Groß war die Aufregung, als die Osnabrücker Professorin Julia Becker kurz vor dem Halbfinalspiel gegen Frankreich ihre Befindlichkeiten gegenüber allzu ausgelassen feiernden Fußballfans äußerte.
Anlass für zahlreiche erboste Leserkommentare bei Medien, die über die Ansichten der jungen Wissenschaftlerin berichteten, waren Aussagen wie „Die Fußballfans sollen natürlich feiern. Aber das geht doch auch ohne schwarz-rot-goldene Fahnen“, hier nachzulesen bei der Oldenburger NWZ.
Offenbar handelt es sich bei der medial verbreiteten Erkenntnis der Jungwissenschaftlerin um eine kalkulierte Provokation, die Frau Becker schon vor zwei Jahren durchgespielt hat. Mitten ins Sommerloch platziert, wurde der mediale „Ball“ auch prompt von den Zeitungen verwandelt.

Frau Professorin stänkerte schon zur WM gegen Fußballfans

Wie man aus seiner staatlich alimentierten Position durch provokative Aussagen in die Schlagzeilen kommt, hat Frau Becker schon zur WM 2014 in Brasilien durchgespielt. Damals wie heute war der evangelische Pressedienst (epd) der dankbare Verbreiter ihrer unpopulären Botschaft.
Nach Angaben des Berliner Tagesspiegels arbeitet die Sozialpsychologin bereits seit 2006 an dem Thema.

Professorin hat einmal pro Woche exakt eine Stunde Sprechzeit

Unsere Redaktion hätte gerne auch eine Stellungnahme der Wissenschaftlerin eingeholt. Obwohl wir am heutigen Mittwoch genau die eine einzelne Sprechzeit-Stunde als Chance hatten (präzise getaktet von 09:15 bis 10:15 Uhr), die sie auf ihrer Homepage als Sprechstunde angibt, konnten wir Frau Prof. Dr. Becker leider nicht erreichen.

Osnabrücker FPD bezweifelt Aussagekraft von zu kleiner Stichprobe

Für die Osnabrücker FDP reagierte der Kreisvorsitzende Moritz Gallenkamp am Mittwochnachmittag: „Es ist schon verwunderlich, dass infolge von bisher nur 170 befragten Personen Millionen von Fußball begeisterten Menschen ein latenter Nationalismus und Ausländerfeindlichkeit unterstellt wird“, so Gallenkamp.


FUßballfans auf dem Osnabrücker Neumarkt
So ausgelassen wurde 2014 die WM gefeiert
Gallenkamp bezieht sich dabei auf Angaben zum Untersuchungsansatz der Osnabrücker Professorin, die im Tagesspiegel veröffentlicht wurden. Und weiter: „Wenn diese geringe Anzahl von befragten Menschen reicht, um eine wissenschaftliche Aussage zu treffen bzw. hierzu sich schon öffentlich zu äußern, so wie es Frau Prof. Julia Becker getan hat, muss man an der Aussagekraft der ›Studie‹ zweifeln dürfen. Sport sollte politisch neutral sein und das sieht sicherlich die große Mehrheit der Fans auch so. Leider mischen sich unter die fußballbegeisterten Menschen, für die eine Flagge wohl primär Ausdruck einer Gemeinschaft ist, auch Menschen mit nationalistischen und ausländerfeindlichen Gesinnungsgut. Das ist zu verurteilen, denn dafür ist in diesem Land kein Platz«, so der Osnabrücker FDP- Politiker Moritz Gallenkamp. Er führt weiter aus: »Die Farben schwarz-rot-gold sind seit 1848 Ausdruck von Freiheitsrechten und dem Recht der politischen Mitbestimmung. Diese Bedeutung haben sie auch noch heute und sollten nicht mit dem Schmutz des Nationalsozialismus in Verbindung gebracht werden.“

Thiele (FDP) hätte gerne ein paar mehr Europafahnen

„Die Menschen jubeln einer Nationalmannschaft zu, in der Menschen mit unterschiedlichsten Wurzeln spielen, so Dr. Thomas Thiele: „Das ist gelebtes Freiheitsdenken, das ist gelebtes Europa! Ziel sollte es sein, dass auch Europafahnen geschwenkt werden, die Europa Hymne nach den Nationalhymen gespielt wird: Denn die Europameisterschaft ist ein Fußballfest!  Gallenkamp: „Fahnen demokratischer Länder sind Ausdruck freier Länder und sicher nicht schlimm! Ansonsten müssten alle Fahnen, auch die von Fußballvereinen, Ländern, Städten oder sonstigen Verbänden verdammt werden. Durch den latenten Vorwurf des nationalistischen Denkens, den auch die Jugend der Grünen den Menschen dieses Landes vorwerfen, nur weil sie Fahnen schwenken, führen bestimmt auch dazu, dass Menschen sich tatsächlich mit diesem Gedankengut solidarisieren, schon aus Protest weil sie nicht vorverurteilt werden wollen. Vielleicht sollte dazu mal eine Studie betrieben werden. Dann sollten aber mehr als 170 Menschen befragt werden!«