Start Nachrichten Reporter ohne Grenzen wirft Israel Kriegsverbrechen vor

Reporter ohne Grenzen wirft Israel Kriegsverbrechen vor

-




Foto: Grenze zum Gazastreifen, über dts

Berlin (dts) – Reporter ohne Grenzen (ROG) fordert den Internationalen Strafgerichtshof auf, wegen der wiederholten Schüsse israelischer Soldaten auf palästinensische Journalisten bei den jüngsten Protesten im Gazastreifen Ermittlungen aufzunehmen. Während der Zusammenstöße an der Grenze des Gazastreifens seit dem 30. März hätten Scharfschützen der israelischen Armee auf rund 20 Journalisten direkt geschossen, so die Organisation. Reporter ohne Grenzen (ROG) betrachtet dies als Kriegsverbrechen, hieß es.


Deshalb habe sich ROG bereits am Dienstag an Chefanklägerin Fatou Bensouda gewandt. „Der israelischen Armee kann nicht entgangen sein, dass unter den demonstrierenden Zivilisten auch Journalisten waren“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr am Freitag in Berlin. „Trotzdem hat die Armee weder geeigneten Schutzvorkehrungen getroffen noch differenziert, als sie mit scharfer Munition auf Journalisten schoss, die die Proteste bloß beobachteten. Diese vorsätzliche und wiederholte Verletzung des humanitären Völkerrechts stellt ein Kriegsverbrechen dar.“ Laut Berichten verschiedener Quellen wurde ein Kameramann des staatlichen algerischen Fernsehsenders ENTV am Fuß verletzt, ein Al-Dschasira-Reporter an der rechten Hand, ein Kameramann am linken Bein, ein freier Fotograf der Hamas-nahen Tageszeitung Filastin erlitt einen Bauchschuss und musste in einem Krankenhaus in Gaza auf die Intensivstation gebracht werden. Zwei weitere Journalisten wurden nahe Chan Junis durch Schüsse verletzt. Weiter wurden nach ROG-Angaben Reporter des Hamas-nahen Khan Younis Media Networks, des Bürgerradiosenders Forsan al-Erada und des Online-Portals Safad Press beschossen. Zwei palästinensische Journalisten wurden durch Schüsse israelischer Soldaten getötet, seit die aktuellen Proteste der Palästinenser an der Grenze des Gazastreifens zu Israel begannen: Ein Fotograf der unabhängigen Agentur Ain Media und ein Reporter für Schaab und Bisan News. Beide waren durch eine Weste oder durch einen Helm mit der Aufschrift „Press“ eindeutig als Journalisten gekennzeichnet, so ROG. Für internationales Aufsehen sorgten diese Woche auch zwei Videos, auf denen zu sehen war, wie Drohnen der israelischen Armee jeweils direkt über einer Gruppe von Journalisten Tränengas versprühen. Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen steht Israel auf Platz 87 von 180 Ländern, die Palästinensergebiete stehen auf Platz 134.

dts Nachrichtenagentur
Ein Artikel der Nachrichtenagentur dts.



 

Lesenswert

Göring-Eckardt: Bundesregierung trägt Mitschuld für Stimmung im Osten

Foto: Plakate an leerstehendem Haus in Köthen (Anhalt), über dts Berlin (dts) - Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt gibt der Bundesregierung eine Mitschuld an der Stimmung...

Weber plädiert für Koalition von Union mit Grünen im Bund

Foto: Manfred Weber (CSU), über dts Berlin (dts) - Nach dem Willen des stellvertretenden CSU-Vorsitzenden Manfred Weber sollen die Unionsparteien künftig auf Bundesebene mit...

UN-Klimagipfel: Deutschland tritt Allianz für Kohleausstieg bei

Foto: Fahne vor den Vereinten Nationen (UN), über dts New York (dts) - Deutschland tritt an diesem Sonntag der internationalen Allianz für den Kohleausstieg...


 

Contact to Listing Owner

Captcha Code