Das zuständige Amtsgericht in Hagen hat rund zehn Monate nach Antragstellung das Insolvenzverfahren über das Vermögen der SinnLeffers GmbH aufgehoben.
„Dies ist der Start in eine stabilere Zukunft der SinnLeffers“, schreibt Geschäftsführer Friedrich Wilhelm Göbel in einer Mitteilung an die rund 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der neu aufgestellten Zentrale in Hagen sowie den 20 Filialen bundesweit.

Zukünftig setzt das Unternehmen auf Onlinehandel, aber auch die Filialen sollen deutlich aufgewertet werden. Zur Zukunft der Osnabrücker Filiale, die als Ankermieter für das Einkaufscenter am Neumarkt gehandelt wurde, ist noch nichts bekannt.

Die Sortimente sollen künftig noch stärker lokalisiert werden, um der lokalen Nachfrage angemessen entgegen zu kommen. Eine Digitalisierungsoffensive habe zum Ziel, die Kunden in der Zukunft verstärkt auch online zu erreichen. Darüber hinaus würden sich die Filialen, die in den kommenden drei Jahren „deutlich aufgewertet“ würden, in Zukunft multimedial deutlich emotionaler präsentieren. Ebenso solle das Gastronomieangebot in den Filialen erweitert werden.
„Wir wollen unseren Kunden klar dokumentieren, dass es immer einen Grund gibt, bei SinnLeffers vorbei zu schauen“, schreibt Göbel weiter.

Mitarbeiter sind dem Unternehmen wichtig

Die SinnLeffers Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Filialen zählten zu den „am besten ausgebildeten und auch motiviertesten im gesamten Markt“ fährt der Geschäftsführer fort. Dieses von vielen Seiten immer wieder bestätigte Charakteristikum von SinnLeffers gelte es zu bewahren und weiter auszubauen. Nicht zuletzt deswegen orientiere sich das Handelsunternehmen an den NRW Tariflöhnen.

Sanierungsgeschäftsführer Kluth: „Haben konsequent Kurs in Richtung Eigensanierung im Blick behalten“

„Trotz der überraschenden Entscheidung des Bundesfinanzhofes zum Sanierungserlass zum Jahreswechsel 2016/17 haben wir konsequent den Kurs in Richtung Eigensanierung des Traditionsunternehmens im Blick behalten“ erläutert Sanierungsgeschäftsführer Dr. Thomas Kluth von Kluth Rechtsanwälte.
Die eigenverwaltende Geschäftsführung habe konstruktiv mit dem Sachwalter zusammengearbeitet und die diversen Aktionsfelder eines namhaften Einzelhändlers Schritt für Schritt erfolgreich beackert. „So haben wir im Saldo während des Insolvenzverfahrens die Anzahl der Beschäftigten sogar noch erhöht“, so Dr. Kluth.

Sachwalter Weidmann: „Möglichkeiten der Insolvenzordnung für Sanierung von Handelsunternehmen gut geeignet“

Rechtsanwalt Rolf Weidmann, Sachwalter bei SinnLeffers und in den Jahren 2009 und 2010 Sanierungsbeauftragter bei KARSTADT, unterstreicht: „Die Möglichkeiten der Insolvenzordnung – insbesondere die Gestaltung eines Insolvenzplans – sind gut geeignet, Handelsunternehmen mit deren komplexen Vertragsbeziehungen zu sanieren“. Gemeinsam mit der eigenverwaltenden Geschäftsführung sei es in einem angemessenen Zeitrahmen gelungen, einen Insolvenzplan zu entwickeln und abzustimmen, der „die Interessen der Gesamtgläubigerschaft und die Perspektive des Unternehmens fair ausgleicht“.

Die Sanierungsgeschäftsführung wie auch der Sachwalter sind zuversichtlich, dass SinnLeffers mit einer restrukturierten Bilanz und neu ausgerichteten Konditionen für das operative Geschäft derzeit markt- und wettbewerbsfähig ausgerichtet ist.