Osnabrück 🎧Pinguin- und Seehundnachwuchs im Osnabrücker Zoo

Pinguin- und Seehundnachwuchs im Osnabrücker Zoo

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Titelbild: Zoo Osnabrück.

Es gibt Nachwuchs im Osnabrücker Zoo: Das Seehundweibchen Biene hat zum fünften Mal ein Junges bekommen. Aber der junge Seehund ist nicht der einzige Neuzugang – direkt nebenan haben die Humboldt-Pinguine einen neues Küken.

Am Donnerstag, dem 2. Juli 2020, gab es bei der morgendlichen Kontrollrunde eine erfreuliche Überraschung für die Tierpfleger: Nicht nur zwei Seehunde waren im Gehege, sondern drei. „Schon seit ein paar Wochen haben wir auf den Nachwuchs gewartet – unserer Seehunddame Biene war nämlich schon deutlich anzusehen, dass das Jungtier nicht mehr lange auf sich warten lassen kann“, erzählt Tierpflegerin und Revierleiterin Kirsten Bischoff. Das frischgeborene Jungtier ist der fünfte Nachwuchs von Biene und Seehundmännchen Max.

Kirsten Bischoff bei der Seehundfütterung. Bente traut sich noch nicht so nah an Bischoff heran, wie ihre Eltern Biene und Max. / Foto: Tatjana Rykov.

Eine unerwartete Herausforderung

Allerdings standen die Tierpfleger vor einer ungeahnten Aufgabe: Einmal die Woche muss das Becken der Seehundanlage gesäubert werden – aufgrund der alten Technik der Anlage muss dazu das gesamte Wasser einmal abgelassen und erneuert werden. „Mehrere Tausend Liter Wasser abzulassen dauert natürlich seine Zeit und so kam es, dass Biene genau in dieser Zeit ihr Jungtier bekam“, erklärt Bischoff. Bei Seehunden verläuft die Geburt sehr zügig, weil sie ihre Jungen in freier Wildbahn während der Ebbe auf Sandbänken zur Welt bringen. Sobald die Flut zurückkommt, müssen die Jungtiere bereits schwimmen können. Die „Ebbe“ am Schölerberg nahm allerdings zu und so wurden Mutter und Kind, durch den sinkenden Wasserstand am Übergang vom größeren zum kleineren Becken, voneinander getrennt und das Jungtier kam nicht von alleine heraus. Andreas Wulftange, Biologe und zoologische Leitung, berichtet: „Um die Familie wiederzuvereinen, mussten wir das Jungtier mit dem Kescher aus dem Becken holen und es anschließend zu seiner Mutter setzen.“ Die Aktion ermöglichte einen direkten Blick auf das Jungtier und die Tierpfleger konnten feststellen, dass es sich um ein Weibchen handelt. Getauft wurde die junge Seehunddame auf den Namen Bente. „Wir konnten auch sehen, dass es ihr gut geht. Sie ist aktiv und munter“, berichtet Wulftange. Nachdem die Familie wieder zusammengeführt worden ist, begann Biene sofort mit dem Stillen.

Interessante Fellzeichnungen

Erkennen kann man die junge Seehündin, neben ihrer Körpergröße, an den vielen schwarzen Punkten, die sie neben ihrer üblichen Fellmaserung aufweist. „Normalerweise haben Seehunde nicht viele solcher Punkte – Bente allerdings schon“, erklärt Kirsten Bischoff. Im Gegensatz zu ihren Geschwistern erweist sich Bente als Wasserliebhaberin. „Sie hält sich ganz viel im Wasser auf. Sie schläft auch auffällig häufig im Wasser. Es kommt vor, dass ihre Mutter sie quasi aus dem Wasser scheuchen muss“, schmunzelt Bischoff. „Die anderen Jungtiere waren sonst viel an Land.“ Das Seehundweibchen kann theoretisch mehrere Jahre im Zoo bleiben. „Aber sobald der nächste Nachwuchs kommt sollte sie weg“, erzählt Andreas Wulftange. „Viele Zoos haben Interesse an Seehunden.“

Nachwuchs bei den Humboldt-Pinguinen

Auch bei den Humboldt-Pinguinen gab es Nachwuchs. „Am 22. April schlüpfte ein Küken, doch leider haben wir schnell festgestellt, dass es von seiner Mutter nicht ausreichend versorgt wurde“, berichtet Wulftange. Kurzerhand wurde entschlossen, das Küken per Hand aufzuziehen. „Normalerweise wird die Handaufzucht bei uns vermieden. Allerdings haben wir bei den Pinguinen gute Erfahrungen damit gemacht und uns deswegen dazu entschlossen das Küken per Hand zu versorgen.“ Der junge Pinguin wurde zu einer Tierpflegerin nach Hause gebracht, um dort rund um die Uhr betreut zu werden. „Ich habe es in eine kleine Wanne mit einem feuchten Handtuch und Kuscheltier gesetzt und den Raum angenehm warm gehalten – so wurde ein Elternteil imitiert, dass das Küken mit seinem feuchten Gefieder wärmt“, berichtet Tierpflegerin Alina Niebler. Gefüttert wurde das Kücken zuerst vier bis fünf mal mit einem speziellen Fischbrei. Der junge Pinguin nahm täglich zu und entwickelte sich gut – schon bald konnte er kleine Fischstücke und Sprotten fressen.

Das Pinguinbaby Clemetine ist putzmunter. / Foto: Tatjana Rykov.

Wiederkehr in den Zoo

Seit dem 3. Juli lebt der junge Pinguin nun wieder im Zoo. Vorerst ist er von seinen Artgenossen getrennt, aber unter Aufsicht wurden schon die ersten Kontaktversuche zu einem älteren Tier und einem Jungtier aus dem Vorjahr gewagt. Das Küken scheint sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. „Es geht schon selbstständig rein und raus, das haben die anderen Jungtiere nicht gemacht – das finden wir wirklich toll“, freut sich die Revierleiterin Kirstin Bischoff. Seit Mittwoch, dem 8. Juli, ist auch das Geschlecht des Pinguins bekannt: Es ist ein Weibchen. Bei Humboldt-Pinguinen ist das Geschlecht nur über eine Feder-DNA-Probe zu erkennen. Sie wird von den Tierpflegern nun Clementine genannt.

Noch muss Clementine im „Nichtschwimmer-Becken“ bleiben. / Foto: Tatjana Rykov.

Jannis Brunsmann
Jannis Brunsmann studiert Medienkommunikation (Journalismus und PR) und unterstützt die Redaktion im Rahmen eines Praktikums.

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