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Sie wollten Hitlers Geburtstag feiern – neue Details zu Osnabrücker „AfD-Gate“

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Die AfD aus Osnabrück und dem Landkreis Osnabrück kämpft mit dem wohl größten Skandal der noch jungen Parteigeschichte, sie hat ihr „AfD-Gate“.
Inzwischen ist ein weiteres mit Sitz im Kreistag versehenes Mitglied aus der AfD-Fraktion ausgetreten und hat sein Kreistagsmandat komplett niedergelegt. Entgegen der bisherigen öffentlichen Beteuerungen des Kreistagsmitglieds
 Felix Elsemann, werfen in der Partei verbliebene Mitglieder ihm vor, sehr wohl am Neonazi-Festival in Sachsen dabei gewesen zu sein um dort den Geburtstag von Adolf Hitler zu feiern.

Nachdem AfD-Kreistagsfraktionschef Felix Elsemann noch am Montag im Kreisrat dabei blieb, nicht auf dem Neonazi-Festival im sächsischen Ostritz gewesen zu sein, erklärte er am Morgen nach der Sitzung überraschend, dass er sein Kreistagsmandat niederlegt. Dieser Schritt wurde unserer Redaktion am Dienstmorgen von der Pressestelle des Landkreises Osnabrück bestätigt.

Ein Mitglied der AfD-Führungsebene deutete gegenüber unserer Redaktion diesen Schritt so, dass der 2016 in den Kreistag gewählte Elsemann entgegen seiner öffentlichen Beteuerungen in Sachsen eben doch dabei gewesen sei. Den Rücktritt direkt nach der Kreistagssitzung erkläre sich damit, dass Elsemann inzwischen erkannt habe, dass er „aus der Nummer nicht mehr heraus“ käme.

Bereits vor zwei Wochen machte das ehemalige AfD-Mitglied Tanja Bojani Schlagzeilen, als Sie nach ihrem überraschenden Parteiaustritt ankündigte sich mit ihrem Kreistagsmandat der Linkspartei-Fraktion anzuschließen.
Nach Bekanntwerden der Teilnahme von führenden AfD-Mitgliedern bei dem Neonazi-Festival in Sachen, war am vergangenen Wochenende die komplette Führungsriege der Osnabrücker AfD zurückgetreten.

War Elsemann bei der Hitler-Feier dabei oder nicht?

Innerhalb der Osnabrücker AfD wird kolportiert, dass Felix Elsemann gegenüber anderen Mitgliedern offen eingeräumt habe an dem Ausflug teilgenommen zu haben, an dem mindestens zwei weitere führende Mitglieder und ein inzwischen gekündigter Fraktionsmitarbeiter nachweislich – weil auf Fotos eindeutig zu erkennen – dabei waren. Ein entsprechendes Schreiben, liegt unserer Redaktion vor. Auf dem Parteitag am vergangenen Sonntag, an dem die gesamte Führungsriege zurückgetreten war, soll Elsemann seine Teilnahme auch nicht dementiert haben, so ein Insider gegenüber der HASEPOST.

Ostritz
Festival-Besucher in Ostritz

Hinweis zu den Bildern aus Ostritz: Auch unsere Redaktion erhielt ein Konvolut von Bildern, die auf dem Neonazi-Festival im sächsischen Ostritz entstanden sein sollen. Der Urheber dieser Bilder ist unbekannt. Da diese Fotos zum Kronzeugen der aktuell in Selbstauflösung befindlichen Osnabrücker AfD geworden sind, haben wir uns entschlossen zwei Bilder im Ausschnitt zitatweise zu veröffentlichen. Die T-Shirts der Festivalteilnehmer sprechen für sich. 

Hitler-Geburtstag am 20. April

Ein Teil der nunmehr „vorstandslosen“ Mitglieder der AfD-Osnabrück schickte unserer Redaktion eine Presserklärung. In der Presseerklärung wird auch der Hintergrund des „Musikfestivals“ erläutert. Anlass soll der 129. Geburtstag Adolf Hitlers am 20. April gewesen sein.

Die von Teilen der Osnabrücker AfD am Dienstag veröffentlichte Pressemitteilung im Wortlaut:

Die Nachricht, daß drei Mitglieder des Kreisverbandes der AfD Osnabrück zu einem Neonazi-Festival zur Feier des Geburtstages von Adolf Hitler am 20.4.2018 in Ostritz (südlich Görlitz, 500 km von Osnabrück entfernt) an die polnische Grenze gefahren sind, traf die anderen Mitglieder wie ein Schlag. Eigentlich war am vergangenen Sonntag ein Kreisparteitag geplant auf dem vier Vorstandsposten nachgewählt werden sollten. Doch dazu kam es nicht, weil zwei der drei Festivalfahrer Vorstandsmitglieder waren. Nach kontroversen Vorbesprechungen entschieden sich alle anwesenden Vorstandsmitglieder zurückzutreten. Der eigens aus Hannover angereiste Bundestagsabgeordnete Jörn König verkündete das Ergebnis der Vorbesprechungen. Eine reguläre Eröffnung des Parteitages war nicht mehr möglich, weil nun alle Posten neu gewählt werden müssen, was erst nach einer neuen Ladung erfolgen kann.

Ziel des Rücktritts der unbelasteten Vorstandsmitglieder war es, die Übergabe der Verantwortlichkeit für den Kreisverband der AfD Osnabrück an den Landesvorstand der AfD-Niedersachsen zu übertragen.

In zahlreichen persönlichen und telefonischen Gesprächen erklärten zahlreiche Mitglieder der AfD-Osnabrück, daß es notwendig sei, sich an die Öffentlichkeit zu wenden, um dem Eindruck entgegenzutreten, daß die Reise der drei Festivalbesucher mit ihrem Wissen und ihrer Billigung erfolgt sei.
Dazu erklären sie einvernehmlich, daß niemand, ausser den drei Personen und die mittlerweile in die Fraktion „Die Linke“ übergetretene Ex-AfDlerin Tanja Bojani von dem skandalösen Vorgang wußte. Für die beteiligten Mitglieder gilt: Der Landesvorstand wird in dem Bestreben, einen Parteiausschluss der betreffenden drei Mitglieder anzustreben, unterstützt.

Die Mitglieder der AfD-Osnabrück wenden sich in aller Entschiedenheit gegen rechtsradikales Gedankengut in ihren Reihen. Die AfD ist die einzige Partei, die bei der Neuaufnahme von Mitglieder, die vorherigen Parteizugehörigkeiten abfragt und gegebenenfalls auch Aufnahmen verweigert.

 

Unsere Redaktion hat auch versucht vom inzwischen ehemaligen Kreistagsmitglied Felix Elsemann ein Statement zu erhalten, auf einer uns aus der AfD-Führung übermittelten Handynummer wurde jedoch kein Gespräch entgegengenommen.

Heiko Pohlmann
Heiko Pohlmann gründete die HASEPOST 2011 unter dem Titel "I-love-OS", die Ursprungsidee reicht aber auf das bereits 1996 gestartete Projekt "Loewenpudel.de" zurück. Direkte Durchwahl per Telefon: 0541/385984-11

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