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„Schillert schön – ist aber nix drin!“ — Caritas kritisiert neues niedersächsisches Kita-Gesetz als Rückschritt

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„Schillert schön – ist aber nix drin!“ Unter diesem Motto formuliert der Caritasverband für die Diözese Osnabrück seine scharfe Kritik am Entwurf der Landesregierung zur Novellierung des niedersächsischen Gesetzes über Kindertagesstätten und Kindertagespflege (NKiTaG).

„Die Rahmenbedingungen für die Arbeit in Kitas müssen sich deutlich verbessern, aber das neue Gesetz ist dafür völlig ungeeignet“, sagt Caritasdirektor Franz Loth. „In seiner jetzigen Form ist der Gesetzentwurf ein Rückschritt und wird nicht dazu beitragen, dass die Einrichtungen künftig ihren vielfältig gestiegenen Anforderungen gerecht werden können.“

Seifenblasen als Ausdruck des Unmuts

Um auf ihren Unmut aufmerksam zu machen, pusteten am 18. März 2021 in vielen der 222 katholischen Kitas im niedersächsischen Teil des Bistums Osnabrück Mitarbeitende und Trägervertreter Seifenblasen in die Luft – ganz nach dem Motto „Schillert schön – ist aber nix drin!“. An der Kita St. Antonius in Holzhausen-Ohrbeck versammelten sich Vertreterinnen und Vertreter des Caritasverbandes, der Kirchengemeinde, der Kita und Politikerinnen und Politiker, unter anderem der Grünen-Landtagsabgeordnete Volker Bajus. Einrichtungsleiterin Bianca Gröne betonte: „Die Aufgaben für Betreuungs- und Leitungskräfte sind in den vergangenen 25 Jahren immer umfangreicher geworden, aber die Rahmenbedingungen haben sich bislang nicht verbessert – und daran wird auch dieses Gesetz nichts ändern.“

Hinter dem, was benötigt wird

„SPD und CDU haben die Novellierung des Kita-Gesetzes 2018 mit den Worten auf den Weg gebracht, frühkindliche Bildung voranbringen und den wachsenden Anforderungen der Kitas in ihrer täglichen Arbeit mit den Kindern sowie der Beratung der Eltern und der Netzwerkarbeit gerecht werden zu wollen“, betonte Monika Kleine-Kuhlmann, Leiterin des Fachbereichs Tageseinrichtungen für Kinder beim Caritasverband für die Diözese Osnabrück. „Doch so gut wie nichts von dem, was die Parteien damals selbst in ihrem Antrag gefordert haben, findet sich nun im Gesetzentwurf wieder. Der Entwurf bleibt weit hinter dem zurück, was Kinder, pädagogische Fachkräfte und Eltern benötigen.“

Nachbesserungen gefordert

Der Caritasverband fordert deshalb enorme Nachbesserungen, wenn der Gesetzentwurf nun in die parlamentarische Beratung geht. So braucht es tragfähige Konzepte zur Gewinnung von mehr Fachkräften, einen Stufenplan zur Verbesserung des Fachkraft-Kind-Schlüssels sowie erhöhte Verfügungszeiten für die pädagogischen Fachkräfte. Zudem müssen der Bildungs- und Erziehungsauftrag fortgeschrieben und veränderte Herausforderungen wie die inklusive Ausrichtung der Kitas mit dem Rechtsanspruch auf einen Integrationsplatz berücksichtigt werden. Leitungskräfte benötigen weitere Freistellungszeiten für ihre Aufgaben. Gefordert wird darüber hinaus die Refinanzierung und differenzierte gesetzliche Festschreibung von Fachberatung für Kitas.

Ein kostbares Gut

„Es gilt die Vorgabe aufzuheben, dass die Novellierung des Gesetzes kostenneutral erfolgen muss, damit diese notwendigen Veränderungen Eingang in das neue Gesetz finden“, verdeutlicht Caritasdirektor Loth. „Frühkindliche Bildung ist ein kostbares Gut. Und verpasste Bildungschancen bringen langfristig sehr viel höhere Kosten mit sich als verbesserte Rahmenbedingungen für die Kita-Arbeit.“

Titelbild: Um ihren Protest gegen den Entwurf des neuen Kita-Gesetzes auszudrücken, versammelten sich Vertreterinnen und Vertreter des Caritasverbandes, der Kirchengemeinde, der Kita und Politikerinnen und Politiker an der katholischen Kita St. Antonius in Holzhausen-Ohrbeck. Foto: Caritas/Kückmann

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