Osnabrück Paracelsus Klinken werden in die Schweiz verkauft

Paracelsus Klinken werden in die Schweiz verkauft

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Die bundesweit mehr als 5.200 Mitarbeiter der in Osnabrück ansässigen Paracelsus-Kliniken bekommen neue Chefs. Zukünftig wird über die Zukunft der rund 40 Einrichtungen in der Schweiz entschieden.

Die in Familienbesitz befindliche Beteiligungsholding Porterhouse Group AG hat am 19. April 2018 vom Gläubigerausschuss der Paracelsus Unternehmensgruppe den Zuschlag für die Übernahme der Klinikgruppe erhalten, teilte das Unternehmen am Freitagnachmittag der Presse mit.

Die Beteiligungsholding mit Sitz in Luzern beabsichtigt, den privaten Krankenhausbetreiber nach rechtlicher Übernahme wieder zurück auf Erfolgskurs zu bringen. Die Paracelsus Kliniken befinden sich seit Dezember 2017 in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, dessen Abschluss vor der rechtlichen Übernahme durch Porterhouse stattfinden wird. Bis zum Abschluss der rechtlichen Übernahme durch Porterhouse wird das bisherige Team der Eigenverwaltung das Unternehmen weiterhin leiten.

Der Gläubigerausschuss der Paracelsus-Kliniken Deutschland GmbH & Co. KGaA i. I. hat dem Vorschlag der Eigenverwaltung und der Sachwaltung, den Konzern an Porterhouse zu verkaufen, bereits zugestimmt. Dabei wurde die Entscheidung an den Interessen der Gläubiger als Ganzes, darunter auch der Mitarbeiter, ausgerichtet.

Gläubiger sollen bedient werden

Die Eigenverwaltung mit dem Restrukturierungsteam um die Generalbevollmächtigten Andreas Ziegenhagen, Daniel F. Fritz und Dr. Reinhard Wichels wird in Abstimmung mit Porterhouse die Insolvenzpläne unmittelbar bei Gericht einreichen. Neben den expliziten Sanierungsmaßnahmen werden die Insolvenzpläne für die Übernahme der Anteile die Zahlung einer Kapitaleinlage seitens Porterhouse vorsehen, aus der anschließend die Gläubiger bedient werden. Die Entscheidung über die Annahme der Insolvenzpläne bleibt den Gläubigern vorbehalten, die in einer Gläubigerversammlung über die Insolvenzpläne abzustimmen haben. Nach Zustimmung durch die Gläubiger und Umsetzung der Insolvenzpläne kann das Insolvenzverfahren aufgehoben werden.

Nach der rechtlichen Übernahme durch Porterhouse wird Prof. Dr. Michael Philippi, der bis Ende 2016 die Sana Kliniken AG führte, die Leitung der Paracelsus Kliniken übernehmen. Unter seiner achtjährigen Leitung vervielfachte die Sana Kliniken AG ihren Umsatz und wuchs zu einem der führenden Klinikbetreiber in Deutschland heran. Der Diplom-Kaufmann und promovierte Wirtschaftswissenschaftler, der beinahe seine gesamte berufliche Karriere bei Sana in verschiedensten Führungspositionen verbrachte, ist ein ausgewiesener Experte für das deutsche Gesundheitswesen. Über viele Jahre engagierte sich der heutige Honorarprofessor an der Apollon Hochschule der Gesundheitswirtschaft als Vizepräsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und als Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken (BDPK).

„Wir freuen uns, dass wir mit der in Familienbesitz befindlichen Beteiligungsholding Porterhouse Group AG einen neuen Eigentümer für die Paracelsus Kliniken gewinnen konnten. Der Gläubigerausschuss hat sich in einem intensiven Auswahlprozess am gestrigen Tag für Porterhouse entschieden. Mit der Entscheidung wurde ein wichtiger Schritt auf dem Weg aus der Krise gemacht. Der anstehende Weg wird steinig bleiben, aber mit Porterhouse hat Paracelsus nun einen zukünftigen Eigentümer, der dem Unternehmen wieder eine Perspektive gibt“, so Dr. Rainer Eckert, Sachwalter der Paracelsus-Kliniken Deutschland GmbH & Co. KGaA i. I.

„Für Paracelsus wie für Porterhouse ist dies ein Tag der Freude, aber auch der Verantwortung, denn nur im Team werden wir unser Unternehmen langfristig wieder zu alter Stärke führen können. Gemeinsam wollen wir Paracelsus wieder zu einem stabilen und profitablen Unternehmen entwickeln, das aus eigener Kraft und auch durch Zukäufe wächst. Bis dahin wird es kein einfacher Weg sein. Aber wir werden versuchen alle Chancen der Zukunft zu nutzen. Für einen verbesserten Patientenservice und für effiziente Prozesse werden wir verstärkt in die Möglichkeiten der Digitalisierung investieren und mit unserem Knowhow Paracelsus zu einem der digitalen Leuchtturm-Unternehmen im deutschen Klinikwesen entwickeln. Paracelsus soll Klinik der Wahl werden – für Patienten und Mitarbeiter. An dieser Stelle möchte ich allen Beteiligten für den konstruktiven Austausch, die Zusammenarbeit und die Zuversicht danken.“, so Felix Happel, Verwaltungsratspräsident der Porterhouse Group AG.

„Paracelsus wieder zu einer der führenden Marken im deutschen Klinikmarkt zu machen, die für erstklassiges Knowhow, Qualität und Service steht, ist eine Aufgabe, die ich im Team mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den neuen Eigentümern gerne annehme. Die neue Eigentümerstruktur, die für langfristiges Denken und Engagement steht, wird uns die Freiheit und Stabilität für künftiges Wachstum geben. Ich freue mich, dass ich dieses neue Unternehmenskapitel an leitender Position mitgestalten darf“, so Dr. Michael Philippi, designierter CEO der Paracelsus Kliniken.

Kartellamt muss noch zustimmen

Porterhouse hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, mittelständische Unternehmen mehrheitlich zu erwerben und langfristig in ihrem Wachstum zu unterstützen. Dabei greift Porterhouse auf sein internationales Netzwerk, ausgeprägtes Branchenverständnis und operative Erfahrung zurück. Eigentümer von Porterhouse ist Felix Happel. Der Beteiligungsfokus liegt auf Unternehmen, deren Produkte und Dienstleistungen für die Erfüllung menschlicher Grundbedürfnisse direkt oder indirekt eine bedeutende Rolle spielen. Porterhouse hält heute Beteiligungen an innovativen Unternehmen mit Digitalkompetenz in der Gesundheitsbranche.

Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung des Bundeskartellamts. Über die finanziellen Aspekte der Übernahme wurde Vertraulichkeit vereinbart. Porterhouse Group AG finanziert die Übernahme komplett aus eigenen Mitteln.

Hasepost
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