Noch schweigen die deutschen Wirtschaftsnachrichten, aber unter den Führungskräften des größten Osnabrücker Industriearbeitgebers, dem Kupferspezialisten KME (ehemals: Kabelmetall), geht die Nachricht in der Nacht zu Dienstag bereits um.

Die italienische Zeitung la Repubblica bringt die Meldung bereits online: Der KME-Eigentümer Intek verkauft Teile der Osnabrücker KME an die Chinesen.

[Update 23:00] Nach Informationen eines KME-Insiders, soll der Standort Osnabrück „weitestgehend“ unberührt von der Transaktion bleiben, betroffen seien voraussichtlich die Standorte Menden und Berlin.

Der Industrielle Vincenco Manes, der die KME-Gruppe seit 2005 kontrolliert, soll mit der chinesischen Zhejiang Hailiang Co., Ltd. eine Vereinbarung über den Verkauf wesentlicher Unternehmensteile an den Standorten Deutschland, Spanien und Italien getroffen haben. Verkauft werden soll das Geschäft mit Messingprodukten sowie für Rohrleitungen.

1.100 Mitarbeiter von Verkauf betroffen

Betroffen von dem Verkauf, so die offenbar gut informierte italienische Zeitung, sollen insgesamt rund 1.100 Mitarbeiter sein. Der vereinbarte Kaufpreis soll demnach 119 Millionen Euro betragend die Rückzahlung von zum Abschlussstichtag bestehenden konzerninternen Schulden beinhalten. Der Abschluss der Transaktion, die an Auflagen geknüpft ist, wird innerhalb des ersten Quartals 2019 erwartet.

Chinesen prüfen auch Betriebsschliessungen

Der Käufer, der chinesische Konzern Zhejiang Hailiang ist führend in seinem Marktsegment in China und auch in den USA stark vertreten. Mit dem Einstieg bei KME verspricht sich das Unternehmen lt. la Repubblica eine bessere Präsenz auch in Europa.
Allerdings, so die italienischen Wirtschaftsjournalisten, sei auch eine Straffung der Angebotspalette der KME-Gruppe geplant, was auch eine Schließung von Betriebsteilen in Folge haben wird.
Zuletzt war das Geschäft der KME zwar profitabel, jedoch durch geringe Margen belastet.

Titelfoto: Gerd Fahrenhorst CC BY 4.0