Am kommenden Freitag bringt das Osnabrücker Start-Up „Bugfoundation“ den ersten Insektenburger in Deutschland auf den Markt. Was im ersten Moment nach ekeligem Krabbeltier klingt, ist ein Wahrheit eine echte, und vor allem umweltschonende Alternative zu herkömmlichem Fleisch. Denn das Burgerpatty aus Buffalowürmern* verbraucht in der Herstellung im Vergleich zur gleichen Menge Rindfleisch 1000 mal weniger Wasser, ein Zwölftel der Futtermenge und produziert 100 mal weniger Treibhausgase.

Um gleich allen Lesern das Kopfkino zu ersparen: Nein, die Würmer leben nicht und nein, man sieht dem Patty auch kein bisschen an, dass es welche enthält. „Das ist auch Absicht“ erklärt der Gründer Baris Özel „wir wollen leckere und ästhetisch ansprechende Produkte produzieren“. Die Idee zu dem Insektenpatty kam ihm und seinem besten Freund und Co-Founder Max Krämer 2010 bei einer Reise durch Ost-Asien, wo das Verspeisen von Insekten ganz normal ist. „Wir besuchten damals Bangok und aus dem Straßen kam uns so ein toller Geruch entgegen. Dort wurden Insekten in großen Wok-Pfannen gegrillt. Wir haben sie probiert und fanden sie wirklich lecker“. Als Max Krämer seine Bachelorarbeit dann über die Vorteile von Insekten als Nahrungsquelle schrieb, hatte sich die Idee endgültig in den Köpfen der beiden Gründer festgesetzt.

Gründer hatten mit vielen Hürden zu kämpfen

Gesagt, getan. Die Gründer mieteten ein Kochlabor und versuchten sich an ihren ersten Pattys. Doch die Bürokratie legte ihnen zunächst Steine in den Weg. Laut der „Novel Food Verordnung“ galten Insekten in Deutschland nicht als Lebensmittel und durften somit auch nicht als solches verkauft werden. Aus diesem Grund startete die „Bugfoundation“ zunächst in Belgien und den Niederlanden, mit großem Erfolg. Zeitgleich forschten Max Krämer und Baris Özel mit Hilfe von EU-Förderungen und dem deutschen Institut für Lebensmitteltechnik über das Thema Insekten als Nahrungsquelle. Ende 2015 wurde die „Novel Food Verordnung“ überarbeitet und Insekten offiziell als Lebensmittel aufgenommen. Das machte den Weg für das Buffalowurmpatty auch in Deutschland frei.

Gründer Baris Özel und der Insektenburger

Wie wird der Burger hergestellt?

„Unser Patty besteht zu etwa einem Drittel aus Buffalowürmern und zu zwei Drittel aus vegetarischen und natürlichen Zutaten“ erklärt Özel. Die Vorteile der Würmer gegenüber herkömmlichem Fleisch sind vielfältig. „Wir können die Würmer in großen Massen produzieren, ohne dass dabei Antibiotika oder andere Mittel zum Einsatz kommen müssen. Massentierhaltung ist ein Paradies für die Larven, denn so leben sie in der Natur auch.“ Außerdem wird erheblich weniger Wasser und Nahrung verbraucht und 100 mal weniger Treibhaugas produziert als bei der Herstellung eines Rindfleischpattys. Die Nährwerte des Insektenburgers sind zwar ähnlich zu Rindfleisch, allerdings enthält der Wurmburger mehr gesunde Fette und die enthaltenen Proteine können vom Menschen schneller aufgenommen werden. Nach der Verarbeitung ist ein Patty in der Tiefkühltruhe ca. 9 Monate haltbar.

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Schmeckt das denn auch?

Die Frage nach dem Geschmack lässt sich nur beantworten, indem man probiert. In Deutschland hatten die Besucher der „Grünen Woche“ bereits Gelegenheit dazu. „Der Andrang auf der Messe war riesig“ freut sich Gründer Baris Özel „wir haben in fünf Tagen mehr als 5000 Portionen serviert. Die Schlange an unserem Stand war endlos lang. Selbst Menschen, die die Idee eines Wurmburgers ekelig fanden kamen wegen der guten Geruchs an unseren Stand und haben dann doch probiert“. Auch die Redaktion der Hasepost hat es sich natürlich nicht nehmen lassen und den Burger getestet. Unser Fazit: Total lecker und kein bisschen krabbelig.

Wo kann man den Insektenburger bekommen?

Am Freitag kommt der Insektenburger in Deutschland auf den Markt, allerdings erstmal nur in zwei Geschäften der Supermarktkette „Rewe“ in Aachen. Dort wird dann ein Packet mit zwei Pattys 5.99€ kosten. Mitte des Jahres wollen die Gründer weiter expandieren. In insgesamt 18 Großstädten will die „Bugfoundation“ dann mit ihren Insektenpattys vertreten sein. „Der Burger kommt auch bald nach Osnabrück“ verspricht Özel. Die beide Gründer haben auch schon ein neues Produkt am Start. Was das sein wird, bleibt aber erstmal ein Geheimnis.

*Anmerkung der Redaktion: Bei Buffalowürmern handelt es sich trotz des Namens nicht um Würmer, sondern um Larven.