Auch wenn hinsichtlich grundsätzlicher Kenntnisse über die Beschaffenheit echten Osnabrücker Grünkohls bei den Grünen noch etwas Nachholbedarf besteht – eine vor der vergangenen Osnabrücker Mahlzeit veröffentlichte Pressemitteilung wurde mit dem Bild eines veritablen Wirsings illustriert – lassen die Osnabrücker Grünen nicht locker und wollen „Grünkohl für alle“ erzwingen.

Mit einem Antrag, der bei der kommenden Ratssitzung am 12. März auf die Tagesordnung gebracht werden soll, will die Grüne Ratsfraktion das traditionelle und seit 1954 als „Herrenmahlzeit“ veranstaltete Grünkohlessen, die „Osnabrücker Mahlzeit“ des Verkehrsverein Stadt und Land Osnabrück e.V., zukünftig „für alle Osnabrücker*innen“ öffnen [fehlerhafte aber gendergerechte Rechtschreibung so dem unserer Redaktion vorliegenden Antragsentwurf entnommen].

Die Geschlechtszugehörigkeit wird in dem vorliegenden Antragsentwurf zusätzlich als „mutmaßlich“ bezeichnet, so genau will man sich da offensichtlich nicht festlegen.

Grüne Frauenstammtische und Damenmahlzeiten des Verkehrsvereins bleiben unerwähnt

Zur Begründung des Antrags werden u.a. das vor 100 Jahren eingeführte Frauenwahlrecht und die 1977 geänderten Regelungen für Arbeitsverträge weiblicher Mitarbeiter und die damals noch erforderliche Zustimmung des Ehegatten genannt.

Unerwähnt bleibt im unserer Redaktion vorliegenden Antrag hingegen, dass der Verkehrsverein nicht nur den Männerstammtisch im Januar veranstaltet, sondern auch die „Sommermahlzeit“ (das Spargelessen der Damen) und später im Jahr das „Herbstmahl der Damen“.
Der Stadtverband Osnabrück veranstaltet im Juni wieder seinen „Frauenstammtisch“, zu dem Ausdrücklich (nur) „alle interessierten Frauen“ eingeladen sind.

Illustration unter Verwendung eines Fotos von „Elfenbeinturm“, CC BY-SA 3.0