besuchern selbstständig Bezüge herstellen können. Zum Auftakt der Ausstellung erlaubt es ein Stadtmodell, durch Lichtprojektion einzelne Phasen der Stadtentwicklung zu erleben. Interaktive Elemente auf dem Ausstellungsrundgang machen Zusammenhänge mit Hilfe unterschiedlicher Medien erfahrbar. Der für die Friedensstadt Osnabrück prägende Westfälische Frieden erhält seine große Bühne als animierte Projektion. In einer Kinderspur können kleine Besucher ihre eigene Perspektive entwickeln. Und im Obergeschoss fordert das digitale Stadtlabor dazu heraus, an Spiel- und Werktischen mit digitaler Technik ein eigenes Stadtmodell zu gestalten – das „Osnabrück von morgen“.

Die Ausstellung selbst fungiert zudem als Brücke in einen offenen Dialog mit der Stadtgesellschaft. Dazu gehört etwa die Audiospur „Osnasound“. Menschen aus Osnabrück senden Aufnahmen von Geräuschen, die für sie besonders typisch und charakteristisch sind, zum Beispiel aus ihrem Viertel oder ihrer Straße, von ihrer Arbeitsstätte, oder ihrem Zuhause. Diese Aufnahmen sind Teil der Präsentation zur Geschichte und Gegenwart der Stadt.

Von der Türkei bis Karmann

Zum offenen Dialog gehört es auch, Bürger in das Thema Stadtgeschichte partizipativ einzubinden. Vor diesem Hintergrund ist als Teilprojekt im Rahmen der Stadtgeschichtsausstellung die Ausstellung „Un.eindeutig Zuhause – Diverse Stadtgeschichten in Osnabrück” im öffentlichen Raum entstanden. Sie bietet einen Perspektivwechsel – denn Stadtgeschichte sieht nicht für alle gleich aus. Darum macht die Ausstellung „Un.eindeutig Zuhause – Diverse Stadtgeschichten in Osnabrück“ verborgene Geschichte sichtbar. Zusammengetragen wurde diese verborgene Geschichte von migrantischen Selbstorganisationen, Aktivisten, Studierenden, Ehrenamtlichen und Künstlern. An insgesamt acht in der Stadt aufgestellten Stelen erzählen sie in Briefen, Podcasts, Fotos und Videos von etwa von Schwarzen Menschen in Osnabrück, zivilem Engagement, Migrations- und Fluchtgeschichten aus der Türkei oder über den Wilden Streik bei Karmann im Jahr 1973.

Die neue Dauerausstellung im Museumsquartier ist sowohl für Groß als auch für Kleine geeignet. / Foto: Meckel Fotodesign

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