# Spezialfirma muss linksextreme Schmiererei in Osnabrücker Altstadt entfernen Datum: 16.07.2025 15:24 Kategorie: Aktuell URL: https://www.hasepost.de/spezialfirma-muss-linksextreme-schmiererei-osnabrueck-altstadt-entfernen-615318/ --- In der Nacht zu Mittwoch haben Unbekannte an gleich sechs Stellen in der Osnabrücker Altstadt Parolen auf das Pflaster geschmiert. Nach erfolglosen Reinigungsversuchen muss nun eine Spezialfirma ran und die Polizei fahndet nach den Tätern. Die Schriftzüge enthalten einen Aufruf zur Freilassung einer derzeit in Ungarn inhaftierten Ostdeutschen aus dem linksextremen Spektrum. Nach erfolglosen Reinigungsversuchen durch den Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) soll nun eine Spezialfirma die Entfernung übernehmen. Die Polizei wurde von der Stadtverwaltung kontaktiert. ### Schriftzüge nicht mit einfachen Mitteln entfernbar Laut Stadtsprecher Arne Köhler war der OSB zügig im Einsatz. Zunächst gingen die Reinigungskräfte davon aus, dass es sich um leicht abwaschbare Sprühkreide handelte. „Die Schriftzüge lassen sich mit den Mitteln, die dem OSB zur Verfügung stehen, deshalb nur abschwächen, nicht aber vollständig entfernen“, erklärte Köhler gegenüber der HASEPOST. Die Kosten für die aufwändige Reinigung werden zunächst von der Stadt – also dem Steuerzahler – getragen. Betroffen sind unter anderem drei Stellen in der Großen Gildewart sowie Bereiche in der Hasestraße, am Vitihof und am Klingensberg. ### Hintergrund: Inhaftierte Aktivistin der „Hammerbande“ Im Zentrum der Parolen steht Maja T., eine ursprünglich aus Jena stammende deutsche Staatsbürgerin und linke Aktivistin, die seit Ende 2023 in Ungarn in Untersuchungshaft sitzt. Ihr werden Beteiligungen an mehreren gewalttätigen Übergriffen in Budapest vorgeworfen, unter anderem während des sogenannten „Tags der Ehre“, einer jährlich stattfindenden rechtsextremen Veranstaltung. Ziel der Angriffe waren laut ungarischen Behörden unter anderem Touristen, die von den aus dem Ausland angereisten Gewalttätern der rechten Szene zugeordnet wurden und bei mehreren Angriffen teils schwerst verletzt wurden. Die Gruppe, der Maja T. zugerechnet wird, wird auch als „Hammerbande“ bezeichnet – unter anderem, weil bei Angriffen Hämmer und andere Schlagwerkzeuge zum Einsatz gekommen sein sollen und die Opfer schwerste Verletzungen davontrugen. Kritiker der Inhaftierung werfen den ungarischen Behörden vor, dass in dem EU-Staat, in dem auch die angeklagten Straftaten stattfanden, keine deutschen Standards geboten würden. Vor ihrer Festnahme und während der mutmaßlichen Teilnahme an den Körperverletzungen trat Maja T. unter dem Namen Simeon T. in Erscheinung – erst später identifizierte sie sich öffentlich als non-binäre Person. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück