Das Osnabrücker Gymnasium „In der Wüste“ schickt Schüler in den kommenden Tagen mit „hitzefrei“ früher nach Hause – aber nur, wenn eine Bedingung erfüllt ist.
Ausgerechnet das Gymnasium in der Wüste – für Nicht-Osnabrücker dürfte das ein besonderer Wortwitz sein – gibt seinen Schülerinnen und Schülern hitzefrei. Doch für alle, die am Montag und Dienstag noch vor der ersten großen Pause auf Erfrischung hoffen gibt es eine Enttäuschung: sie müssen trotzdem erst zur Schule kommen. Denn: Hitzefrei gibt’s im Stadtteil Wüste nicht einfach so – sondern erst nach ein paar Unterrichtsstunden im Backofen.
Erst zur Schule kommen um „hitzefrei“ zu bekommen
Wie am Wochenende den Eltern mitgeteilt wurde, reagiert die Schule auf die angekündigte Hitzewelle zu Wochenanfang und verkürzt an beiden Tagen den Unterricht.
Bedingung ist aber, dass vorher noch Zeit in der Schule verbracht wird: Am Montag fällt lediglich der Nachmittagsunterricht komplett aus, am Dienstag endet der Schultag bereits um 11:15 Uhr – nach der vierten Stunde. Die Arbeitsgemeinschaften (AGs) sind an beiden Tagen gestrichen. Immerhin: Wer nicht nach Hause kann oder mag, bekommt eine Notbetreuung angeboten.
Schweißtreibender Wochenstart für Osnabrücker Schülerinnen und Schüler
Der Deutsche Wetterdienst rechnet zu Wochenbeginn für Osnabrück und den Landkreis Osnabrück mit Temperaturen deutlich über der 30-Grad-Marke. Die Schulleitung des Gymnasiums in der Wüste zögerte deshalb nicht lange – und wurde prompt zur ersten Schule im Stadtgebiet, die offiziell auf Sommerbetrieb umstellt.
Hitzefrei auch in anderen Osnabrücker Schulen?
Noch ist unklar, ob weitere Schulen im Stadtgebiet Osnabrück oder im Landkreis Osnabrück nachziehen werden.
Stand Sonntagabend lagen keine offiziellen Mitteilungen anderer Einrichtungen vor. Gut möglich aber, dass die morgige Hitzewelle noch den einen oder anderen Stundenplan spontan verdampfen lässt.
Seit Freitag gilt in Niedersachsen eine neue Regelung: Schulleitungen dürfen jetzt auch der Oberstufe hitzefrei gewähren – das war bislang tabu. Für Berufsschulen steht noch eine Anhörung aus, aber auch hier können bereits flexible Lösungen wie Distanzunterricht genutzt werden. Die Landesregierung spricht von „mehr Handlungsspielraum“ für die Schulen – vor Ort dürften das viele übersetzen mit: endlich offiziell die Fenster auf und die Schüler raus.
Wie sich andere Osnabrücker Schulen entscheiden, bleibt also abzuwarten. Wer clever ist, packt trotzdem schon mal Sonnencreme, Wasserflasche und Ventilator ein – sicher ist sicher.
Titelfoto: Gymnasium „In der Wüste“ / Foto: By A.Savin (Wikimedia Commons · WikiPhotoSpace) – Own work, CC BY-SA 3.0