Thematisch anschließend zu unserem gestrigen Artikel über die Lage der Frauenhäuser in Osnabrück: Die Einweihung einer Erinnerungstafel zum Gedenken an Cili-Maria Kroneck-Sails.

Der internationale Weltfrauentag bot einen guten Anlass, die Gedenktafel für Chili-Maria Kroneck-Salis einzuweihen.

Die Erinnerungstafel ist ein Baustein für die Osnabrücker Fraueninitiative. Die Intention der Gedenktafel ist, dass sie gut sichtbar für jeden ist und das Leben und Wirken für den Einsatz von Frauenrechten widerspiegelt. Die Tafel ist am Rathauseingang an der Bierstraße angebracht. Die Wahl dieses Ortes wurde damit begründet, dass das Gleichstellungsbüro letzte Woche in das Rathaus gezogen sei und demnach hier eine gute Stelle biete. So entsteht an dieser Stelle der 35. frauenORT in Niedersachsen.

frauenORT in Niedersachsen
Die Erinnerungstafel am 35. frauenORT in Niedersachsen

Wer war Cilli-Maria Kroneck-Salis?

Sie war eine bedeutende Wegbegleiterin und Mitstreiterin im Kampf um die Frauenrechte und stellt sich damit in eine Reihe mit historisch bedeutender Frauen wie zum Beispiel Ricarda Huch, so Prof. Dr. Hildegard Müller-Kohlenberg vom Trägerverein des Osnabrücker Frauenhauses, die die Ansprache zu Einweihung hielt.

Der Name Cilli-Maria Kroneck-Salis steht für eine Idee und ein Konzept. Vor ungefähr 30 Jahren galt sie als Gründerin des Frauenhauses in Osnabrück. Sie rang in den 70er und 80er Jahren mit der Aufgabe, die Osnabrücker Öffentlichkeit und Lokalpolitik von der Notwendigkeit eines Frauenhauses zu überzeugen. Letztendlich gelang es ihr einen Vertrag mit der Stadt abzuschließen, in welchem die Autonomie des Frauenhauses zugesichert wurde. Das war ihr ein besonderes Anliegen, da ihr zum einen der Schutz der Daten und zum anderen die Wahrung der Würde der Frauen am Herzen lag. Sie sprach sich, auch vor ihren Kollegeninnen, für das Nichthinterfragen von Gründen des Besuches sowie für Verständnis und Akzeptanz für das Verhalten der Frauen aus.

Das Frauenhaus ohne Leiterin

Seit nunmehr 30 Jahren besteht das Frauenhaus ohne Leiterin, was vielfach auf Kritik stieß. Es kamen beispielsweise Fragen dazu auf, wer denn eigentlich die Verantwortung trägt. Cilli-Maria Kroneck-Salis bestand schon damals auf Teamarbeit ohne Hierarchien, was das Frauenhaus weit gebracht hat.

Ebenfalls am Donnerstag ab 17 Uhr fand eine Demonstration zum Thema „Frauen auf die Barrikaden: Keine Zukunft ohne Feminismus“ statt. Treffpunkt war am Rathausplatz . Die TeilnehmerInnen treten unter dem Motto „Frauenrechte sind Menschenrechte und Menschenrechte sind Frauenrechte“ für verschiedene Themen ein. Darunter fällt die Forderung, dass Frauen sich nicht mehr benutzen und auch nicht spalten lassen sollen. Anlässlich des Weltfrauentags wurden in der Stadt zahlreiche lila-farbene Tulpen verteilt, da es sich bei der Farbe Lila traditionell um die Farbe des Weltfrauentages handelt.