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Osnabrücker GRÜNE fordern Debatte über stärkere Teilhabe junger Menschen, Frauen und Menschen mit Migrationsgeschichte im Stadtrat

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Im Vorfeld der Kommunalwahl fordern die GRÜNEN eine parteiübergreifende Diskussion über die stärkere Teilhabe von jungen Menschen, Frauen und Menschen mit Migrationsgeschichte im Osnabrücker Stadtrat.

„Die Hälfte der Macht gehört den Frauen! Ziel muss daher sein, dass mindestens die Hälfte
der Listenplätze an Frauen geht, um so ihren Anteil im Rat weiter zu erhöhen. Da ist Osnabrück schon recht gut, aber es geht noch mehr. Am besten wäre, es gäbe in Niedersachsen ein Parité-Gesetz, das eine 50%-Quote bei der Aufstellung von Kandidierenden vorgibt,“ erklärt Eva Güse, Sprecherin der Osnabrücker GRÜNEN. Dabei gehe es nicht nur um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Oft sei die Erfahrung, dass Frauen sich sehr wohl für die Gestaltung ihrer Stadt einsetzen wollten. Insofern gehe es vor allem darum, Frauen durch persönliche Ansprache zu ermutigen, sich politisch einzubringen. Dies sei nicht allein Aufgabe der Parteien. Mit Blick auf den Stadtrat bedeute das, die bestehende Praxis zu verändern und Ermöglichungsstrukturen für interessierte Frauen zu schaffen. Jetzt sei rechtzeitig vor der Kommunalwahl der richtige Zeitpunkt dafür.

Verlegung einiger Sitzungen auf die Wochenenden?

„Zusammen mit den Frauenverbänden, den Vertreter/-innen der Parteien, Ratsfraktionen und der Verwaltung möchten wir gerne Strategien und Maßnahmen entwickeln, damit noch mehr Frauen Ratsmandate ausüben können und wollen“, ergänzt der Co-Vorsitzende Jurek Milde. Konkret bringen die GRÜNEN die Anpassung der Sitzungszeiten und -tage, wie etwa eine Verlegung einiger Sitzungen auf das Wochenende, spezifische Unterstützungsangebote für Familien mit insbesondere jungen Kindern sowie die Ausweitung digitaler Sitzungen als
Vorschläge in die Diskussion ein.

Jugendorganisationen und Migranten einbinden

„Wer Teilhabe, Vielfalt und Repräsentation will, muss zudem genau überlegen, warum besonders junge Menschen oder Menschen mit Migrationsgeschichte aktuell so spärlich vertreten sind. Unser Ziel ist die Entwicklung wirksamer Maßnahmen, um für möglichst viel Osnabrücker/-innen Hürden zu politischen Ehrenämtern abzubauen. Nur so kann mehr Teilhabe ermöglicht werden. Dazu reichen auch Mentoring-Programme alleine nicht aus“, macht Güse deutlich. Gleichwohl zeige die Teilnehmerzahl an den Mentoring-Programmen, dass mitunter großes Interesse an Kommunalpolitik und kommunalpolitischem Engagement bestehe. Dies gelte sowohl für die Partizipation von Menschen mit Migrationsgeschichte, aber auch für junge Menschen. Insofern sei es wichtig, auch hier gemeinsam mit den Migranten und Jugendorganisationen vor Ort entsprechende Angebote auf den Weg zu bringen.

Nur acht Ratsmitglieder unter 40

„Aktuell sind lediglich acht der insgesamt 51 Mitglieder des Rates der Stadt Osnabrück unter 40 Jahre alt. Und das, obwohl insgesamt rund 85.000 Osnabrücker/-innen unter 40 Jahre alt sind, also mehr als die Hälfte der Osnabrücker Bevölkerung. Da sich vor allem die 18-30-Jährigen häufig in Lebensphasen befinden, die von großer Veränderung und Mobilität geprägt sind, müssen Möglichkeiten geschaffen werden, die in die Lage versetzen und es attraktiv machen, ein Ratsmandat zu übernehmen. Darüber müssen wir ebenfalls ins Gespräch kommen und zusammen konkrete Vorschläge erarbeiten. Hierfür stehen wir in den nächsten Monaten gerne bereit“, spricht Milde abschließend eine Einladung in Richtung der zivilgesellschaftlichen Akteure, Parteien, Ratsvertreter und der Verwaltung aus.


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