Prognose: Dramatischer Lehrermangel noch bis 2030


Foto: Abgeschlossenes Schultor, über dts

Berlin (dts) – Der Lehrermangel bleibt ein Dauerproblem: Nach der neuen, noch unveröffentlichten Prognose der Kultusministerkonferenz (KMK) „stehen bis zum Jahr 2030 weniger ausgebildete Lehrkräfte zur Verfügung als benötigt werden“, unterm Strich werden jährlich viele tausend Lehrer fehlen. Das berichtet das „Handelsblatt“ (Freitagsausgabe). Besonders schlimm bleibt die Situation demnach in den ostdeutschen Ländern und Berlin: Dort wird von 2018 bis 2030 mit einer „Unterdeckung von durchschnittlich 29 Prozent gerechnet“.

Die Prognose ist Grundlage der seit Mittwoch stattfindenden Beratungen der Kultusminister in Berlin. Geplant war, die Ergebnisse schon am Mittwoch zu veröffentlichen. Angesichts der besorgniserregenden Ergebnisse dauert die Diskussion der Schulminister aber an. Mit einer Veröffentlichung wird nicht vor dem Nachmittag gerechnet. „Unverändert angespannt“ bleibt nach der Prognose die Lage vor allem für die Berufsschulen und die beruflichen Fächer an anderen Schulen. Hier rechnet die KMK damit, dass auf durchschnittlich 3600 nötige Neueinstellungen pro Jahr lediglich 2.900 Bewerber kommen. Im Westen könne somit ein Zehntel der Stellen nicht besetzt werden – im Osten sogar jede zweite. „Große Engpässe“ erwarten die Statistiker der Kultusministerkonferenz für die Grundschulen. Dort fehlen noch bis mindestens 2023 jährlich mehrere Tausend Lehrer. Noch dramatischer werden die Aussichten der Mittelstufe eingeschätzt: Hier fehlen im Schnitt sogar bis zum Ende des nächsten Jahrzehnts mehrere tausend Lehrkräfte pro Jahr. Entwarnung gibt es lediglich für die Gymnasien, für die ein ausreichendes Angebot an Lehrern erwartet wird. Für die Interessenten am Lehrerberuf bedeute das, dass sie – mit Ausnahme der Gymnasien – bis 2030 „gute Einstellungschancen im Schulsystem vorfinden werden“, lautet das Fazit.