Osnabrück 🎧Schnellerer Einstieg in den Psychotherapeuten-Beruf: Uni Osnabrück leistet Pionierarbeit

Schnellerer Einstieg in den Psychotherapeuten-Beruf: Uni Osnabrück leistet Pionierarbeit

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Ein Gesprächssetting im Rahmen der Psychotherapieausbildung. Foto: Elena Scholz/Uni Osnabrück

Im Wintersemester 2021/22 ist an der Universität Osnabrück der neue Masterstudiengang „Psychologie: Schwerpunkt Klinische Psychologie und Psychotherapie“ mit 60 Studierenden gestartet. Das Masterstudium, das direkt für den Beruf als Psychotherapeutin beziehungsweise Psychotherapeut befähigt, wird in diesem Semester erstmals in Deutschland angeboten.

„Die Uni Osnabrück leistet Pionierarbeit und ist eine der deutschlandweit ersten Universitäten, die ein Psychotherapie-Studium mit Möglichkeit zu direkter Approbation anbietet“, so die Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Dr. Silja Vocks. Für die Approbation als berufsrechtliche Anerkennung zur Psychologischen Psychotherapeutin beziehungsweise zum Psychologischen Psychotherapeuten musste bislang nach dem Master- bzw. Diplom-Studiengang in Psychologie eine mehrjährige Aus- bzw. Weiterbildung absolviert werden, an deren Ende die Staatsexamensprüfung mit Erteilung der Approbation stand. Eine Approbationsprüfung kann nun schon nach dem Masterabschluss absolviert werden. Allerdings sieht auch der neue Ausbildungsweg eine Weiterbildung vor, nämlich zum Fachpsychotherapeuten für bestimmte Gebiete und Psychotherapieverfahren. „Die Rahmenbedingungen und Finanzierung der neuen Weiterbildung werden derzeit von Verbänden und Politik diskutiert“, so Prof. Dr. Henning Schöttke, Leiter der Psychotherapieambulanzen der Universität Osnabrück.

Bereits im Studium psychotherapeutische Behandlung

„Eine Besonderheit des neuen Psychologie-Masters mit Schwerpunkt Klinische Psychologie und Psychotherapie liegt darin, dass die Studierenden bereits im Studium an psychotherapeutischen Behandlungen beteiligt werden, und nicht erst in ihrer Weiterbildung“, so Prof. Vocks. Ermöglicht werden diese Praxiseinheiten für Studierende in der Hochschulambulanz der Universität Osnabrück, aber auch im stationären Kontext in kooperierenden Kliniken mit den dort behandelten Patientinnen und Patienten. „Wir haben in den vergangenen Monaten von Seiten der Universität die bereits seit vielen Jahren bestehende Zusammenarbeit mit regionalen Kliniken und Einrichtungen weiter vertieft und sind dabei, neue Kooperationen zu schließen, und auf diese Weise ein breites Netzwerk für die Ausbildung der künftigen Psychotherapeutinnen und -therapeuten geknüpft“, erläutert Prof. Dr. Silja Vocks. Voraussetzung für die Zulassung zum neuen Masterstudium ist ein Bachelorabschluss in Psychologie.

Spezialisierung in jeweiliger Therapieform

60 Studierende sind zum Wintersemester 2021/22 gestartet, fast zehnmal so viele Interessierte hatten sich um einen Platz beworben. In dem viersemestrigen Masterstudiengang erfolgt nach den Modul-Prüfungen an der Universität eine zweiteilige Staatsexamensprüfung unter Verantwortung des Landesprüfungsamtes, die die Voraussetzung zur Verleihung der Approbation zur Psychotherapeutin bzw. zum Psychotherapeuten darstellt. Darauf aufbauend entscheiden sich die Studierenden für eine Spezialisierung in der jeweiligen Therapieform, ähnlich der Facharztausbildung in der Medizin. Rechtliche Grundlage für den neuen Studiengang ist das Ende 2019 grundlegend novellierte Psychotherapeutengesetz und die Approbationsordnung für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten von 2020.

 

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