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Osnabrücks Löwen bekommen eine größere Anlage – Langfristig Jungtiere im Zoo geplant

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Das Löwenrudel im Osnabrücker Zoo hat derzeit viel zu sehen: Der Um- und Ausbau der Löwenanlage läuft an. Die Vergrößerung ist Teil des vier Millionen Euro teuren Bauprojektes „Mapungubwe“.

Für Besucher gibt es in der kalten Jahresezeit eher weniger zu sehen. Ganz anders für die Löwen: Direkt vor der Anlage des fünfköpfigen Rudels laufen Bagger und Co. auf Hochtouren. In zwei Bauphasen soll die Löwenanlage ausgebaut werden. „Aktuell wird der neue Bereich der Löwenanlage geschaffen, im Anschluss wird die aktuelle Anlage angepasst“, erklärt Bauleiterin Angelika Mösche vom Planungsbüro Drecker den Ablauf der Arbeiten.

Verdoppelung der Innenanlage

Für die Vergrößerung von 900 m² auf etwa 2.000 m² weichen müssen die Kirk-Dikdiks, die momentan in einem Ausweichgehege im Zoo leben. Zooinspektor Thorsten Vaupel erläutert, dass die Art der Zwergantilopen dem Zoo jedoch erhalten bleiben wird: „Wir werden die Dikdiks im Zoo anderweitig unterbringen. Eventuell entsteht im Rahmen der Bauarbeiten ein neues kleines Gehege.“ Das Haus der Dikdiks ist wie die Gehege-Eingrenzungen bereits abgerissen. Ehe die Bodenplatte des neuen Löwenstalls gegossen werden kann, muss der Bestand der Wasser- und Stromleitungen erfasst werden. Anschließend folgt das Mauerwerk des neuen Löwenhauses, bis schließlich das neue und das bestehende Löwenhaus verbunden werden.


Der Plan wird derzeit umgesetzt. V.l.n.r. Angelika Mösche, Michael Wendt, Dr. E. H. Fritz Brickwede, Thorsten Vaupel und Andreas Wulftange.


Drei Gründe für Umbau

Dr. E. H. Fritz Brickwede, Vorsitzender des Vereins „Löwen für Löwen“ erklärt, dass der Ausbau der Löwenanlage mehrere Gründe hat: „Die Anforderungen an Zoos sind allgemein gestiegen. Wir müssen größer werden. So lauten die Vorschriften der Europäischen Union. Uns liegt natürlich auch das Tierwohl am Herzen, denn wir wollen das beste für unsere Tiere aus den Anlagen rausholen.“ Ein weiterer erfreulicher Grund für den Ausbau der Löwenanlage ist der Wunsch nach Löwennachwuchs in Osnabrück. „2008 hatten wir zuletzt einen großen Wurf mit sechs überlebenden Jungtieren. Der Hype war damals über Jahre riesig. Nachwuchs ist allerdings ein weiteres Mal nur unter besserern Bedingung als derzeit gegeben möglich“, so Brickwede.

2,5 Millionen Euro aus Fördermitteln und Spenden

„Leider wachsen die Ressourcen bei den Anforderungen nicht mit“, bedauert der Schatzmeister der Zoogesellschaft, Michael Wendt. Daher ist der Ausbau der Löwenanlage an Fördermittel und Spenden gebunden. Die Vergrößerung ist Teil des insgesamt vier Millionen Euro schweren Bauprojektes „Mapungubwe“, in dessen Rahmen neben der Löwen- auch die Nashornanlage erweitert wurde. Die Kosten, die in die Löwenanlage fließen, betragen dabei 2,5 Millionen Euro. Möglich ist die Finanzierung durch europäische Fördermittel und Spenden der Stiftungen der Sparkassen aus Stadt- und Landkreis. Anlässlich des Ausbaus wurde zudem der Verein „Löwen für Löwen“ gegründet, der ebenfalls Gelder sammelt. „Vor drei Jahren haben wir „Löwen für Löwen“ gegründet. Durch Mitgliederbeiträge und verschiedene Aktionen, wie das Zoo Open Air-Kino oder den Verkauf der „Löwenmahlzeit“ konnten wir bislang 350.000 Euro zum Ausbau beitragen“, so Dr. Fritz Brickwede. Ziel sei eine halbe Million Euro. Nach Abschluss der Arbeiten wird sich der Verein wieder auflösen.

Die Bauphase 1 läuft. Vom Gehege der Dikdiks ist nicht mehr viel zu sehen.

Entspanntes Löwenrudel

Derzeit sind die Löwen in ihrem (bald alten) Gehege. Von dort haben sie einen direkten Blick auf die Baustelle. „Die Auslagerung der fünf Löwen wäre nur schwer möglich gewesen und für die Tiere mit enormem Stress verbunden“, erklärt Andreas Wulftange, wissenschaftlicher Kurator im Zoo Osnabrück. Er ergänzt: „Wir haben die Baustelle zunächst in einer kurzen Eingewöhnungsphase für die Löwen verdeckt. Doch der Lärm ist kein Problem für die Tiere. Inzwischen haben sie freie Sicht auf die Bauarbeiten und zeigen sich neugierig. Manchmal gucken sie den Arbeitern zu und sind ganz entspannt.“

Die Löwen sind trotz Bauarbeiten ganz entspannt.

Jungtiere in wenigen Jahren?

Mit der Fertigstellung, die je nach Wetterlage im kommenden Jahr sein soll, ändern sich auch die Wege der Besucher. „Wie schon in anderen Teilen des Zoos erstellen wir Hochpfade, von denen die Besucher einen direkten Blick auf das Löwengehege haben und auf Augenhöhe mit den Tieren sein werden. Auch das Giraffengehege wird von dort gut zu sehen sein“, so Angelika Mösche. In wenigen Jahren können Zoobesucher sich dann vielleicht auch an kleinen Löwenbabys erfreuen.

Maurice Guss
Maurice Guss vervollständigt als Praktikant das Team der Hasepost.

 

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