In der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause wurde es noch einmal grundsätzlich: Wie kann Osnabrück seine Infrastruktur zukunftsfest machen, ohne finanziell Schiffbruch zu erleiden? Eine „aktuelle Stunde“ offenbarte viele Gemeinsamkeiten – aber auch deutliche Unterschiede in der politischen Herangehensweise.
Wie bei aktuellen Stunden üblich, folgte der Debatte kein konkreter Entschluss. So kurz vor der Sommerpause, den näherrückenden Kommunalwahlen und der Verabschiedung des Haushalts im Herbst, dürfen die Redebeiträge vor allem auch als Positionsbestimmung für den Wahlkampf 2026 gewertet werden.
SPD will klug pflegen statt teuer reparieren
Heiko Panzer forderte eine nachhaltige Instandhaltungsstrategie mit digitaler Zustandsüberwachung und aktiver Bürgerbeteiligung. Nur durch regelmäßige Pflege könne man hohe Sanierungskosten vermeiden und Ressourcen schonen. Die Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten, Susanne Hambürger dos Reis, kündigte an, die Verwaltung mit einem langfristigen Konzept beauftragen zu wollen. Im Fokus: ressourcenschonende Materialien, klimaresilientes Bauen und frühzeitige Planung. Frank Henning wies zum Schluss darauf hin, dass die von der CDU geforderten Förderanteile inzwischen längst beschlossen seien – 60 Prozent der Landesmittel fließen nun direkt an die Kommunen.
CDU zählt Millionen – und zeichnet ein positives Bild
Petra Knabenschuh präsentierte beeindruckende Zahlen: 480 Millionen Euro habe Osnabrück seit 2017 allein in Schulen und Sport investiert. Marius Keite monierte die Komplexität von Förderprogrammen und plädierte für pauschale Finanzzuweisungen, die Kommunen flexibler nutzen könnten. Anette Meyer zu Strohen hob die Erfolge der Stadt hervor – von der medizinischen Hochschule bis zur Quartiersentwicklung – und forderte mehr Fokus auf Fernwärme, Pflege und altersgerechtes Wohnen.
Grüne wollen Klima und Digitalisierung unter einen Hut bringen
Jens Meier betonte aus Sicht der Ökopartei die Rolle von Infrastruktur für Klimaschutz und Ressourceneffizienz. Nur mit besserer Datengrundlage könne gezielt saniert werden. Kristina Pfaff forderte einen Innovationsschub: Smarte Technologien, Internet of Things und lokale Forschungseinrichtungen sollten in Zukunft stärker in Infrastrukturprojekte eingebunden werden.
FDP will Ausbauen statt Flickschustern
Oliver Hasskamp kritisierte für die Liberalen die aus seiner Sicht fehlende strategische Ausrichtung der Ratsmehrheit. Statt reaktiv zu erhalten, müsse Osnabrück aktiv in zukunftsfähige Infrastruktur investieren – darunter Nahverkehr, Park-and-Ride-Angebote und wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen. Seine Warnung: „Wahlgeschenke sind Gift für den Haushalt.“