Landkreis Osnabrück 🎧Schneller, günstiger und mehr: Lebensmittelindustrie arbeitet am Limit

Schneller, günstiger und mehr: Lebensmittelindustrie arbeitet am Limit

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Knapp 10.300 Menschen arbeiten im Landkreis Osnabrück in der Lebensmittelindustrie. Sie sorgen dafür, dass Lebensmittel während der Corona-Pandemie und auch sonst nicht knapp werden. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) appelliert, dass Arbeitsschutz trotz der aktuellen Lage nicht umgangen werden darf.

Für die 10.300 Menschen, die im Landkreis Osnabrück in der Lebensmittelindustrie arbeiten, ist die aktuelle Lage um das Corona-Virus eine große Herausforderung. „Überstunden und Extra-Schichten sind in der Lebensmittelindustrie schon seit Wochen an der Tagesordnung. Menschen arbeiten am Limit, damit den unterschiedlichen Supermarktketten die Ware nicht ausgeht“, sagt Uwe Hildebrand, Geschäftsführer der Regionalstelle Osnabrück NGG.

Kritik an den Supermarktketten

„Klar ist, dass die Versorgung mit Lebensmitteln an der Industrie, aber auch am Bäcker und Fleischerhandwerk nicht scheitert. Wenn Nudelregale einmal leer oder Tiefkühlpizzen ausverkauft sind, dann liegt das vor allem an übertriebenen Hamsterkäufen und an Problemen in der Logistik“, macht Hildebrand deutlich. Der NGG-Geschäftsführer übt vor allem Kritik an Vorgaben der Supermarktketten. Diese würden aufgrund der aktuellen Lage fordern, dass Hersteller schneller, günstiger und vor allem mehr produzieren. „Das geht letztlich auf Kosten der Mitarbeiter, die ohnehin unter Volllast arbeiten“, so Hildebrand.

Kein Eingriff in Arbeitszeitgesetz nötig

Aktuell gäbe es in der Lebensmittelindustrie keine Versorgungsengpässe. Schritte, wie Eingriffe in das Arbeitszeitgesetz, müssten nicht in Betracht gezogen werden. „Corona darf nicht dafür herhalten, die Höchstgrenzen bei der Arbeitszeit auszuhebeln. In Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen haben wir in der Lebensmittelindustrie längst die nötige Flexibilität, um Hochphasen zu stemmen. Sonst wären die Supermarktregale ja längst leer“, betont Uwe Hildebrand. Die gesetzlichen Standards müssen zum Wohle der Beschäftigten eingehalten werden. Das derzeit gültige Arbeitszeitgesetz setze ein klares Limit: nicht mehr als zehn Stunden am Tag und nicht mehr als 60 Stunden pro Woche. Der Arbeitsschutz müsse weiterhin ernst genommen werden. Vor allem in der Ernährungsindustrie und im Lebensmittelhandwerk müsste auf Schutzkleidung und Abstandsregeln geachtet werden.

PM
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