Osnabrück Schlosswallhalle als Corona-Impfzentrum sorgt für Ärger unter Sportlern

Schlosswallhalle als Corona-Impfzentrum sorgt für Ärger unter Sportlern

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Am vergangenen Mittwoch gab die Stadt Osnabrück bekannt, dass die Schlosswallhalle als Corona-Impfzentrum in Frage kommt. Seitdem laufen die Vorbereitungen, die Sporthalle bis zum 15. Dezember 2020 in ein betriebsbereites Impfzentrum umzurüsten. Die Sportler des Volleyball Clubs Osnabrück (VCO) müssen dafür ihre Sportstätte langfristig räumen – was für Unmut unter den Spielern sorgt.

“Stell Dir vor, Du spielst in der 3. Liga und hast von einem Tag auf den anderen plötzlich keine Spielstätte und Trainingshalle mehr”, beginnt der Volleyball Club Osnabrück seine Pressemitteilung. “Dieses Szenario droht aktuell den Drittliga-Volleyballerinnen des VC Osnabrück, aber auch den 1. Herren (Regionalliga) und 2. Damen (Oberliga) des VCO. Der Grund: Die täglich durch den Sport genutzte Schlosswallhalle soll nach Plänen von Stadträtin Katharina Pötter, die den städtischen Krisenstab leitet, kurzfristig zum Impfzentrum gegen Corona umgewandelt werden und stünde somit langfristig nicht mehr für einen Sportbetrieb zur Verfügung.”

Kein Volleyball, Basketball oder Gymnastik

Weiter heißt es: “Nicht nur der VCO würde seine Heimat verlieren, sondern auch die 13 Basketballteams des BBC Osnabrück, darunter die 1. Regionalliga-Damen (3. Liga). Außerdem müsste sich die Gymnastikabteilung des VfL Osnabrück, der Behindertensportverein sowie die Schwertkämpfer Osnabrück neue Übungsräume suchen. Bei dieser Entscheidung stellt sich unweigerlich die Frage, ob überhaupt ein Sportbetrieb in den kommenden zwölf Monaten von Seiten der Politik noch angedacht ist.”

Alternative Räumlichkeiten?

Für Empörung unter den Sportlern sorgt insbesondere die Wahl der Sportstätte als Impfzentrum, anstatt ein leerstehendes Gebäude dafür zu nutzen. “Alternative Räumlichkeiten stünden durchaus zur Verfügung, wie das Veranstaltungszentrum OsnabrückHalle oder die Halle Gartlage. Dazu kommt das Gebäude von ehemals Galeria Kaufhof mitten im Stadtzentrum, für das zukünftig ohnehin an einer Nachnutzung gearbeitet werden soll. Als weitere Alternative wurde außerdem der leerstehende Real-Markt in Fledder geprüft. Was wäre auch mit dem ehemaligen Hertie-Gebäude, welches für das neue City-Einkaufszentrum (OSKAR) weichen sollte?”

Wohin mit dem Equipment?

Nach Angaben des VCO müsste die Schlosswallhalle noch in dieser Woche geräumt werden. Dies würde für die Sportler unter anderem mit logistischen Problemen einhergehen: “Der VC Osnabrück hat in der Schlosswallhalle eine komplette ‘Garage’ für sein Trainings- und Spielmaterial (der BBC ebenfalls). Dazu gehören unter anderem zehn bis 15 Banden je 3 x 1 Meter Größe, diverse Banner beziehungsweise Aufsteller, zwei Schränke vollgestopft mit Equipment, 50 Bälle, ein Ballwagen, ein gemeinsam mit dem BBC angeschaffter Videowagen, ein Getränkekühlschrank für die Heimspiele und zwei Ballfangkörbe. Der Schiedsrichterstuhl und die Pfostenschoner sowie die vorgeschriebene Netzanlage mit DVV1-Siegel müssen ebenfalls aus der Halle. Die Netzanlage ist für die Spiele vorgeschrieben. Nur wohin so kurzfristig?”, fragt der VCO. In keiner anderen Osnabrücker Sporthalle würde so viel Stellplatz zur Verfügung stehen, wie in der Schlosswallhalle.

Abstieg wäre mögliche Konsequenz

Darüber hinaus würden sich auch langfristige Herausforderungen entwickeln, die vor allem mit dem Klassenerhalt der Drittligisten des Clubs zusammenhängen. “Der Aufstieg in die 3. Liga war schwer und hat viel Geld gekostet. Sollte diese Entscheidung zum Abstieg führen, wird das Team weder personell noch finanziell sofort wieder aufsteigen können. Es würde ein Neuanfang mit all seinen Konsequenzen nötig sein”, schreibt der VCO. “Ob sich darüber irgendjemand im Vorfeld Gedanken gemacht hat? Ob jetzt irgendjemand behilflich ist, die Probleme schnell und unbürokratisch zu lösen, darf dagegen bezweifelt werden. Das ist das Szenario nur für eine Mannschaft. Bei den Drittliga-Volleyballerinnen handelt sich um Amateursport mit hohem Leistungscharakter und großem Aufwand.”


Tatjana Rykov
Tatjana Rykov ist seit dem Sommer 2019, erst als Praktikantin und inzwischen als feste Mitarbeiterin, für die Redaktion der HASEPOST unterwegs.

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