Lange bevor sich die Informationstechnologie und die Digitalisierung als Zukunftstechnologien „heraus-mendelten“ war Osnabrück sehr engagiert im Bereich Umwelttechnologie. Am Standort in der Westerbreite (Schinkel) entstand das erste städtische Gründerzentrum „Centrum für Umwelt und Technologie“ (C.U.T.). Nach Eröffnung des Innovationscentrums (ICO) im Wissenschaftspark am Westerberg geriet das C.U.T. aus dem Fokus und soll nach geltendem Ratsbeschluss verkauft werden. Die SPD-Ratsfraktion will diesen Beschluss wieder aufheben.

Auch die in Osnabrück ansässige Bundesstiftung Umwelt (DBU) förderte in der Vergangenheit viele Vorhaben rund um das C.U.T., so wie die Solaranlagen auf unserem Archivbild (Quelle: DBU).

C.U.T.-Mieter sollen nicht in den Landkreis abwandern

Die SPD-Fraktion spricht sich in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung „nachdrücklich“ für den Erhalt des Centrums für Umwelt und Technologie (C.U.T.) aus. „Wir müssen an dieser Stelle die innovativen Unternehmen in der Stadt Osnabrück halten und neue dazu gewinnen, um diesen Wirtschaftsstandort nicht völlig aufzugeben“, so Frank Henning, SPD-Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt Osnabrück. „Die Unsicherheiten über die weitere Zukunft des C.U.T. haben in den letzten Monaten dazu geführt, dass erste Unternehmen angekündigt haben, das Gelände in Richtung Landkreis verlassen zu wollen. Die Folgen für die Stadt Osnabrück wären erhebliche Verluste von Arbeitsplätzen und niedrigere Gewerbesteuereinnahmen“, erläutert Henning weiter.

Verkauf sollte zwei Millionen Euro einbringen 

„Der vom Rat beschlossene Verkauf des C.U.T. sollte im Rahmen der Haushaltskonsolidierung einen Betrag von etwa zwei Millionen Euro in die klammen Kassen der Stadt spülen. Dieses Vorhaben konnte jedoch bis heute nicht in die Tat umgesetzt werden. Vielmehr haben die Diskussionen um mögliche alternative Nutzungen des Geländes für große Verunsicherung bei den aktuellen Mietern gesorgt. Hiermit muss jetzt Schluss sein. Die Unternehmen brauchen Planungssicherheit und Verlässlichkeit von der Stadt Osnabrück. Moderne Wirtschaftsförderung muss willkommen heißen und nicht abschrecken“, fordert Frank Henning.

 Aktuell 80% der Flächen vermietet

„Wir als SPD-Fraktion sprechen uns für eine marktübliche Vermietung aus, die das Betreiben des C.U.T. wirtschaftlicher macht und die Unternehmen vor Ort hält. Die momentane Vermietungsquote von ca. 80% kann durch kluge Standortpolitik erhöht werden und zu einer nahezu Vollvermietung führen“, führt Henning weiter aus. „Dies trägt in doppelter Hinsicht zur Konsolidierung des städtischen Haushaltes bei: Zum einen ist ein Zuschuss aus dem städtischen Haushalt dauerhaft überflüssig, zum anderen profitiert Osnabrück durch Schaffung neuer Arbeitsplätze und Steigerung der Gewerbesteuereinnahmen von einer erhöhten Wertschöpfung von der die Stadtkasse jedes Jahr etwas hat. Die SPD-Fraktion wird daher in der nächsten Ratssitzung einen Antrag einbringen, der den Verkauf des C.U.T. stoppt!“, schließt Henning ab.

[mappress mapid=“490″]