Landkreis Osnabrück Radweg soll Schwege und Kattenvenne verbinden — Bürgerradweg soll...

Radweg soll Schwege und Kattenvenne verbinden — Bürgerradweg soll das Wunschprojekt beschleunigen

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Die Beziehungen zwischen dem Glandorfer Ortsteil Schwege und dem Lienener Ortsteil Kattenvenne sind vielfältig. Ein Radweg an der Kreisstraße, der die beiden Ortschaften miteinander verbindet, fehlt allerdings bislang. Das soll sich zukünftig ändern.

Der Schweger Ortsbürgermeister Josef Hesse und der Glandorfer Kreistags- und Landtagsabgeordnete Martin Bäumer wollen die Planungen für den „Lückenschluss“ zwischen den beiden Ortschaften vorantreiben. „Der Radweg steht zwar auf einer Liste der Kreisverwaltung, hat aber in den kommenden Jahren auf die traditionelle Art kaum eine Chance auf Realisierung. Mit einem Projekt als Bürgerradweg könnte es schneller gehen“, sind Hesse und Bäumer überzeugt.

Kosten und Probleme

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Nach Auskunft des Kreistagsabgeordneten Martin Bäumer steht der mögliche Neubau eines Radweges zwischen Schwege und Kattenvenne aktuell auf der Liste der Neubauprojekte des Landkreises Osnabrück auf Platz 12. Die Verlängerung des bisherigen Radweges von der Straße „Eichenbrink“ bis zur Landesgrenze würde vermutlich mehr als eine halbe Million Euro kosten. Damit sollen 2,322 Kilometer neuer Radweg entstehen. Bis es dazu kommt, müssten aber zunächst 22,143 Kilometer Radweg an elf anderen Stellen im Landkreis Osnabrück gebaut werden. „Der Etat für den Neubau von Radwegen im Landkreis beträgt circa eine Million Euro pro Jahr. Da würde es mehr als 8 Jahre dauern, bis wir die Lücke nach Kattenvenne geschlossen haben“, rechnet Bäumer vor. Deshalb habe er im Gespräch mit der Kreisverwaltung nach einer Lösung gesucht. „Ein weiteres Problem sind anscheinend aktuell auch die Planungskapazitäten“, erfuhr Bäumer. Deshalb sei die Idee mit dem Bürgerradweg geboren worden. Die vielen Argumente für einen Radweg von Schwege nach Kattenvenne hatte der Ortsrat bereits im August 2018 in einem Fünf-Punkte-Papier zusammengefasst. Die Argumente reichten damals unter anderem von der Verkehrssicherheit über die Verbesserung der touristischen Situation bis hin zu einem verbesserten Umwelt- und Klimaschutz.

Vorteile für Radfahrer

Dass Bürgerradwege Planungsprozesse beschleunigen können, zeigt sich an Beispielen in Hilter, Melle oder Wallenhorst. Dort wurden für diesen Zweck eigens Vereine gegründet, die den lokalen Projekten zu mehr Nachdruck verhelfen sollen. Der Schweger Ortsbürgermeister Josef Hesse kann sich vorstellen, dass damit auch der Radweg zwischen Schwege und Kattenvenne schneller realisiert werden kann. „Gerade zwischen Schwege und Kattenvenne gibt es vielfältige Beziehungen. Der Bahnhof in Kattenvenne ist quasi auch unser Anschluss an den Fernverkehr. Deshalb wäre es schön, wenn der Bahnhof auch mit dem Fahrrad unkompliziert und ungefährdet erreichbar wäre“, stellt Hesse die Vorteile einer eigenen Spur für Radfahrer heraus.

Startpunkt der Verlängerung des bisherigen Radweges an der Straße „Eichenbrink“./ Foto: Annegret Burchardt

Das Thema auf „gemeinsame Füße“ stellen

Doch auch wenn auf niedersächsischer Seite ein Radweg entstehen sollte, fehlt auf westfälischer Seite zwischen der Landesgrenze und der Kattenvenner Grundschule ein weiteres Stück. Deshalb will Hesse in der nächsten Zeit Kontakt zu den Gemeinderatsmitgliedern in Kattenvenne und weiteren Entscheidungsträgern auf NRW-Seite aufnehmen, um das Thema auf „gemeinsame Füße“ zu stellen. „Ein Radweg nur bis zur Landesgrenze bringt uns kaum weiter. Aber wenn wir das als gemeinsames, grenzüberschreitendes Radwegeprojekt in Angriff nehmen, dann können wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.“

Umfangreiche Grundstücksverhandlungen notwendig

Für den Neubau des Radweges werden nach Einschätzung von Hesse und Bäumer umfangreiche Grundstücksverhandlungen notwendig sein. Die vorhandenen Flächen gehören zum Teil der öffentlichen Hand. Der Großteil gehört allerdings privaten Eigentümern. Deren Interessen sollen frühzeitig berücksichtigt werden. Die beiden Kommunalpolitiker hoffen bei ihrer Initiative auch auf Unterstützung der Verwaltungen in Glandorf und beim Landkreis Osnabrück. Aber auch wer als Privatperson Lust auf Mitarbeit an dem Projekt hat, kann sich gerne bei Josef Hesse (E-Mail: josef.hesse@rat-glandorf.de) melden. Dabei ist das ganz bewusst „nicht nur ein Schweger Projekt“. Auch Bürgerinnen und Bürger aus Glandorf haben nach Aussage von Hesse schon Interesse gezeigt.

Interessanter Mobilitätsknotenpunkt

Hesse und Bäumer sind überzeugt, dass es Sinn ergibt, sich für den weiteren Neubau von Radwegen einzusetzen. „Durch ein verändertes Mobilitätsverhalten und die neue Lust am E-Bike werden heute mit Fahrrädern auch Strecken regelmäßig zurückgelegt, die früher undenkbar waren. Und der Bahnhof in Kattenvenne hat mit einer vernünftigen Anbindung das Potenzial, auch für Schweger und Glandorfer Bürger zu einem interessanten Mobilitätsknotenpunkt zu werden. Von der Schweger Kirche bis zum Bahnhof sind es nur 7 Kilometer“, machen Hesse und Bäumer deutlich. Sie wollen jetzt in der Glandorfer Kommunalpolitik und im Kreistag kräftig Werbung für das Projekt „Bürgerradweg Schwege-Kattenvenne“ machen.

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