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„Soziales Miteinander ist die beste Medizin gegen das Gift der Spaltung“: Caritas startet bundesweite Kampagne „Das machen wir gemeinsam“

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Mit einer bundesweiten Kampagne unter dem Titel „Das machen wir gemeinsam“ möchte die Caritas für mehr Solidarität und sozialen Zusammenhalt in und nach der Corona-Krise werben.

In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Die Corona-Pandemie stellt zum einen eine der größten Herausforderungen für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft dar und wirkt zugleich wie ein Brennglas auf Zukunftsfragen, die uns teilweise schon lange beschäftigen: etwa, wenn es um Bildungschancen, Digitalisierung, bezahlbaren Wohnraum, prekäre Beschäftigung oder die Situation von Soloselbstständigen geht. Eine aktuelle Befragung der Caritas ergab zudem, dass die Mehrheit der Deutschen der Meinung ist, dass die Corona-Pandemie den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwächt.

Steigerung der Sorgen macht sich bei der Caritas bemerkbar

„Das sind zusätzliche Belastungen, die wir alle ein Stück mitkriegen. Für viele Menschen entwickeln sich neue Probleme und Zukunftsängste. Daher sind wir sehr froh, dass wir unsere Beratungsstellen unter Einhaltung der Coronamaßnahmen weiter aufrecht erhalten und um neue Online-Optionen ergänzen können“, erklärt Diakon Antonius Otten, Caritasratsvorsitzender. Die Steigerung der Existenzsorgen hat sich auch bei den Caritas-Verbänden bemerkbar gemacht, die von deutlich mehr Menschen aufgesucht und um Hilfe gebeten wurden.

Zusätzliche Belastungen brachte die Pandemie auch im Bereich der Pflege. „Die Pflegekräfte leisten einen extrem wichtigen Beitrag in der Krise. Die Belastungen in diesem Bereich sind sehr hoch, daher ist es praktisch, dass nun auch die Bundeswehr die Pflegekräfte entlastet“, meint Otten.

Klatschen für Pflegekräfte reicht nicht aus

„Wenn es um die Wertschätzung geht, haben sicher noch viele die Bilder im Kopf, als die Menschen an ihren Fenstern standen und klatschten. Doch wir brauchen keine einmaligen Aktionen oder permanent einmalige Prämien als Zeichen der Wertschätzung, sondern müssen uns gesellschaftlich Gedanken darüber machen, wie wir langfristig die Anerkennung für die Pflege nach oben treiben und dort auch halten können“, so Franz Loth, Caritasdirektor. Dies betreffe sowohl eine faire Entlohnung, als auch das Einhalten von festen Arbeitszeiten. „Ich habe nicht immer den Eindruck, dass es genug Wertschätzung für die Pflegekräfte gibt“, ergänzt Loth.

Nicht nur im Bereich der Pflege sieht der Caritasdirektor den gesellschaftlichen Zusammenhalt geschwächt, dabei sei der enorme Kraftakt durch Corona noch längst nicht überwunden. Allerdings habe Loth aber auch gespürt, dass schnell Entscheidungen getroffen werden konnten. „In der Not war irre viel Geld da, die Dinge waren nicht alternativlos.“

Soziales Miteinander die „beste Medizin gegen Gift der Spaltung”

Bei Verbänden wie der Caritas habe sich zudem eine enorme Spendenbereitschaft gezeigt, viele Aktionen im Zeichen von Corona konnten gestartet werden. „Das hilft uns sehr. So konnten wir viele Einrichtungen offen halten und soziale Beziehungen stärken können. Am Ende ist es viel leichter über sozialen Zusammenhalt zu resümieren als handfest zu helfen und das glauben wir in dieser Zeit getan zu haben. Und ein soziales Miteinander ist die beste Medizin gegen das Gift der Spaltung“, freut sich Loth.

Solidarität startet beim Tragen der Maske

Zusätzlich hat die Caritas nun bundesweit die zweijährige Kampagne „Das machen wir gemeinsam“ gestartet, um weiter an einer sozialen und gerechten Gesellschaft mitwirken zu können. Im Rahmen der Kampagne sollen Caritas-Mitarbeitende in einem Videotrailer zu Wort kommen, eine Clipserie mit dem Thema Zusammenhalt wurde gestartet. Neben einem Podcastbeitrag über die Obdachlosigkeit werden bundesweite Onlinediskussionsformate angeboten, deren erste Sitzung bereits am kommenden Donnerstag (25. Dezember) stattfindet. Zukünftige Aktivitäten und Veranstaltungen werden auf der Homepage der Caritas publiziert. „Es gibt jede Menge gute Gründe für diese Kampagne, einer davon ist die Schaffung größtmöglicher Solidarität in der Gesellschaft. Und Solidarität in der Pandemie fängt damit an, eine Maske zu tragen, um nicht nur sich selbst zu schützen“, so Matthias Stockkamp, Koordinator der Caritas-Kampagne.

Titelbild: Der Caritasratsvorsitzende Antonius Otten, Caritasdirektor Franz Loth und der Kampagnen-Projektleiter Matthias Stockkamp (von links) präsentieren zwei Motive, mit denen die Caritas um gesellschaftlichen Zusammenhalt wirbt. Foto: Caritas / Roland Knillmann


Maurice Guss
Maurice Guss vervollständigt als Praktikant das Team der Hasepost.

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