Was als routinemäßige Verkehrskontrolle begann, entwickelte sich in der Nacht zu Freitag (9. Januar) zu einer spektakulären Verfolgungsfahrt durch mehrere Ortschaften im Landkreis Osnabrück. Gegen 0:30 Uhr wollte eine Polizeistreife auf dem Haster Weg in Osnabrück einen weißen Transporter anhalten. Doch der Fahrer dachte nicht daran zu stoppen. Im Bereich der Bremer Straße trat er plötzlich aufs Gas und flüchtete.
Mit Tempo 120 durch Ortschaften
Die anschließende Verfolgung führte über die Bremer Straße durch Wissingen, Westerhausen und Oldendorf bis nach Bad Essen. Dabei nahm der Fahrer erhebliche Risiken in Kauf: Er überfuhr mehrere rote Ampeln und raste mit bis zu 120 Stundenkilometern durch geschlossene Ortschaften – und das bei winterlichen Straßenverhältnissen. Mehrere Streifenwagen waren nötig, um die gefährliche Flucht zu begleiten.
Crash auf dem Biogasanlagen-Gelände
Im Ortsteil Essenerberg endete die Fahrt abrupt. Der Transporter bog auf das Gelände einer Biogasanlage ab, prallte gegen einen Metallzaun und kam dort zum Stehen. Der 35-jährige Fahrer versuchte noch, zu Fuß zu entkommen, wurde jedoch nach kurzer Verfolgung festgenommen.
Drogen, Baseballschläger und weitere Vorwürfe
Im Fahrzeug entdeckten die Einsatzkräfte einen 31-jährigen Beifahrer sowie eine erhebliche Menge Betäubungsmittel. Sichergestellt wurden unter anderem Kokain, Amphetamin, Ecstasy-Tabletten, Haschisch und Marihuana. Zudem fanden die Beamten einen Baseballschläger im Transporter. Die Funde werden dem Fahrer zugeordnet.
Gegen den Mann wird nun wegen des Verdachts des bewaffneten Drogenhandels in nicht geringer Menge ermittelt. Hinzu kommen weitere Vorwürfe, darunter Gefährdung des Straßenverkehrs, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Fahren unter Alkoholeinfluss sowie Steuerhinterziehung durch unverzollte Zigaretten. Der 35-Jährige ist bereits vorbestraft und stand zur Tatzeit unter Bewährung. Ein Richter ordnete Untersuchungshaft an, der Mann sitzt nun in einer Justizvollzugsanstalt.
Grow-Zelte in der Wohnung
Bei einer anschließenden Wohnungsdurchsuchung stießen die Ermittler auf zwei Grow-Zelte mit insgesamt zwölf Marihuana-Pflanzen sowie auf digitale Datenträger. Wegen des Anbaus der Pflanzen wurde ein separates Ermittlungsverfahren eingeleitet, das von Behörden in Nordrhein-Westfalen geführt wird.
Beifahrer wieder auf freiem Fuß
Der 31-jährige Beifahrer hatte lediglich eine geringe Menge Kokain bei sich. Weitere belastende Erkenntnisse ergaben sich weder bei ihm noch bei der Durchsuchung seiner Wohnung. Mangels Haftgründen wurde er am Freitagmittag entlassen.
Glück im Unglück
Nach Angaben der Polizei wurden während der gefährlichen Verfolgungsfahrt keine unbeteiligten Verkehrsteilnehmer verletzt oder konkret gefährdet. Die Ermittlungen zu dem Fall dauern an.
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