Osnabrück Spatenstich für die "Wasserwelten": Neue Tierwelt im Nordküstenstil im...

Spatenstich für die „Wasserwelten“: Neue Tierwelt im Nordküstenstil im Zoo Osnabrück soll bis Sommer 2022 fertig gestellt sein

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Startschuss für das zweitgrößte Bauprojekt im Osnabrücker Zoo: Am heutigen Donnerstag wurde der Spatenstich für die neuen “Wasserwelten“ gesetzt. Die Eröffnung ist für den Sommer 2022 geplant.

„Der heutige Spatenstich ist der Beginn eines neuen Leuchtturmprojekts für den Osnabrücker Zoo“, freut sich Dr. E.h. Fritz Brickwedde, Präsident der Zoogesellschaft Osnabrück e.V. darüber, dass es nun losgeht. Acht Millionen Euro schwer ist das Projekt, das den Seelöwen, Seehunden, Humboldt-Pinguinen und Pelikanen ab kommendem Sommer eine neue, drei- bis fünfmal so große Heimat im Osnabrücker Zoo bieten soll. „Damit sind die “Wasserwelten“ die bisher zweitgrößte Investition des Zoos“, erklärt Brickwedde. Die Gelder zur Finanzierung stammen von der N-Bank für europäische Gelder vom Land Niedersachsen (2,8 Millionen), aus einer großzügigen Erbschaft Maria Ahrens (zwei Millionen), einer Bürgschaft der Stadt Osnabrück, privaten Spenden sowie Einnahmen von Verkäufen von Jahreskarten und Zoo-Produkten aus dem Zoo-Shop, die von der Stadt teilweise verdoppelt wurden.

Schwerpunkt Ökonomie

Vorgänger der Wasserwelten ist die Anlage der Seelöwen. Deren Geschichte im Osnabrücker Zoo fasst Brickwedde kurz zusammen: „Schon 1956 ist die Idee entstanden, Seelöwen in den Zoo zu holen. Man hat sich dann allerdings vorerst für kleinere Humboldt-Pinguine entschieden. Zehn Jahre später startete der Zoo dann einen neuen Versuch inklusive dem Bau einer neuen, damals 500.000 DM teuren Anlage. 1973 wurde diese und damit die heutige Anlage fertiggestellt. Seelöwen kamen damit jedoch immer noch nicht in den Zoo, denn es fehlte die Ausnahmegenehmigung für die Seelöwen, die aus Amerika kommen sollten. Stattdessen wurde die neue Anlage für neue Seehunde genutzt. Bis die Seelöwen schließlich aus Los Angeles nach Osnabrück kamen, vergingen weitere elf Jahre. Die Seehunde sind genau so wie die Humboldt-Pinguine geblieben. Jetzt bekommen alle zusammen mit den Pelikanen eine neue Anlage.“

Mit den neuen “Wasserwelten“ soll jedoch mehr erreicht werden als den Tieren eine neue, vergrößerte Heimat zu erschaffen. „Wir wollen die Anlage nutzen, um auf die Umweltproblematiken aufmerksam zu machen. Auch der Zoo hatte mit seiner bisherigen Anlage einen hohen Wasserverbrauch. Mit der neuen Filteranlage sparen wir eine große Menge, indem wir nicht mehr wöchentlich die Becken füllen und leeren müssen, sondern nur noch jährlich“, so Brickwedde, der auf eine unfallfreie Realisierung bis Sommer 2022 und eine Eröffnungsfeier ohne Abstand und Masken hofft.

„Eine kleine Geschichte, die mit Land gefüllt ist“

„Das größte Highlight wird eine Unterwasserbrücke zwischen den jeweiligen Gehegen der Seehunde und Seelöwen“, meint Kieran Stanley, “Wasserwelten“-Architekt der dan pearlman Erlebnisarchitektur. „Die Tiere mögen die Interaktion mit den Besuchern und freuen sich insbesondere nach der Corona-Pause darauf.“ Weitere Highlights der insgesamt 5.000 Quadratmeter großen “Wasserwelten“, die im Nordküstenstil realisiert wird, sollen der Panoramablick von der Bestandsgastronomie und die Nähe der Besucher zu den Tieren bieten. „Die größte Herausforderung wird es sein, Budget und Zeit einzuhalten. Aber genau das haben wir vor“, kündigt der Architekt an.

Noch steht es nur auf der Karte, ab Sommer 2022 soll es Realität sein: die „Wasserwelten“. / Foto: Zoo Osnabrück (Lisa Simon)

Thorsten Vaupel, technischer Leiter im Zoo Osnabrück, erklärt den Ablaufplan für die nächsten Wochen: „Als nächstes werden wir an der Infrastruktur loslegen und dann mit der Erdanhäufung starten.“ Über 150 LKW-Ladungen Erde müssen dazu aus dem Zoo gefahren werden. „Wir sind froh, eine Baustellenzufahrt am Schölerberg bekommen zu haben, die auch sicher über den Fußgängerweg führt“, so Vaupel, der weiter ausführt: „Technisch gesehen ist die Sprinkleranlage das Spannendste. Die Stärke und Höhe des Filters kann eingestellt werden, sodass sehr effektiv gefiltert wird. Ökonomie steht dabei ganz weit oben!“

Stress von Tieren fernhalten; rücksichtsvolle Bauarbeiter

Während des Umzuges ziehen einige der betroffenen Tiere provisorisch um, lediglich die Seelöwen bleiben zumindest vorerst in ihrem alten Becken. „Wir haben uns dazu entschieden, alle Tierarten hier zu behalten und darauf zu achten, jeglichen Stress von ihnen fernzuhalten. Auch unsere Bauarbeiter nehmen bisher sehr viel Rücksicht“, so Andreas Wulftange, zoologischer Leiter im Zoo Osnabrück. „Nach Abschluss der Bauarbeiten haben die Tiere dann drei- bis fünfmal so viel Platz. Daher überlegen wir, bei den Seehunden und -löwen dann auch neue Tiere zu holen und zu züchten“, so Wulftange weiter.

Andreas Busemann, Geschäftsführer des Osnabrücker Zoos, ist sich sicher, dass zur Eröffnung eine tolle Feier stattfinden kann. Als nächstes stehe dann der Bau eines Elefantenparks an – dem größten Bauprojekt des Osnabrücker Zoos. Die Seelöwen, Seehunde, Humboldt-Pinguine und Pelikane sollen bis dahin allerdings schon längst durch ihr neues Nordseeareal “Wasserwelten“ schwimmen und watscheln können.

Titelbild: Spatenstich! Ab jetzt wird im Zoo Osnabrück gebaut: Die 5.000 Quadratmeter großen „Wasserwelten“ entstehen in der Nähe der Zoo-Gaststätte und sollen bis Sommer 2022 fertiggestellt werden. Rund 8 Millionen Euro kostet die neue Themenwelt mit großen Wasserbecken für die Tiere und Nordküsten-Ambiente. (v.l.n.r.: Burkhard Jasper, Landtagsabgeordneter, Andreas Busemann, Zoogeschäftsführer, Dr. Marco Athen, Beisitzer Präsidium Zoogesellschaft Osnabrück e.V., Heiko Suhre, Architekt, Peter Korthals, pbr Planungsbüro Rohling, Dr. E.h. Fritz Brickwedde, Präsident Zoogesellschaft Osnabrück e.V., Christoph Katz, Beisitzer Zoogesellschaft Osnabrück e.V., Diana Coppenrath, Vizepräsidentin Zoogesellschaft Osnabrück e.V., Kieran Stanley, Architekt der „Wasserwelten“ von dan perlman Erlebnisarchitektur) / Foto: Zoo Osnabrück (Lisa Simon)



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Maurice Guss
Maurice Guss ist seit dem Herbst 2019, erst als Praktikant und inzwischen als fester Mitarbeiter, für die Redaktion der HASEPOST unterwegs.

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