In Osnabrück sorgt eine neue Maßnahme der Stadtverwaltung für Unmut: Weitere Parkplätze werden ersatzlos gestrichen. Offiziell begründet die Stadt den Rückbau mit Sicherheitsrisiken durch so genannte Dooring-Unfälle, also Zusammenstöße, wenn Autoinsassen Türen öffnen und Radfahrer treffen. Doch laut vorgelegten Zahlen ereignen sich laut des Bundes Osnabrücker Bürger (BOB) im gesamten Stadtgebiet durchschnittlich nur 1,2 solcher Fälle pro Jahr – eine statistische Randerscheinung angesichts von weit über hunderttausend täglichen Verkehrsbewegungen.
Symbolpolitik statt Nutzen?
Trotz der geringen Unfallzahlen seien Parkbuchten entfernt, Betonquader gesetzt und Fahrradbügel installiert worden. Die Folgen treffen dabei vor allem die Bürgerinnen und Bürger: Anwohner verlieren Stellplätze in ohnehin belasteten Vierteln, Handwerker und Pflegedienste kämpfen um die Erreichbarkeit ihrer Kundschaft, und die Innenstadt wird für spontane Besuche weniger attraktiv.
Kritik an der Verkehrspolitik
In der Pressemitteilung des BOB heißt es: „Das ist keine Verkehrswende. Das ist Ideologie statt Vernunft, ein Abschreckungsprogramm für alle, die in Osnabrück leben und arbeiten – und am Ende ein Schaden für die Stadtentwicklung.“ BOB kritisiert die Verwaltung deutlich und formuliert ein klares Nein zu den aktuellen Maßnahmen.
Forderung nach Lösungen ohne Parkplatzvernichtung
BOB fordert eine Verkehrspolitik, die sich an Fakten orientiert und nicht an gewünschten Schlagzeilen. Sicherheit solle durch Aufklärung, Sichtachsen und pragmatische Anpassungen erreicht werden, nicht durch das Abwürgen jeglicher Mobilität.
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