Osnabrück Osnabrücker Löwen erkunden unbeobachtet neues Außengehege

Osnabrücker Löwen erkunden unbeobachtet neues Außengehege

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Auch wenn die neue Löwenanlage im Zoo Osnabrück noch nicht komplett fertig gestellt ist, durften die fünf Löwen am vergangenen Dienstag den ersten Teil ihres neuen Außenbereichs erkunden – ganz ohne Besucher. Das wird sich kurzfristig auch nicht ändern, denn im Dezember muss der Zoo voraussichtlich weiterhin geschlossen bleiben. Wer den Zootieren in dieser schwierigen Zeit helfen will, kann dies per Spende machen, die bis zum 31.12.20 von der Stadt Osnabrück verdoppelt wird.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge beobachtete Dr. E.h. Fritz Brickwedde, Präsident der Zoogesellschaft Osnabrück e.V., am gestrigen Mittwoch (25. November) die fünf Löwen auf ihrem ersten Teil der neuen Außenanlage: „Es ist wirklich toll, diese imposanten Tiere von dem neuen Höhenpfad zu beobachten, sie wirken so nah und so groß – ganz ohne Barriere betrachtet. Doch die weitere Schließung, die nun ja feststeht, macht uns natürlich auch Sorgen.“ Zu 75 Prozent setzt sich das Budget des Zoos aus Eintrittsgeldern zusammen – Einnahmen, die seit dem 1. November zum zweiten Mal in diesem Jahr komplett wegfallen und das wohl auch noch für längere Zeit. „Das Fleisch für unsere Löwen kostet monatlich zwar nur 1.500 Euro, allerdings belaufen sich die Gesamtkosten allein für Futter und Pflege der insgesamt rund 2.200 Tiere aus 290 Arten auf 400.000 Euro im Monat. Das ist ein ganz schöner Batzen.“ Aktuell wirbt der Zoo deshalb um Spenden, denn diese helfen bis Ende des Jahres zweifach: Die Stadt Osnabrück verdoppelt bis dahin jede Spende an die Zootiere. Doch auch der Kauf von Weihnachtsgeschenken wie zum Beispiel Jahreskarten oder anderen Zoo-Artikeln im Zoo-Online-Shop hilft die Tiere weiter zu versorgen.

Löwen erkunden neugierig neue Außenanlage

Von all den Sorgen bekommen die fünf Raubtiere nicht viel mit. Als sich am Dienstag um 14 Uhr das Tor vom neuen Stall auf den ersten Bereich der neuen Außenanlage erstmals öffnete, liefen vier der fünf Osnabrücker Löwen neugierig hinaus. Katze Shaba machte gelassen den Anfang, die kastrierten Männchen Amani, Mahiri und Kipangi folgten ihr. Lediglich Rudelanführer Nakuru zögerte und ließ die anderen zunächst die Lage prüfen. „Das ist typisch für Nakuru, er schickt erstmal die Vorhut“, lacht Kerstin Seifert, Revierleiterin bei den Löwen. „Ich bin hellauf zufrieden vom Verlauf und die Löwen auf der Anlage zu sehen, das ist ein tolles Bild. So viel wie jetzt sieht man sie sonst nur selten laufen. Das zeigt, wie aufgeregt und neugierig sie sind. Heute Nacht gibt das bestimmt spannende Träume“, freut sich die Tierpflegerin. Der bereits fertiggestellte, neue Teil der Außenanlage liegt leicht am Hang und bietet für die Raubkatzen viel Abwechslung. Im unteren Bereich befindet sich ein Wasserlauf, viele Flächen sind mit Gras bewachsen, eine Sandkuhle lädt zum Wälzen ein und Bäume spenden Schatten. Vor allem sticht aber ein mit roter Tonerde bedeckter Teil hervor, auf dem ein imposanter Baobab Baum steht. Die imposante Nachbildung aus Spritzbeton hat einen Seilzug im Inneren, sodass das Futter am Baum hoch in die Luft gezogen werden kann. „Das fordert die Löwen ein bisschen heraus, so ist die Nahrungsbeschaffung wie in der Wildnis mit etwas Anstrengung verbunden“, erklärt Seifert.

Fast 500.000 Euro durch Verein „Löwen für Löwen“

Ermöglicht wurde der 2,5 Millionen teure Um- und Ausbau der bisherigen Anlage auch durch den Verein „Löwen für Löwen e.V.“, der extra für das Projekt ins Leben gerufen wurde. „Fast 500.000 Euro hat der Verein durch verschiedene Aktionen und Events gesammelt, das ist ein tolles Ergebnis. Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Löwenfans“, so Brickwedde, ebenfalls Vorsitzender des Vereins. Eine zusätzliche Förderung des Projekts in Höhe von einer Million Euro, das mit der bereits 2019 erweiterten Nashornanlage die Tierwelt „Mapungubwe“ ergibt, konnte der Zoo aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung über die N-Bank gewinnen. Seit gut einem Jahr laufen die Bauarbeiten auf dem insgesamt knapp 2.200 Quadratmeter großen Bereich, der nach und nach erweitert und umgebaut wurde.

Barrierefreier Blick auf die Löwen

Eine Besonderheit der neuen Löwenanlage ist der 132 Meter lange und bis zu 5 Meter hohe Höhenpfad. Dieser führt an der Anlage entlang und ermöglicht einen barrierefreien Blick sowie eine sanfte Steigung auf dem hügeligen Gelände. „Natürlich müssen sich die Löwen auch an die neue Situation gewöhnen. Dass die Besucher erhöht an ihrem Gehege entlanggehen, kannten sie bislang nicht. Aber im Oktober hielten sich die Raubtiere schon häufiger im Vorgehege direkt neben dem neuen Löwenhausanbau auf. Von dort konnten sie die neue Umgebung bereits ausführlich beobachten“, erklärt Andreas Wulftange, Zoologische Leitung im Zoo Osnabrück. Nebenan in der alten Außenanlage sind die Bauarbeiten währenddessen noch im vollen Gange.

Dr. E.h. Fritz Brickwedde (Präsident der Zoogesellschaft Osnabrück e.V und Vorsitzender Löwen für Löwen e.V., links) und Andreas Busemann (Zoogeschäftsführer, rechts) beobachten die Löwen auf ihrer neuen Anlage. Der Umbau geht aktuell weiter und soll Anfang 2021 abgeschlossen werden.

Fertigstellung Anfang 2021 geplant

Voraussichtlich Anfang des Jahres wird das komplette Gehege bezugsfertig sein. „Dann werden die Löwen einen drei Mal so großen Außenbereich haben, den wir bei Bedarf auch in zwei separate Anlagen trennen können, zum Beispiel um neue Tiere einzugewöhnen“, so Wulftange. Auch im Löwenhaus haben die Tiere durch einen Anbau mehr Platz. „Wenn die alte Anlage inklusive Haus bis Anfang 2021 erneuert ist, können wir hoffentlich auch wieder Besucher empfangen. Denn die vermissen die Tiere und wir derzeit doch sehr“, bedauert Zoopräsident Brickwedde. Bis dahin können Zoofreunde die tierischen Bewohner auf den Social Media Kanälen und der Homepage des Zoos besuchen und hier auch ganz einfach für das Futter der Tiere spenden.


PM
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