Die inzwischen mehr als 165.000 Osnabrücker verteilen sich auf rund 85.000 Haushalte. Hält man die in Summe nur wenig mehr als 6.000 zur Hundesteuer erfassten Hunde dagegen, von denen auch zahlreiche gemeinsam in einem Haushalt leben, gibt es nur in deutlich weniger als jedem zehnten Osnabrücker Haushalt einen Hund.

Das ausgerechnet nur Haushalte in denen ein Hund gehalten wird, Opfer einer Vandalismusattacke werden, erscheint vor dem Hintergrund dieser Zahlen sehr unwahrscheinlich.

Einer Leserin der HASEPOST, die angesichts des ihr bereits zugefügten finanziellen Schadens lieber nicht genannt werden möchte, kam es daher seltsam vor, was sie in ihrer Nachbarschaft beobachtete und was ihr selbst passierte.

Tatwaffe hat einen viereckigen Kopf

Ein unbekannter Täter hatte Ende vergangener Woche die Windschutzscheibe des Autos unserer Leserin mit einem einzelnen gezielten Schlag zerstört. Exakt das gleiche Schadensbild zeigten in der direkten Nachbarschaft, einer ruhigen Wohngegend nahe der Paracelsusklinik am Natruper Holz, auch drei weitere Autos. Im Abstand von mehreren Tagen wurden die Familienwagen, allesamt keine besonders provozierenden Luxusautos, Ziel einer Sachbeschädigung. Vermutlich könnte ein Zimmermannshammer verwendet worden sein, denn auf einen spitz zulaufenden Hammerkopf deutet das Schadensbild hin. In der noch nicht reparierten Verbundglasscheibe unserer Leserin ist noch gut die viereckige Spitze zu erkennen, mit der ein einzelner Schlag auf die Scheibe ausgeführt wurde.

Auto vor der Attacke gezielt ausgewählt?

Zwei Beobachtungen machten unsere Leserin stutzig: Ihr Auto stand zum Zeitpunkt der Sachbeschädigung nicht direkt an der Straße, sondern seitlich neben ihrem Wohnhaus, als letztes von insgesamt drei in der Reihe parkenden Autos.
Der Täter muss also an zwei von der Straße aus viel leichter erreichbaren Autos vorbei gegangen sein um zum Objekt der sinnlosen Tat zu gelangen.
Und auch die anderen Autos, die in den Tagen zuvor Ziel eines ähnlichen Angriffs wurden, standen zwischen zahlreichen anderen Autos geparkt. Allen „Opfern“ gemein ist allerdings ein Umstand: Sie sind Hundebesitzer.
Man trifft sich regelmässig in der Nachbarschaft oder im nahen Natruper Holz, und so machte die Geschichte von dem seltsamen Vandalismus schnell die Runde und man kam schnell darauf, dass der zerstörerische Vandale offenbar nur Herrchen oder Frauchen eines Vierbeiners trifft.
An Zufälle will nun keiner mehr glauben, die Verunsicherung ist groß.

Täter schlug am Vormittag zu

Bei den Recherchen unserer Redaktion trafen wir auf eine weitere Hundebesitzerin aus einer Parallelstraße, bei der die Windschutzscheibe inzwischen sogar zum zweiten Mal zerdeppert wurde. In einem Fall lässt sich die „Tatzeit“ auf die Vormittagsstunden eines ganz normalen Wochentags eingrenzen.
Erneut stand das Zielobjekt des Vandalen zwischen zahlreichen anderen Autos und wurde offenbar gezielt ausgesucht.

Auf Nachfrage unserer Redaktion konnte Anke Hamker, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Osnabrück einen angezeigten Vandalismusfall bestätigen.
Leider, das ergaben unsere Recherchen, haben nicht alle der Geschädigten den Gang zur Polizeiwache angetreten. Allerdings wurde uns auch berichtet, dass in einem Fall ein Anruf bei der Polizeiwache in der Winkelhausenstraße bei einer Geschädigten den Eindruck erweckt hätte, dass so eine kaputte Windschutzscheibe lediglich als Bagatelle aufgefasst würde, denn „die Kaskoversicherung bezahlt ja den Glasschaden“.

Anke Hamker von der Polizeipressestelle bekräftigte jedoch im Gespräch mit der HASEPOST, dass Geschädigte bei einem derartigen Vorfall keinesfalls darauf verzichten sollten bei der nächsten Polizeidienststelle Anzeige zu erstatten: „Die Polizei kann nur ermitteln, wenn Sie Hinweise auf eine Straftat bekommt“.